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Kabarettist Michi Marchner auf Recherche im Schongauer Brauhaus.

Zum Starkbieranstich

Fastenprediger in Sauna auf Themensuche

Der Starkbieranstich im Schongauer Brauhaus naht. Zeit für Fastenprediger und Kabarettist Michi Marchner, aktuelle Informationen über die Lechstadt einzuholen um seiner Rede den letzten Schliff zu geben.

Schongau – An einen Prediger erinnert an diesem Tag wirklich nichts an Michi Marchner. Mit ausgeleierten Jeans, Ringelpulli und Kettchen um den Hals sitzt er vor einem Glas Wasser am Tisch im Brauhaus. Zum konspirativen Treffen hat er zwei Informanten erster Güte geladen. Neben ihm sitzen zweiter Bürgermeister Tobias Kalbitzer und Wirt Tyll Albrecht. Vor ihm steht eine kleine Kamera, die jedes Wort aufzeichnet.

In der Stadt hat Michi Marchner sich auch schon umgesehen. Dauerbrenner Fußgängerzone, neue Sauna, Bike-Park, WLan am Marienplatz (hat nicht funktioniert) – so richtig zufrieden ist Marchner noch nicht mit seinen Recherchen. Zu ruhig und harmonisch ist das letzte Jahr offensichtlich gelaufen. „Wenn’s nix werd, dann kann man’s mir nicht zur Last legen, dann hätten’s mehr machen müssen“, mault er unzufrieden.

Bereits zum vierten Mal wird er am kommenden Freitag, 10. März, als Bruder Michael die Fastenpredigt im Brauhaus halten. „Es ist so etwas wie ein Ritterschlag für einen Kabarettisten, so was machen zu dürfen. Ich wollte wissen, ob ich das kann“, meint er. Dass er es kann, hat er bereits dreimal bewiesen. Und körperlich hat er sich auch schon voll auf die Fastenzeit eingestellt. Seit sechs Tagen wird nicht mehr geraucht und nur noch vegan gegessen, verrät Michi Marchner, der vor kurzem seinen 50. Geburtstag gefeiert hat, und zieht an der nikotinfreien E-Zigarette.

„Frühjahrskur“ nennt er das, was er zum ersten Mal auf Anraten seines Arztes durchzieht. Während Wirtin Marion Albrecht einen eigens für ihn zusammengebrutzelten Gemüseteller „Michi spezial“ vor ihn hinstellt. „Ich beneid die Veganer ned“, so Marchner, während er sich das Gemüse einverleibt. Wenigstens besser als das vegane Gulasch im Fraunhofer in München.

Natürlich hat er auch schon im Plantsch probegesaunt. Zu Recherche-Zwecken. „Ich bin schon immer gerne nach Schongau in die Sauna gefahren“, erzählt er. Wie die Recherche ausgefallen ist, will er noch nicht verraten. Ebenso wenig, wer neben den Anwesenden der geheime Informant ist, der ihn mit Schongauer Interna versorgt. Die Rede schreibt Marchner natürlich selbst.

„Wir heißen nicht Paulaner, das heißt, wir schreiben den Text nicht selber“, wirft Tyll Albrecht ein, der von Michi Marchner als der „radikalste Siezer, den ich kenne“, bezeichnet wird. Schade findet er es, dass es dieses Jahr kein Interview mit „Falk“ gab. Der Schongauer Bürgermeister hat seine Teilnahme an der Veranstaltung schon im Vorfeld abgesagt. Eine Reise, die ihm seine Frau geschenkt hat, ist wichtiger.

Dafür wird Tobias Kalbitzer einspringen und den Starkbieranstich vornehmen. Mit Informationen für die Fastenpredigt kann er aber auch nicht viel weiterhelfen. „Es wird schwierig, weil es gerade wenig Themen gibt“, befindet Michi Marchner. Als echter Profi wird er selbstredend trotzdem eine humorige Fastenpredigt zaubern. Zudem gibt es zum Anstich des Fastinators mit 18% Stammwürze am Freitag, 10. März um 19 Uhr auch noch Musik-Kabarett mit Horst Eberl. Und auch für das leibliche Wohl wird in der Küche des Schongauer Brauhaus bestens gesorgt. Karten zu 17 und ermäßigt 15 Euro gibt es im Schongauer Brauhaus (Tel. 08861/9336222).

Ursula Fröhlich

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