Dieser Wohnblock Im Tal wird abgerissen und durch einen Holzbau ersetzt.
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Dieser Wohnblock Im Tal wird abgerissen und durch einen Holzbau ersetzt.

Mehrfamilienhaus Im Tal wird abgerissen und durch Gebäude in kompletter Holzbauweise ersetzt

„Spannendes Projekt“, aber ohne Tiefgarage

  • Elke Robert
    vonElke Robert
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In Schongau wird weiter gebaut: In der Straße Im Tal wird ein großes Mehrfamilienhaus abgerissen, das sich über die Grundstücke der Nummern 29 und 31 erstreckt. Weil das Gebäude nicht mehr sanierungsfähig ist, wird es ersetzt, und zwar mit einem Mehrfamilienwohnhaus komplett in Holzbauweise. „Ein spannendes Projekt und ein Novum für Schongau“, beschrieb es Stadtbaumeister Sebastian Dietrich in der März-Sitzung des Schongauer Bauausschusses bei der Vorstellung der Vorplanung.

Schongau - Umgesetzt werde dieses von einem renommierten Architekturbüro, einem der bekanntesten in ganz Bayern. „Die Bauweise ist sehr nachhaltig.“ Zudem sei es eines der ersten Projekte in Schongau, das von der neuen Bauordnung begünstigt werde.

Gebaut werden sollen zwölf teils etwas größere Wohnungen. 18 Stellplätze wandern in eine Garage mit Zufahrt von der Jänkerstraße aus. Dabei handelt es sich nicht um eine Tiefgarage, sondern um eine Garage, die in das Gelände integriert wird – hinterm Haus befindet sich ein kleiner Hang, in dem die Garage fast verschwindet.

Bis auf die Zufahrt könne die Garage begrünt werden. Einige Parkplätze sollen aber auch direkt an der Straße untergebracht werden, wenn auch nicht dicht an dicht, sondern von Grün unterbrochen. „Das funktioniert nicht überall planerisch, an dieser Stelle aber durchaus“, so Dietrich.

„Wir müssen in Schongau auf Grünflächen Wert legen“, mahnte Ilona Böse. In ihren Augen opfere man sowohl vor dem Haus als auch hinter dem Haus zu viel Grün, vor allem für die Garagen. Die SPD-Stadträtin hinterfragte, ob man an dieser Stelle nicht eine Tiefgarage fordern könne und zählte einige größere Bauprojekte in Schongau auf, wo dies die Bauherrn auch umsetzen. „Das würde bedeuten, dass wir das auch bei unseren eigenen Liegenschaften durchziehen müssen“, gab Dietrich mit Blick auf die städtischen Wohnungen in direkter Umgebung zu bedenken. Er befürchtete, dass die Forderung nach einer Tiefgarage an dieser Stelle baurechtlich schwierig umzusetzen sei.

Das Einvernehmen der Stadt könne vom Landratsamt ersetzt werden, befürchtete auch Bürgermeister Falk Sluyterman. Böse sah das anders, vor dem Haus stehe viel Blech. „Wir können nicht die Fehler aus der Vergangenheit immer weiterziehen, wir müssen Grüngürtel erhalten, diesen Anspruch stelle ich an uns.“ Es komme auf den Wert der Grünfläche an, argumentierte Bettina Buresch, in diesem Fall sei es lediglich eine Rasenfläche.

Die Grünen-Stadträtin sah aber eine ganz andere Thematik. Ihr ging es darum, dass die eingezeichneten Baumbepflanzungen am Ende auch wirklich umgesetzt werden. Die Erfahrung zeige, dass dies bei weitem nicht überall im Stadtgebiet der Fall sei. Dietrich versicherte, dass die Vorgaben verbindlich seien. Der Bauausschuss segnete den Vorentwurf knapp mit 5:4 Gegenstimmen ab.

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