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Zweiter Einsatz des Langstielbaggers: Drei Nächte lang fischte er in der vergangenen Woche Schlamm und Kampfmittel aus dem Kanal – darunter zwei Handgranaten. 

Staatliches Bauamt

Baustelle ist frei von Waffen und Munition, doch der übrige Mühlkanal „ist voll damit“

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Der Baustellenbereich ist von Kampfmitteln befreit, im übrigen Bett des Schongauer Mühlkanals schlummern nach Meinung des Staatlichen Bauamts aber nach wie vor etliche Waffen und Munition aus dem Zweiten Weltkrieg.

Schongau – „Der Kanal ist definitiv von oben bis unten voll damit“, meint Amtsmitarbeiter German Abenthum, der die Brückenbauarbeiten koordiniert. Er wundert sich sehr darüber, dass sich noch niemand den möglichen Gefahren angenommen hat.

Wie berichtet, war der Baustellenbereich im Auftrag des Weilheimer Amts in der vergangenen Woche ein zweites Mal ausgebaggert worden, damit die Arbeiten im Kanal gefahrlos fortgesetzt werden können. Drei Nächte lang blieben alle Brücken gesperrt. Beim Ausbaggern kamen neben Munition und Handfeuerwaffen-Teilen auch wieder zwei Handgranaten zum Vorschein. Eine war so stark korrodiert, dass die Kampfmittelräumer überlegten, sie sofort zu sprengen. Laut Abenthum wurde die Granate dann aber doch in einem Stahlcontainer abtransportiert, um sie an einem anderen Ort unschädlich zu machen.

Schwelle verhindert, dass erneut Kampfmittel ins Baufeld rutschen

Seit dieser Woche laufen die Arbeiten im und über dem Kanal wieder wie geplant weiter, eine V-förmige Schwelle im Wasser verhindert, dass weitere Kampfmittel in den Baustellenbereich geschwemmt werden.

Dass der Kanal nicht schon längst einmal komplett von den Weltkriegsüberresten befreit worden ist, sorgt im Staatlichen Bauamt für Verwunderung. Denn laut Abenthum ist die Existenz von Waffen und Munition im Mühlkanal alles andere als ein Geheimnis: „Früher war es eine Freizeitbeschäftigung, Munition heraus zu fischen“, hat der Bauamtsmitarbeiter in mehreren Gesprächen vor Ort erfahren. Zum Glück würden sich Jugendliche heutzutage mehr mit Computerspielen beschäftigen, fügt Abenthum hinzu.

Stadt und Kanalbesitzer bleiben bislang gelassen

Wie berichtet, sehen die Stadt Schongau und der Kanalbesitzer das Kampfmittel-Thema deutlich entspannter. Man wisse gar nicht, ob noch Kampfmittel im Kanal seien, ließ unlängst Stadt-Geschäftsleiterin Bettina Schade wissen und sprach von einer „abstrakten Gefahr“. Die Firma UPM hat das Thema immerhin „auf Wiedervorlage“, berichtete Werksleiter Wolfgang Ohnesorg der Heimatzeitung. Man schätze das Risiko aber „als relativ gering“ ein. Eine finale Entscheidung, ob nach Kampfmitteln gesucht werden soll, sei noch nicht getroffen, so Ohnesorg Anfang Juli.

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Mit der Kampfmittelräumung in Schongau im Mühlkanal liegt man im Zeitplan. Auch der Sicherheitsdienst, der die Sperrung der Brücke kontrolliert, hat gut zu tun.

Der Steuerzahler muss für die aufwändige Kampfmittelbeseitigung im Schongauer Mühlkanal aufkommen, über den eine neue Brücke gebaut wird. Und das, obwohl ihn eine Spezialfirma vor Beginn der Arbeiten für kampfmittelfrei erklärt hatte.

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