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Rocken den Kuhstall: Die Band WambaBrassClub feiert die Veröffentlichung ihres Albums „Willkommen“ in Schwabbruck. Von links Magnus Segl, Thomas Zink, Valentin Zach, Andi Nöß, Roman Eisenlauer und Leo Heck. 

WambaBrassClub

Zweiter Auftritt, erstes Album

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Der WambaBrassClub, eine junge Band aus dem Schongauer Land, steht Ende Mai erst zum zweiten Mal gemeinsam auf einer Bühne. Trotzdem feiert die Gruppe schon eine Releaseparty. Denn ihr erstes Album ist bereits fertig.

Steingaden – Meist spielen Bands jahrelang auf kleinen Bühnen, bevor sie eine CD aufnehmen. Im Fall von WambaBrassClub ist das allerdings anders.

Andreas Nöß (23) aus Steingaden schreibt seit vielen Jahren eigene Lieder, hat in vielen Bands gespielt. Nur an der eigenen CD ist es bisher immer gescheitert. Weil er das endlich ändern wollte, trommelte er Musiker aus seinem Bekanntenkreis zusammen und gründete die Band WambaBrassClub – mit dem Ziel, ein Album aufzunehmen.

Das wird am 1. Juni veröffentlicht. Weil die CD-Aufnahme für die Musiker im Vordergrund stand, ist die Releaseparty am Vorabend im Kuhstall Schwabbruck erst der zweite Auftritt der Gruppe. Zu der gehören Thomas Zink (27) aus Lechbruck am Schlagzeug, Roman Eisenlauer (23) aus Sachsenried spielt E-Bass und E-Gitarre, Magnus Segl (19) aus Altenau Posaune, Valentin Zach (22) aus Altenau Saxofon, Leo Heck (21) aus Schongau Trompete und Andi Nöß Harmonika.

Begriff Heimatsound wäre zu schwammig

Der Bandname greift die Instrumente auf. Wamba steht für „Wambabress“ – die Steirische, erklärt Nöß. Brass spielt natürlich auf die Bläser an. Und im Club finden sich alle anderen wieder. Den Begriff Heimatsound mögen die Musiker von WambaBrassClub allerdings nicht. Zu schwammig. „In die Schublade würde man unsere Musik sonst quetschen“, sagt Nöß. Sie selbst sprechen lieber von Mundart-Brass-Punk.

Mal fetzig, dann wieder sinnlich oder traurig

Die Lieder sind oft fetzig, dann wieder sinnlich oder traurig. Es ist auf jeden Fall eine „wilde Mischung“, so Nöß. Jedes Bandmitglied bringt seinen eigenen Stil mit ein. Bei Roman Eisenlauer ist das Funk, bei Thomas Zink Punkrock und bei Andi Nöß Volksmusik. Alle drei schreiben Lieder für die Band. Und zwar im Dialekt. „Man soll ruhig hören, woher wir sind“, finden sie. Manchmal kommt es mitten in der Strophe zum Dialektversatz. Weil Thomas aus Lechbruck eben anders spricht und singt als Andi aus Steingaden oder Roman aus Sachsenried. „Es ist ein bisschen verrückt, was da rauskommt, aber es passt ganz gut“, sagt Nöß lachend.

Auch wenn alle Bandmitglieder aus dem Schongauer Land sind, hat es sie wegen des Studiums oder der Arbeit in verschiedenste Städte verschlagen. Außerdem sind einige von ihnen mit weiteren Musikprojekten beschäftigt. Oft sind sie nur am Wochenende in der Heimat. Dafür wird dann umso länger zusammen geprobt.

Ihren ersten Auftritt haben sie bereits gemeistert. „Wir mussten auf der Bühne zusammenfinden. Man kann nicht proben, wie es live ist“, erzählt Nöß, Weil sie in anderen Bands genug Auftrittserfahrungen gesammelt haben, hat alles bestens geklappt.

Konzert im Kuhstall soll ersten Auftritt nochmal toppen

Das Konzert im Kuhstall soll das noch einmal toppen. Auch wenn Leo Heck, „unser Profi“, wie Andi Nöß ihn nennt, nicht dabei sein kann. Für ihn springt Martin Strauß ein. Der 17-Jährige spielt die erste Trompete im Steingadener Musikverein. Und Benno Daxer übernimmt den Bass-Part von Eisenlauer.

Wem das Konzert im Kuhstall gefallen hat, kann sich gleich das Album „Willkommen“ kaufen. Einzelne Lieder möchte WambaBrassClub auch auf Spotify stellen. Und ein Musikvideo gibt es bereits auf Youtube zu sehen.

„Der Dreh war ein Riesen-Akt“, erzählt Nöß, „keiner wusste, wie so etwas abläuft“ – bis auf Spezl Felix Lainz, gelernter Kameramann. Zwei Tage lang wurde in den Bräuhauspassagen in Steingaden und der Illach gedreht. Mit dabei waren viele Freunde, passend zum Lied „Mitnand“, wie Nöß erläutert. „Es geht darum, dass wir miteinander viel erreichen können“ – und ist ein klares Statement gegen Fremdenhass.

Vor drastischen Texten schreckt die Band nicht zurück. „Wir leben wie die Made im Speck, während auf unsere Kosten die dritte Welt verreckt“, heißt es zum Beispiel im Lied „No bleder“. Auch wen sie eigentlich keine politischen Lieder machen wollten – „Man kommt ja nicht drum rum“, sagen sie.

Kartenvorverkauf

WambaBrassClub spielt am Freitag, 31. Mai, um 20 Uhr, im Kuhstall Schwabbruck. Karten gibt es unter anderem bei den Schongauer Nachrichten, beim Schäferwirt (Schwabbruck), sowie direkt bei der Band (15,20 Euro/13,20 Euro ermäßigt).

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