SPD befragt Mitglieder

„Eine ganz tolle Sache“

Die SPD-Mitglieder dürfen ein Wörtchen mitreden, wenn es um ihren nächsten Landesvorsitzenden geht. Was halten die Genossen im Schongauer Land von der Mitgliederbefragung? Beteiligen sie sich daran? Und wen werden sie wählen? Wir haben uns umgehört.

Schongau – Nun haben die SPD-Mitglieder die Qual der Wahl. Die rund 59.000 Genossen in Bayern und damit auch die rund 600 Parteimitglieder im Landkreis werden zur Neuwahl des Landesvorsitzenden befragt, nachdem Florian Pronold nicht mehr kandidiert. Neben bekannten Namen, wie dem des Bundestagsabgeordneten Klaus Barthel, haben auch Kandidaten ihren Hut in den Ring geworfen, mit denen keiner gerechnet hat, wie Markus Käser von der SPD-Initiative „Zeit für die Mutigen“ oder der Sprecher der Münchner Tafel, Gregor Tschung.

Dass alle Parteimitglieder nun ihre Stimme abgeben dürfen, begrüßen die SPD-Größen im Schongauer-Land einhellig. „Ich finde es eine super Idee“, sagt der Vorsitzende des SPD-Ortsverbandes Schongau, Daniel Blum: „Ich mache selbestverständlich mit.“ Wem er seine Stimme gibt, entscheide er kurzfristig. „Ich schwanke noch zwischen drei Kandidaten.“ Der SPD-Vorsitzende hat sich gut vorbereitet. Er ist nach Augsburg gefahren, wo sich alle Kandidaten vorgestellt haben. „Es sind alles gute Kandidaten, die Entscheidung fällt verdammt schwer“, sagt Blum.

Daniel Blum ist SPD-Vorsitzender in Schongau.

Der Vorsitzende des Kreisverbandes, Dominik Hey, war ebenfalls in Augsburg, um sich ein Bild von den Bewerbern zu machen. Auch er weiß noch nicht, für welchen Kandidaten er sich entscheidet. „Das tue ich erst, wenn ich den Zettel vor mir habe“, sagt er. Die Fahrt nach Augsburg habe sich gelohnt, er habe nun ein Gefühlt für die Stärken und Schwächen der einzelnen Bewerber. Dass die Mitglieder befragt werden, sei „eine ganz tolle Sache“, sagt Dominik Hey.

Michael Asam ist SPD-Bürgermeister in Peiting.

So sieht das auch Michael Asam, der Peitinger Bürgermeister: „Ich finde es gut, dass man die Mitglieder fragt – bei der Fülle von Kandidaten und ihren unterschiedlichen Persönlichkeiten.“ Auch er habe sich noch nicht endgültig entschieden, wen er wählt. Er wolle sich erst genau über die einzelnen Bewerber informieren, bevor er seine Wahl treffe, sagt der SPD-Bürgermeister.

Claudia Steindorf, die Vorsitzende des Peitinger SPD-Ortsverbandes, hat ihre Wahl schon getroffen, verrät aber nicht, für welchen Kandidaten sie sich entschieden hat: „Das ist Wahlgeheimnis.“ Dass alle bayerischen SPD-Mitglieder dazu befragt werden, wer der neue Landesvorsitzende werden soll, findet sie gut. Steindorf will ihre Genossen dazu ermutigen, sich an der Befragung zu beteiligen. „Ich werde aber keine Empfehlung abgeben, das soll jeder Einzelne selber entscheiden.“

Falk Sluyterman ist SPD-Bürgermeister in Schongau.

Auch der Schongauer Bürgermeister Falk Sluyterman will seinen Favoriten nicht öffentlich mitteilen, „da es sich um eine geheime Wahl handelt.“ Dass die Mitglieder befragt werden, findet er aber grundsätzlich gut. „Auf diese Weise kann die Basis entscheiden, wer Landesvorsitzender oder Landesvorsitzende werden soll“, sagt der Schongauer Bürgermeister. Mitstimmen werde er auf alle Fälle.

Diese Form der Mitglieder- Beteiligung sehen die Genossen im Altlandkreis als eine positive Verstärkung des Aufschwunges, der derzeit in der Partei herrscht. „Die Mitglieder haben Lust auf Wahlkampf und sind motiviert“, sagt der Kreisvorsitzende Hey dazu. „Das passt jetzt gut in die Aufbruchstimmung“, sagt Blum: „Die Mitglieder fühlen sich nicht übergangen und haben die Chance, die Zukunft der SPD ein Stück mitzugestalten.“

Claudia Steindorf ist Vorsitzende der Peitinger SPD.

Alle Genossen können nun per Briefwahl bis zum 11. Mai darüber abstimmen, welchen der sechs Kandidaten sie als Landeschef sehen möchten. Gewählt ist der neue erste Mann der bayerischen SPD damit aber noch nicht. Diese Aufgabe übernehmen dann die Delegierten auf dem Landesparteitag, der am 20. und 21. Mai in Schweinfurt stattfinden wird.

Kathrin Hauser

Rubriklistenbild: © dpa

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