Die Wirtschaftsförderin  Yvonne Voigt  bricht ihre Zelte ab.

Yvonne Voigt hört auf

Stadt braucht neuen Wirtschaftsförderer

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Schlechte Nachrichten für die Stadt Schongau: Wirtschaftsförderin Yvonne Voigt hat aus persönlichen Gründen gekündigt, die Stadt sucht bereits einen Nachfolger. Der könnte allerdings frühestens Mitte 2018 anfangen – „und das ist noch optimistisch gedacht“, sagt Bürgermeister Falk Sluyterman.

Schongau – Schon seit vergangenen Sommer war Wirtschaftsförderin Yvonne Voigt nur noch sporadisch im Rathaus anzutreffen. Grund war eine private Tragödie: Ihr Ehemann Norbert war schwer erkrankt, Voigt stand ihm in einer Münchner Klinik zur Seite. „Wir haben im Rathaus alle mitgebangt“, sagt Sluyterman. Doch Voigts Ehemann hat den Kampf verloren, er starb Ende Oktober.

Ursprünglich hatte der Bürgermeister die Hoffnung, Voigt würde nach einer Trauerphase ihren Dienst wieder antreten. Von Mitte Dezember war die Rede. Doch zu diesem Zeitpunkt habe Voigt mitgeteilt, dass sie ihre Zelte im Schongauer Land abbreche und nach Berlin ziehen werde, sagte Sluyterman. Er findet den Verlust der Mitarbeiterin sehr schade, hat aber volles Verständnis für den Schritt. Zumal beide Kinder mittlerweile erwachsen sind, die Bindung an den langjährigen Wohnort Hohenfurch damit nicht mehr so eng ist.

„Frau Voigt hat bei uns gute Arbeit geleistet und einige Projekte entscheidend vorangebracht. Da denke ich vor allem an das Parkraumkonzept“, sagte Sluyterman. Aber auch beim Einzelhandelskonzept habe sie wichtige Schritte in die Wege geleitet. Das darf jetzt ihr Nachfolger übernehmen. Waren Teile des Stadtrats im Jahr 2012 noch skeptisch, was die Einführung eines City-Managers betrifft, ist das nicht mehr der Fall. „Der Stadtrat hat klar beschlossen, dass die Stelle bleiben soll, wie sie ist“, sagte Sluyterman – also unbefristet und mit einer höheren Besoldungsstufe als noch zu Beginn. Diese beiden Änderungen waren bereits 2015 vor Voigts Amtsantritt beschlossen worden.

Die Stelle ist bereits ausgeschrieben, auch in Anzeigen hat die Stadt nach einem „Standort- und Wirtschaftsförderer/in“ gesucht, der „mit fachlicher Kompetenz, Kreativität und einem hohen Maß an Kommunikationsvermögen den Wirtschaftsstandort Schongau weiter entwickelt und die historische Altstadt und deren Umfeld als attraktiven Wohn- und Einkaufsbereich fördert“. Einige Bewerbungen seien bereits eingetrudelt, so Sluyterman, die Frist läuft bis 20. Januar. Weil die Bewerber in der Regel einen anderen Arbeitgeber mit entsprechenden Kündigungsfristen haben, ist ein Zeitpunkt für den möglichen Dienstantritt des Voigt-Nachfolgers schwer abzuschätzen. Frühestens Mitte des Jahres werde es soweit sein, sagte Sluyterman.

Bis dahin wird er selbst die Aufgaben teilweise mitübernehmen. „Aber das kann keine Dauerlösung sein. Für diese Stelle muss man schon eine entsprechende Ausbildung haben.“

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