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Über 5000 Unterschriften für den Erhalt des Schongauer und Weilheimer Krankenhauses als medizinische Vollversorger

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Von: Elke Robert

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Auch den Standort Schongau als vollstationären Grundversorger zu erhalten, das ist das Ziel des Aktionsbündnisses „Pro Krankenhaus“. Mehr als 5000 Bürger beteiligten sich an der Online-Petition.
Auch den Standort Schongau als vollstationären Grundversorger zu erhalten, das ist das Ziel des Aktionsbündnisses „Pro Krankenhaus“. Mehr als 5000 Bürger beteiligten sich an der Online-Petition. © Herold

Das Schongauer Aktionsbündnis „Pro Krankenhaus“ will nicht locker lassen: Die Online-Petition hat einen ganzen Stapel Unterschriften gebracht, die überreicht werden sollen. Auch der Petitionsausschuss im Landtag soll sich mit dem Thema befassen.

Schongau – „Hände weg von unseren Krankenhäusern“: Die Ende Februar gestartete Online-Petition ist gerade ausgelaufen. Mehr als 5000 Bürger unterstützen die Forderung, unbedingt die stationäre und die Notfallversorgung beider Landkreis-Krankenhäuser in Weilheim und Schongau zu erhalten. Das notwendige Quorum von 1400 Unterschriften, um auch von den Entscheidungsträgern eine öffentliche Stellungnahme einzufordern, war rasch erreicht.

Die meisten Kreisräte dachten jedoch gar nicht daran, dieser Aufforderung nachzukommen, was auch zu einer Diskussion im Kreistag geführt hatte (wir berichteten). Die Schongauer Sprecher des Aktionsbündnisses, Vizebürgermeisterin Daniela Puzzovio (ALS) und Stadtrat Stefan Konrad (SPD), zeigen sich darüber recht enttäuscht. Die meisten Kreisräte wollten sich mit Hinweis auf die laufende Entscheidungsfindung nicht positionieren oder antworteten erst gar nicht.

Übergabe an Landrätin und die Kreisräte geplant

Dennoch freuen sich Puzzovio und Konrad über das Ergebnis der Online-Petition. „Wir wollten 2000 Unterschriften, die hatten wir schnell zusammen“, so Puzzovio. In Kürze sollen diese an Landrätin Andrea Jochner-Weiß und an die Kreisräte übergeben werden.

Die große Zahl der Unterschriften mache die Meinung der Bürger gut sichtbar und zeige, dass viele mit dem bisher eingeschlagenen Weg Richtung Zentralklinikum nicht einverstanden seien. Der größte Wunsch des Aktionsbündnisses: Dass die Kreisräte ihre Entscheidung überdenken und korrigieren. Und dass Schongau bei der Standortfrage eine reelle Chance hat.

Aussage der Landrätin schier „unfassbar“

Als geradezu „unfassbar“ bezeichnet Konrad in diesem Zusammenhang die Aussage der Landrätin vom 6. Mai im Kreistag. Jochner-Weiß habe sich mit dem Satz „Der Bau eines Zentralkrankenhauses in Schongau ist in meinen Augen nicht machbar“ bereits festgelegt. „Das geht gar nicht, das ist ihre persönliche Meinung, gerade sie muss neutral bleiben“, so Puzzovio. Konrad sieht es genauso: „Meinungen sollte man für sich behalten, und die Landrätin hat als Vorsitzende des Aufsichtsrats eine Verantwortung.“

Es gebe Faktoren, die seien bisher in der Abwägung noch nicht berücksichtigt worden, so Puzzovio. Daher wartet man beim Aktionsbündnis mit Spannung auf den Kriterienkatalog vom Krankenhausverbund „Clinotel“, in dem auch die Krankenhaus GmbH Weilheim-Schongau Mitglied ist. Wie Puzzovio wusste, bekommt Bürgermeister Falk Sluyterman diesen Mitte kommender Woche in einer Sondersitzung des Aufsichtsrats überreicht.

Interessant ist der Blick auf die Zahlen

Bereits am 22. Juni soll der Katalog ausgefüllt zurück sein, und schon in der Kreistagssitzung am 29. Juli könnte eine Entscheidung fallen. Sowohl Schongau wie auch Peißenberg hatten sich offiziell um den Standort eines Zentralklinikums beworben. „Nicht beworben haben sich Polling und Weilheim, die beiden Standorte sind von der Landrätin aber namentlich genannt worden“, wundert sich Puzzovio.

Das Aktionsbündnis pro Krankenhaus kämpft weiter, hatte auch Kontakt zu Staatsminister Klaus Holetschek. Über dessen mageren Antworten sei man eher enttäuscht. „Er hält sich raus, rechnet damit, dass die Bürger im Dialog mitgenommen werden“, so Puzzovio. „Diesen Eindruck haben wir aber ganz und gar nicht“, ergänzt Konrad.

Aktionsbündnis denkt an Bürgerbegehren/Bürgerentscheid

Interessant sei allein der Blick auf die Zahlen: Derzeit gehe man von Kosten über rund 500 Millionen Euro für ein Zentralklinikum aus. „Richtig kalkulieren kann man aber doch erst, wenn der Standort klar ist“, so Puzzovio. Das Aktionsbündnis hingegen werde immer aufgefordert, Fakten zu nennen, aber die interessantesten seien gar nicht bekannt.

Hört sich das nach Resignation an? „Kein bisschen“, bekräftigt Puzzovio, aber in der Tat sei man etwas erschöpft. Man habe in kurzer Zeit viele Infostände gestemmt, einige zeitgleich. Und auch im Hintergrund läuft viel: Das Aktionsbündnis hat eine Petition – gleichlautend wie die Online-Petition – beim Landtag eingereicht. „Mit etwas Glück befasst sich der Petitionsausschuss noch vor der Sommerpause damit“, hofft Puzzovio. Und: „Wenn man im Kreistag nicht noch einmal genauer hinschaut, ist der nächste Schritt ein Bürgerbegehren mit dem Ziel eines Bürgerentscheids.“

Thema im Stadtrat: Am Dienstag, 31. Mai, befasst sich der Schongauer Stadtrat mit einer Absichtserklärung für ein Bauleitverfahren für einen möglichen Neubau des Zentralklinikums in Schongau. Sitzungsbeginn im Jakob-Pfeiffer-Haus ist um 19 Uhr.

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