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Rundum zufrieden: Leiterin Nicole Heller-Chmiel hat das Schongauer Jugendzentrum wieder zu einer festen Adresse gemacht. Die Jugendlichen kommen gerne zu ihr. Nur mehr Mädchen dürften es noch sein. 

Vier Monate nach Wiedereröffnung

Jugendzentrum blüht wieder auf

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Der Start ist mehr als geglückt: Nicole Heller-Chmiel hat aus dem Juze in Schongau wieder eine feste Adresse für die Jugendlichen in der Lechstadt gemacht. Sie kommen gerne und zahlreich in die gemütlichen, hellen Räume an der Bürgermeister-Lechenbauer-Straße. Nur ein paar mehr Mädchen dürften es noch sein, findet die Sozialarbeiterin.

Schongau – Die Woche beginnt verheißungsvoll: Jugendzentrum-Leiterin Nicole Heller-Chmiel hat gerade erst die Tür des Jugendzentrums aufgesperrt, da spazieren schon drei Jungs zur Tür hinein, bestellen eine Pizza und machen es sich vor der Playstation gemütlich. Und es kommt noch besser: Während die 13-Jährigen lachend „Fifa 18“ zocken und die virtuellen Fußbälle im gegnerischen Tor versenken, lugen zwei Mädchen vorsichtig zur Tür hinein. Nach kurzem Zögern setzen sich die zwei auf die Couch und beobachteten kurz das Treiben der Jungs. Dann stehen sie auf und sehen sich im Haus um. Heller-Chmiel huscht ein zufriedenes Lächeln über das Gesicht. Endlich Mädels!

Während der männliche Nachwuchs der 36-jährigen Sozialarbeiterin seit der Wiedereröffnung des Juze vor vier Monaten geradezu die Bude einrennt, macht sich das weibliche Geschlecht noch immer rar. Das sei in anderen Jugendzentren zwar auch so, weiß Heller-Chmiel. Sie will sich damit aber nicht so einfach abfinden. „Ich wünsche mir mehr Mädchen“, macht sie klar und hat auch schon eine Idee. Sie spielt mit dem Gedanken, einen Mädelsabend einzuführen, die Jungs müssen dann ausnahmsweise mal draußen bleiben. Den Mädchen will sie „vielleicht etwas Kreatives“ bieten. „Oder einfach Abhängen und Musik hören“ – die Sozialpädogin ist für alle Vorschläge offen.

Die Jungs fühlen sich schon jetzt pudelwohl bei ihr. Auf die Frage, was ihm im Jugendzentrum besonders gut gefällt, antwortet einer der 13-Jährigen: „Eigentlich alles, ich komme, so oft es geht.“ Dem Nachwuchs fehlt es aber auch wirklich an nichts: Neben der erwähnten Playstation kann er sich am Kicker und am Billardtisch austoben, im Nebenraum steht ein Dart-Automat, der fleißig genutzt wird, und auch verhungern oder verdursten muss im JuZe niemand. Es gibt leckere Snacks zu kleinen Preisen, eine Pizza kostet nur zwei Euro, der Eistee 50 Cent. Und freitags wird zusammen gekocht. Nur Alkohol ist im Juze tabu.

Heller-Chmiel unternimmt auch Ausflüge mit den Jugendlichen. So fuhr sie etwa im Dezember mit ihnen mit dem Zug nach Peißenberg zu einem Boxtraining. Anschließend machten alle noch einen Abstecher ins Peißenberger Juze und schauten, was dort so los ist. Vor Weihnachten wurden in Schongau dann Plätzchen gebacken. „Die haben wir dann beim Jahresabschlussturnier verspeist“, berichtet die 36-Jährige vom Kicker-, Dart- und Billard-Turnier.

Die Jugendlichen helfen auch mit, die Räume im Haus zu verschönern. So wurde zum Beispiel eine Garderobe gebastelt, aktuell laufen die Vorbereitungen für das Projekt „Palettenmöbel“. Das selbst gebastelte Mobiliar wird in der hauseigenen Werkstatt gebaut und im kommenden Frühjahr auf dem Kiesplatz vor dem Jugendzentrum seinen Platz finden. In Zukunft wird dort gegrillt.

Große Lücke mit Leben gefüllt

Die Sozialarbeiterin hat es geschafft, die große Lücke mit Leben zu füllen, die in der Lechstadt entstanden war, als das Jugendzentrum mangels Leitung im vergangenen Jahr acht Monate lang geschlossen war (wir berichteten). Die gebürtige Thüringerin, die mit ihrer Familie in Buchloe lebt, gibt sich dennoch sehr bescheiden. „Es läuft besser als gedacht“, sagt sie, macht das aber nicht nur an ihrer Person fest. „Das Jugendzentrum ist in Schongau einfach am richtigen Ort“, erklärt die 36-Jährige mit Blick auf das benachbarte Schulzentrum, aus dem die vielen Jungs und hoffentlich demnächst auch deutlich mehr Mädels den Weg in die einladenden Räume finden.

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