Dominik Streit (l.) will die nächste Stufe auf der Karriereleiter erklimmen. Konstantin Papamichail (r.) wirft erneut seinen Hut in den Ring.

Landtagswahl 2018

SPD: Streit oder Papamichail?

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Die Bundestagswahl ist gerade vorüber, da richtet sich der Blick schon auf den nächsten Urnengang. Am 21. Oktober nominiert die SPD im Landkreis Weilheim-Schongau ihren Kandidaten für die Landtagswahl 2018. Mit Dominik Streit und Konstantin Papamichail kämpfen zwei bekannte Gesichter um die Gunst der Delegierten.

Weilheim-Schongau – Während die CSU im Landkreis bereits im Juli Nägel mit Köpfen gemacht hat, als sie – freilich wenig überraschend – ihren Abgeordneten Harald Kühn als Landtagskandidaten für den Stimmkreis Weilheim-Schongau nominierte, wagten sich die Sozialdemokraten erst in dieser Woche offiziell aus der Deckung. „Wir wollten erst die Bundestagswahl abwarten“, sagt Harald Mansi, Pressesprecher und stellvertretender Vorsitzende des Kreisverbands. Verständlich, doch intern richtete sich der Blick natürlich auch bei der SPD bereits in den vergangenen Monaten auf die Landtagswahl 2018.

Schon seit Juli weiß man beim Kreisverband, dass es bei der Stimmkreiskonferenz am 21. Oktober in der Penzberger Stadthalle erneut auf eine Kampfabstimmung hinausläuft. Denn mit dem Kreisvorsitzenden Dominik Streit und Konstantin Papamichail, langjähriger Vorsitzender des SPD-Ortsvereins Altenstadt, haben bis dato zwei Bewerber ihre Ambitionen auf die Landtagskandidatur angemeldet. Für letzteren ist die aktuelle Situation keine unbekannte. Schon vor fünf Jahren hatte der vierfache Familienvater sein Glück versucht, zog damals aber im Dreikampf mit Christian Lory und dem späteren Direktkandidaten Albert Thurner den Kürzeren.

Auch diesmal kommt dem 52-jährigen Elektrotechniker, der in Altenstadt wohnt und auch dort im Gemeinderat sitzt, wohl eher die Außenseiterrolle zu, auch wenn sich Papamichail keinesfalls verstecken müsse, wie Mansi betont. Sein Kontrahent Dominik Streit, der mit seinem Mann in Weilheim lebt, hat in den vergangenen Jahren eine steile politische Karriere hingelegt. Der 34-jährige Politikwissenschaftler, der derzeit in Germanistik promoviert, führt seit 2015 den Ortsverein Weilheim, ist seit 2016 Kreisvorsitzender und Mitglied im Vorstand der Oberbayern-SPD. Streit habe sich mit viel Arbeit einen guten Namen gemacht, lobt Mansi.

Weil beide Kandidaten im Landkreis bereits bestens bekannt sind, verzichtet die SPD diesmal auf öffentliche Vorstellungsrunden wie vor fünf Jahren. Ihr Programm und ihre Ansichten werden Streit und Papamichail bis zur Aufstellungsversammlung erst einmal nur den Ortsvereinen näher vorstellen. Am gestrigen Mittwoch etwa waren sie in Peiting zu Gast. Inhaltlich unterscheiden sich die Kandidaten in ihren Forderungen kaum. Beide haben sich unter anderem den Kampf für eine bessere Infrastruktur, bezahlbaren Wohnraum und die Stärkung des ländlichen Raums auf die Fahnen geschrieben.

Michael Asam kandidiert wieder für den Bezirkstag

Die Kür des Landtagskandidaten ist nicht die einzige Entscheidung, die die SPD-Delegierten am 21. Oktober bei der Versammlung in Penzberg treffen werden. Auch für die anstehende Bezirkstagswahl, die 2018 parallel zur Landtagswahl stattfindet, schicken die Sozialdemokraten einen Kandidaten ins Rennen. Einziger Bewerber ist bislang Peitings Bürgermeister Michael Asam, der dem Bezirkstag bereits seit 1998 angehört und seit 2013 den Posten des stellvertretenden Bezirkstagspräsidenten inne hat. Er wolle seine langjährige Erfahrung weiter einbringen, begründet Asam seine erneute Kandidatur für den Bezirkstag von Oberbayern. „Die Arbeit liegt mir sehr am Herzen.“ Dies sei unabhängig von seiner Entscheidung, bei der nächsten Kommunalwahl 2020 nicht mehr für den Posten des Bürgermeisters zur Verfügung zu stehen, betont der Peitinger. Die dann frei werdende Zeit wolle er viel mehr nutzen, um noch „mehr Dinge im Bezirk anzugreifen“.

So sieht es bei den anderen Parteien aus:

Knapp ein Jahr vor der Landtagswahl haben bei vielen Parteien im Landkreis die Vorbereitungen auf den Wahlkampf gerade erst begonnen. Ein Überblick: Grüne: Noch ganz am Anfang, was die die Aufstellung eines Direktkandidaten angeht, stehen die Grünen. „Damit haben wir uns noch gar nicht beschäftigt“, sagt Sprecherin Gabriela Seitz-Hoffmann angesichts der gerade erst absolvierten Bundestagswahl, die deshalb auch noch keine Bewerber nennen kann. Sicher ist nur, dass die Aufstellungsversammlung noch vor Weihnachten über die Bühne gehen soll. Freie Wähler: Die Suche nach einem Direktkandidaten hat bei den Freien Wählern bereits begonnen. „Es gibt mehrere Bewerber“, so Kreisvorsitzende Susann Enders. Noch im Herbst soll die Aufstellungsversammlung erfolgen. FDP: „Wir befinden uns in der Phase der Evaluation“, sagt Kreisvorsitzender Klaus Breil. Will heißen: „Es gibt mehrere Kandidaten, die hohes Potenzial haben.“ Einen Termin für die Kandidatenkür gibt es noch nicht. Man strebe aber eine Entscheidung noch in diesem Jahr an. Die Linke: Noch keine Eile mit der Nominierung eines Direktkandidaten hat Die Linke. Reinhard Böttger, Mitglied im Kreisvorstand Oberland, rechnet damit, dass die Aufstellungsversammlung frühestens im Januar oder Februar kommenden Jahres stattfinden wird. „Momentan ist die Wahl noch weit weg.“ AfD: Ganz am Anfang steht auch noch die Alternative für Deutschland. „Wir werden mit Sicherheit einen Kandidaten aufstellen“, kündigt der Kreisvorsitzende Reno Schmidt an. Zuerst müsse aber ein Wahlprogramm für Bayern erarbeitet werden. „Im Anschluss daran werden wir rechtzeitig unsere Kandidaten nominieren.“ Bayernpartei: Bereits einen konkreten Namen kann dagegen die Bayernpartei nennen. Wie die Kreisvorsitzende Regina Schropp mitteilt, werde sie sich bei der Aufstellungsversammlung am 27. Oktober als Direktkandidatin bewerben.

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