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Auch die Gebühren am Stadtfriedhof steigen zum Teil erheblich.

Stadtratsbeschluss

Neue Schongauer Friedhofssatzung: Gebühren-Erhöhung „ohne Logik“

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Seit 1. Januar gilt in Schongau eine neue Friedhofssatzung, die nicht nur einige Stadträte irritierte, sondern auch bei den Bürgern für Unmut sorgen dürfte. Denn die Bestattungskosten steigen zum Teil erheblich an – und die Erklärung ist merkwürdig.

Schongau – Eigentlich sollten alle vier Jahre die Friedhofsgebühren geprüft werden, sagte Schongaus Hauptamtsleiterin Bettina Schade im Stadtrat. Doch die bisher letzte, einigermaßen moderate Erhöhung hatte es Anfang 2013 gegeben – wobei die Verzögerung nicht schuld der Stadt sei, wie Schade betonte: „Wir haben bereits im September 2016 den Auftrag zur Erstellung einer Kalkulation der Friedhofs- und Bestattungsgebühren an den kommunalen Prüfungsverband vergeben.“ Doch der hatte Terminschwierigkeiten, fing erst im Mai vergangenen Jahres mit der Prüfung an und legte der Verwaltung Ende November das Ergebnis vor, das jetzt diskutiert wurde.

Das Resultat waren „krasse Erhöhungen in vielen Bereichen“, wie SPD-Stadtrat Peter Huber erschüttert äußerte. Denn die fünfseitige Satzung weist bei den einzelnen Positionen zum Teil Steigerungen „bis zu 40 Prozent auf“, wie Hubert festgestellt hat – wobei etwas die Urnenbeisetzung ohne Trauerfeier an Urnenwand oder Urnenstele von 80 auf 172 Euro nach oben schießt, also mehr als 100 Prozent teurer wird. Andere Punkte werden billiger, etwa die Nutzungsgebühr für ein Kindergrab, die jährlich von 23 auf 13 Euro sinkt.

Wie sich diese Gebühren zusammensetzen, wollte nicht nur Huber wissen („ich sehe da keine Logik“), doch da musste Schade passen und verwies nur auf die extrem komplizierten Kalkulationen des Prüfungsverbands: „Das folgt keiner Logik, deshalb können wir nicht einfach einige Parameter ändern, weil sich sonst alles ändert und das Gesamtergebnis nicht mehr stimmt“, so Schade, die auch betonte, dass man für das Gutachten mehrere tausend Euro ausgegeben habe. Maßgabe sei gewesen, dass die Friedhofsgebühren für die Stadt nur zu 84 Prozent kostendeckend gewesen seien, „und die müssen kostendeckend sein“, erinnerte Bürgermeister Falk Sluyterman (SPD).

Damit konnten sie die Stadträte aber nicht beruhigen. „Unsere Gebühren waren bisher schon happig, dazu kommt der desolate Zustand des Stadtfriedhofs erschwerend dazu – so kann ich dem nicht zustimmen“, sagte Huber über die „schreiende Ungerechtigkeit“. Bettina Buresch (ALS) konnte dem nur beipflichten: „Diese zum Teil deutlichen Erhöhungen haben sich mir nicht erschlossen. Wir müssen das hinnehmen, aber es fällt mir schwer, das zu akzeptieren“, sagte Buresch, die anmerkte, dass das vermutlich noch mehr für die Bürger gelten dürfte. Das glaubte auch Kornelia Funke (CSU): „Es wird sehr schwer werden, den Bürgern das zu vermitteln. Ich sehe aber keine andere Möglichkeit als zuzustimmen.“ Was mit Ausnahme von Huber schließlich alle taten.

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