+
Rot ist die Farbe der Sparkassen. Die Vorstände, vorne v. l.: Thomas Orbig und Josef Koch. Hinten v. l.: Michael Lautenbacher, Markus Lanz und Alexander Schmitz.  

Erste Bilanz

Sparkasse Oberland: Der Fusions-Knick blieb aus

  • schließen

Die Fusion zur Sparkasse Oberland ist über die Bühne, und es gab „keinen Knick“. Im Gegenteil. In der Bilanzpressekonferenz für das Geschäftsjahr 2017 war von „sehr guten Wachstumszahlen“ die Rede. Eine Delle gab es trotzdem. Die hat allerdings mit der Zinspolitik zu tun, die der Sparkasse durchaus Probleme bereitet.

Weilheim – Die Bilanzpressekonferenz am Freitag im Sparkassen-Forum war die erste der 2017 aus den Vereinigten Sparkassen Weilheim und der Kreissparkasse Schongau geformten Sparkasse Oberland, zugleich aber die letzte des langjährigen Weilheimer Vorstandsvorsitzenden Josef Koch, der Ende April die Geschäfte an seinen Nachfolger Thomas Orbig übergibt. Dass die Fusion der Sparkasse die, wie Koch nicht ohne Stolz sagte, mit einer Bilanzsumme von 2,65 Milliarden Euro nun die größte im Oberland ist, nicht den Geschäftsbericht verhagelt habe, sei auch den Mitarbeitern zu verdanken. „Die haben einen hervorragenden Job gemacht“, lobte er.

Weit weniger begeistert sind die Banker von dem Job, den die Europäische Zentralbank (EZB) macht. Vorstandsmitglied Michael Lautenbacher sagte, „der Sinn des Sparens ist schwer vermittelbar“, die Auswege „aus der Realzinsfalle sind weiterhin rar und die gleichen geblieben“. Kauf einer Immobilie sei einer, Wertpapieranlagen ein anderer. Beides sei gefragt, der Umsatz bei den Wertpapieren stieg binnen eines Jahres um 25 Prozent auf 213 Millionen Euro.

Doch auch die Sparkasse selbst spürt die Nullzinsphase, da Zinsen drei Viertel ihres Geschäftserfolgs ausmachen. Sie steuert mit dem generellen Ausbau des Geschäftes, der Ausweitung von Provisionsgeschäften und dem Vermieten eigener Immobilen entgegen. So lag beispielsweise die Rendite der Wohnungen am Hager Garten bei vier Prozent. Die Mieteinnahmen aller Sparkassen-Immobilien beliefen sich laut Koch auf 1,6 Millionen Euro. Ganz ausgleichen lässt sich die Ertragsdelle damit aber nicht. So ist trotz der gestiegenen Bilanzsumme 2017 der Jahresgewinn etwas zurückgegangen.

Des einen Leid ist des anderen Freud: Laut Vorstandsmitglied Markus Lanz sind die Kreditauszahlungen 2017 gegenüber 2016 um 14,5 Prozent gestiegen. Sie hatten ein Volumen von 415,5 Millionen Euro, „das sind pro Arbeitstag rund zwei Millionen Euro ausgereichte Kredite“, sagte Lanz.

Auch interessant

Meistgelesene Artikel

Mit Fohlenhof zur Städtebauförderung
Täglich werden viele Hektar Land versiegelt und die Gemeinden wuchern nach außen. Um dem entgegenzuwirken hatte die Staatsministerin für Wohnen, Bau und Verkehr, Ilse …
Mit Fohlenhof zur Städtebauförderung
Schon wieder Chaos am Mühlkanal, doch Besserung ist in Sicht
Schon wieder ist eine neue Bauphase an der Mühlkanalbrücke in Schongau mit einer Panne gestartet. Eine Behelfsampel sorgte am Montag im morgendlichen Berufsverkehr für …
Schon wieder Chaos am Mühlkanal, doch Besserung ist in Sicht
„Stehen vor wichtigen Herausforderungen“
Direktor Wilfried Knorr hat nicht nur in Herzogsägmühle viel zu tun, sondern er leistet auch wichtige Verbandsarbeit in der Diakonie. Und dies beinhaltet auch Reisen bis …
„Stehen vor wichtigen Herausforderungen“
Ein Jubiläum für alle
Mit einem bunten Programm, bei dem für alle Altersklassen etwas geboten war, endeten die Feierlichkeiten anlässlich des 150-jährigen Bestehens der Feuerwehr Bernbeuren …
Ein Jubiläum für alle

Kommentare

Ab dem 25.5.2018 gilt die Datenschutzgrundverordnung. Dazu haben wir unser Kommentarsystem geändert. Um kommentieren zu können, müssen Sie sich bei unserem Dienstleister DISQUS anmelden. Sollten Sie zuvor bereits ein Profil bei DISQUS angelegt haben, können Sie dieses weiter verwenden. Nutzer, die sich über den alten Portal-Login angemeldet haben, müssen sich bitte einmalig direkt bei DISQUS neu anmelden.