Der aktuelle Vorsitzende des SPD-Ortsvereins Schongau, Walter Popp (links), hat seinem Vorgänger Daniel Blum Verrat vorgeworfen. Jetzt ist der Streit aber beigelegt worden.
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Der aktuelle Vorsitzende des SPD-Ortsvereins Schongau, Walter Popp (links), hat seinem Vorgänger Daniel Blum Verrat vorgeworfen. Jetzt ist der Streit aber beigelegt worden.

SPD-Chef Walter Popp hat seinem Vorgänger Daniel Blum Verrat vorgeworfen

SPD fühlt sich verraten, rudert aber zurück

  • Elke Robert
    vonElke Robert
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Verrat wirft die SPD Schongau Daniel Blum vor. In einem Beitrag auf der SPD-Homepage wurde der ehemalige Ortsvorsitzende von seinem Nachfolger Walter Popp verbal massiv attackiert. Am Wochenende hat man sich nun aber besonnen: „Die Adventszeit hat begonnen, es muss nicht sein, dass man so prügeldick draufhaut“, rudert Popp zurück.

  • Nach internem Streit hatte Daniel Blum den Vorsitz der Schongauer SPD abgegeben
  • Jetzt hat er sich der Schongauer CSU angeschlossen
  • Sein Nachfolger Walter Popp hat ihm im Internet deswegen Verrat vorgeworfen

Schongau – Schon im April hatte sich die SPD Schongau über einen Mitgliederbrief zum Rücktritt ihres ehemaligen SPD-Ortsvorsitzenden Daniel Blum geäußert. Nachdem CSU-Ortsvorsitzender Oliver Kellermann und Blum jüngst bei einer Pressekonferenz bekannt gegeben hatten, dass der ehemalige SPD-Mann nun bei der CSU mitwirken möchte, folgte eine weitere Stellungnahme auf der SPD-Homepage.

Von der „unendlichen Geschichte des Daniel Blum“ war da die Rede, der nun „als verlorener Sohn zu seinem Mentor nach Hause“ gefunden habe. Popp gratulierte der CSU zu diesem „tollen Fang“ und unterstellte Blum und Kellermann sehr direkt, alles geplant und inszeniert zu haben.

Auf Kosten der SPD ein Stadtratsmandat?

Im Blick vor allem die damaligen Kommunalwahlen. „Blum ließ sich trotz seiner Abwanderungsgedanken von der SPD auf den fünften Listenplatz aufstellen“, so der Vorwurf Popps. Obwohl er damals schon Kontakt zur CSU aufgenommen habe, sei er „nicht Manns genug“ gewesen, von seinem Listenplatz zurückzutreten. Popps Fazit: Blum habe auf Kosten der SPD ein Stadtratsmandat gewinnen wollen. „Nach der Wahl wäre ein Wechsel mit Donner und Trompeten erfolgt.“

Auch an Oliver Kellermann ließ Popp kein gutes Haar, unterstellt diesem, Blum quasi als Spitzel für die CSU eingesetzt zu haben. „Man kann nur ahnen, welche Informationen zwischen den beiden Herren während der heißen Phase des Wahlkampfs ausgetauscht wurden“, schrieb Popp in der Mitteilung auf der Homepage.

Lange geplantes Vorgehen?

Blum habe sich zwar gegenüber der Öffentlichkeit als Opfer, als geschassten Vorsitzenden dargestellt, der von der SPD schlecht behandelt worden sei. „Unter Berücksichtigung der jetzt bekannt gewordenen Aussagen von Blum/Kellermann kann man davon ausgehen, dass es sich hier um ein lange geplantes Vorgehen handelte“, so Popp.

Der SPD-Ortsvorsitzende schloss seine Ausführung mit einer Begriffsdefinition von Verrat: „Treuebruch, Zerstörung eines Vertrauensverhältnisses durch Preisgabe oder (böswilliges) Verlassen einer Sache oder Person, der man verbunden war.“

Seit dem 20. November stand dieser Text online, nun ist die SPD doch zurückgerudert, am Sonntag hat man die Stellungnahme von der Homepage entfernt. Mit Hinweis auf die nun angebrochene „Stade Zeit“ habe man reagiert, begründet es Popp. Zwar bleibt der SPD-Ortsvorsitzende dabei, dass sich Blum nicht korrekt verhalten habe. „Inhaltlich wird etwas dargestellt, was nicht so ist“, ist Popp nach wie vor überzeugt.

Im Eifer des Gefechts

Im Eifer des Gefechts habe er jedoch ein Vokabularium gewählt, das zu heftig gewesen sei, „das hat mich im Nachhinein selbst geärgert und tut mir ein kleines bisschen leid“. Speziell jetzt vor der Weihnachtszeit wolle man, dass es friedlich weitergeht, gibt sich Popp gegenüber den Schongauer Nachrichten versöhnlich.

Blum hatte genau vor einem Jahr nach einem Streit innerhalb der Vorstandschaft um die Abrechnung der zweiten Wein-Nacht als Vorsitzender das Handtuch geworfen und war zurückgetreten. Ende März – nach der Kommunalwahl – war er aus der SPD ausgetreten, im Juni bei der CSU eingetreten.

Diese Entscheidung war der CSU-Vorstandschaft seitens des CSU-Ortsvorsitzenden Kellermann erst nach der Sommerpause mitgeteilt worden, den CSU-Mitgliedern sogar noch später. Die SPD hatte bei der Kommunalwahl sechs Sitze im Stadtrat ergattert. Listenplatz 5 konnte Blum damals nicht halten, die Schongauer hatten ihn auf Platz 12 gewählt, von einem Stadtratsmandat war er damit also weit entfernt.

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