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Sie sind seit Jahresbeginn für die technische Leitung der Stadtwerke Schongau verantwortlich: Alexander Joseph (rechts) und sein Stellvertreter Johannes Kuhl.

Stadt in der Zwickmühle

Undichte Kanäle, Wasser im Keller

Undichte Kanäle bereiten der Stadt Schongau schon seit Jahren Sorgen. Vor allem im Bereich Haldenberger Straße und Puccini-Ring haben die Bewohner mit dem schwankenden Grundwasserspiegel ein Problem. Es droht die Gefahr, dass tiefer liegende Keller überflutet werden. Mit einem neuen Konzept wollen die Stadtwerke jetzt zu einer Lösung kommen.

Schongau – „Wenn wir Glück haben, sucht sich das Grundwasser einen natürlichen Weg zum Lech, wenn wir Pech haben, dringt es in tiefer gelegene Keller ein“ – so beschreibt Alexander Joseph, seit Jahresbeginn der neue Technische Leiter der Stadtwerke Schongau, das Dilemma.

Die Regierung von Oberbayern drängt darauf, die undichten Kanäle zu sanieren. also abzudichten, damit das Grundwasser nicht verunreinigt werden kann. Auch das Landratsamt Weilheim-Schongau und das Wasserwirtschaftsamt halten die Sanierung der Kanalisation für zwingend notwendig.

In der Haldenberger Straße ist die Kanalisation zum Teil undicht, stellenweise liegen fehlerhafte Hausanschlüsse vor. Am Puccini-Ring ist wohl während der Bauphase eine Drainageleitung (wahrscheinlich zur Grundwassersenkung) an die Kanalisation angeschlossen und nach der Bauphase nicht beseitigt worden. Diese Drainageleitung wurde bei der Kanalerneuerung vor rund zehn Jahren entdeckt.

Damals ist als Sofortmaßnahme ein Siphon (verkehrt herum) eingebaut worden, damit das Drainagewasser nicht mehr ungebremst in die Kanalisation fließen kann. Somit konnte der Grundwasserspiegel wieder ansteigen. Die Folge waren Wasserschäden in Kellern. „Sicher werden die betroffenen Bürger leicht beweisen können, dass die Sanierung des Kanals ursächlich für den Wasserschaden ist, aber ob für diese Forderung über einen entsprechenden Schadensersatz tatsächlich eine Rechtsgrundlage vorliegt, kann nur gerichtlich geprüft werden“, so die Einschätzung des Landratsamtes Weilheim-Schongau.

Schongaus Bürgermeister Falk Sluyterman brachte es schon vor einem Jahr auf den Punkt: „Die Stadtwerke sind verpflichtet, die Kanäle zu sanieren, dürfen es aber wegen des Grundwasseranstiegs mit eventuellen Schäden an den Gebäuden nicht.“ Deshalb wurde der Bayerische Gemeindetag um rechtliche Beratung gebeten.

Aus der Stellungnahme des Gemeindetages sind die Stadtwerke Schongau nicht ganz schlau geworden. Sie haben deshalb die beiden gelernten Juristen bei der Stadt Schongau (das sind Bürgermeister Falk Sluyterman und Rathaus-Geschäftsstellenleiterin Bettina Schade) um „Übersetzung“ des Schreibens des Gemeindetages vom Juristendeutsch in ein Deutsch für Ingenieure gebeten. Aus der Sicht der Stadtwerke Schongau sind die weitere Vorgehensweise und die eventuellen rechtlichen Folgen aber immer noch nicht klar.

Wie geht es jetzt weiter? Die Stadtwerke Schongau arbeiten laut Auskunft von Alexander Joseph an einem Konzept, das im Frühjahr den Bewohnern in der Haldenberger Straße und am Puccini-Ring vorgestellt werden soll. Geplant ist eine schrittweise Sanierung des Hauptkanals. Die Kanalhausanschlüsse werden vorerst nicht saniert, damit bei einem Grundwasseranstieg dieses Wasser über die undichten Hausanschlüsse abfließen kann.

Schutzmaßnahmenin Betracht ziehen

„Durch die Sanierung des Hauptkanals wird vermieden, dass bereits gefasstes Schmutzwasser in das Grundwasser gelangen kann“, teilte der Technische Werkleiter Alexander Joseph mit. Für tiefer gelegene Keller werden Schutzmaßnahmen in Erwägung gezogen. So könnten z.B. Sickerschächte auf den gefährdeten Grundstücken angelegt werden.

Michael Gretschmann

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