+
In der Münzstraße liegt die neue Filiale der Post in der Altstadt. Vorübergehend darf das selbstleuchtende Werbeschild angebracht werden. 

Neue Postagentur in der Alttsadt

Stadt macht keine Ausnahme: Auch für die Post gilt Schongaus Werbesatzung

  • schließen

Die geplante Werbeanlage der Post sorgte in der jüngsten Sitzung des Bauausschusses für Diskussionen. Kritik wurde aber durchaus mit leisen Tönen geübt, schließlich ist man in Schongau froh, dass so rasch eine Lösung für die geschlossene Postfiliale in der Christophstraße gefunden worden war. Neue Kurzzeitparkplätze gibt es aber erst einmal nicht.

Schongau Dem Gremium lag ein Antrag für die Münzstraße 27 vor. An die Fassade soll das überall genormte Werbeschild der Post angebracht werden in den kleinstmöglichen Maßen 66 mal 46 Zentimeter. Für die Hauptachsen in der Altstadt gilt jedoch die Werbesatzung, die vorgibt, dass solche „Ausleger“ in handwerklicher oder künstlerischer Ausfertigung sein müssen. Auch dürfen die Objekte nicht selbstleuchtend sein, sondern dürfen nur angeleuchtet werden. Die Verwaltung hatte vorgeschlagen, der Abweichung zuzustimmen, da sie sich in die Fassadengestaltung einfüge.

„Eine Postfiliale muss natürlich als solche erkennbar sein“, warb auch Bürgermeister Falk Sluyterman um Zustimmung. Auch wenn alle froh seien über die so wichtige Position der Post in der Altstadt, dürfe man keine Ausnahme machen, kam der erste Einwand von Ilona Böse. „Mit Historie hat das nichts mehr zu tun“, meinte die SPD-Fraktionsvorsitzende mit Blick auf so einige schlechte Beispiele in der Altstadt. „Letztendlich können wir unsere Werbesatzung in die Tonne treten.“ Im Falle der neuen Postagentur in der Altstadt sei das Gebäude bisher vorbildlich saniert, die Werbung ist aufgemalt. „Und jetzt klatschen wir wieder ein Schild hin“, so Böse. „Wir sollten es endlich mal angehen, diese historische Achse auch historisch zu gestalten.“

Bürgermeister Sluyterman verwies darauf, dass im Rahmen des Städtebaulichen Entwicklungskonzepts ISEK auch eine neue Gestaltungssatzung angedacht sei und war sich nicht sicher, ob es nach den aktuell gültigen Richtlinien für die Post eine Lösung geben könne wie ein historisches Posthorn aus Kupfer, das auch noch angestrahlt werde.

Stadtbaumeister Sebastian Dietrich erläuterte, dass es das genormte Postschild durchaus auch an Denkmälern gebe. „Wir könnten damit leben“, so die Einschätzung Dietrichs.

Kompromiss vorgeschlagen

Böse war im Bauausschuss nicht die einzige Verteidigerin der Werbesatzung. Dem folgte auch Kornelia Funke, Fraktionsvorsitzende der CSU. Weil aber die Postfiliale so dringend benötigt werde, habe dies Vorrang. Dem widersprach Helmut Hunger vehement. „Ich bin sogar der Meinung, dass solche Anträge gar nicht mehr in den Bauausschuss oder in den Stadtrat kommen sollten.“ Weil die Werbung nun aber kurzfristig angebracht werden müsse, schlug er einen Kompromiss vor: Das selbstleuchtende Schild könne montiert werden, aber nur übergangsweise, bis man ein historisch gestaltetes entwickelt habe.

Diesen Vorschlag griff Sluyterman auf – die Ausnahme für diese Postfiliale, die am Dienstag, 19. November, eröffnet, soll für ein Jahr gelten. Spätestens Ende Oktober 2020 müsste dann aber eine satzungskonforme Werbung angebracht werden. Dem konnten alle Bauausschussmitglieder folgen. Böse erinnerte in diesem Zuge noch einmal an ihre Anfrage, dass einmal die gesamte Altstadt betrachtet werde, um festzustellen, wie viele illegale Werbeanlagen angebracht sind.

Kurzzeitparkplätze kommen nicht

Über den zweiten Teil des Antrags – zwei Kurzzeitparkplätze vor dem Geschäft für die künftigen Postkunden – wurde dann aber nicht mehr abgestimmt. Für eine Stunde kostenlos parken (mit freiem Parkzettel) kann man an dieser Stelle ohnehin, denn die Parkplätze befinden sich in der gelben Parkzone. Allerdings müsste man dann an dieser Stelle das Anwohnerparken während der Geschäftszeit unterbinden.

Dass solche Regelungen bei den Bewohnern der Altstadt gar nicht gut ankommen, hätten die Reaktionen auf die Kurzzeitparkplätze am Lindenplatz gezeigt, so der Hinweis Sluytermans. Die Parksituation sei bei „Heim & Hobby“ deutlich entspannter. Der Rathauschef schlug vor, erst einmal abzuwarten und notfalls erneut zu diskutieren.

Für einige Lacher sorgte die Nachfrage von Bettina Buresch, wie denn die Parkplätze bei der künftigen Planung der Münz- und Weinstraße situiert seien, sie habe die Details des „Jahrhundertkonzepts“ einfach schon längst wieder vergessen. Erste planerische Überlegungen, wie man die Hauptachse umgestalten könnte, stammen aus dem Jahr 1999.

Auch interessant:

Nur zwei Männer wollen Bürgermeister in Schongau werden

„Ganz, ganz großes Kompliment“: Viel Lob haben drei Jungunternehmer aus Weilheim am Dienstagabend in der VOX-Gründer-Show „Höhle der Löwen“ eingesackt

Auch interessant

Mehr zum Thema

Meistgelesene Artikel

Gymnasiasten drehen 1167 Runden für den guten Zweck
Laufen, spenden, „abrocken“: Die Schüler des Welfen-Gymnasiums Schongau haben bei ihrem „Run for Manang“-Spendenlauf in der Lechsporthalle ordentlich aufhorchen lassen. …
Gymnasiasten drehen 1167 Runden für den guten Zweck
Hohenfurcher Prinzengarde für Fasching gerüstet
Auch die Hohenfurcher Prinzengarde hat sich jetzt vorgestellt. Neu dabei sind im Fasching 2020 Elisabeth Nuscheler und Markus Fichtl. 
Hohenfurcher Prinzengarde für Fasching gerüstet
Marienheim: Verbleib am derzeitigen Standort wird neu geprüft - unter einer Bedingung
Bahnt sich eine Wendung in Sachen Marienheim-Neubau an? Ein Verbleib der geschlossenen Einrichtung am derzeitigen Standort soll jetzt doch noch einmal neu geprüft …
Marienheim: Verbleib am derzeitigen Standort wird neu geprüft - unter einer Bedingung
Gericht schlägt Mediation im Riesener Trinkwasser-Streit vor und rügt Umgangston
Der Streit um das Trinkwasser in Riesen (Gemeinde Steingaden) soll in einer Mediation gelöst werden. Das Verwaltungsgericht in München hat gestern dem Verein für …
Gericht schlägt Mediation im Riesener Trinkwasser-Streit vor und rügt Umgangston

Kommentare