Hermann Klauser ist im Alter von 85 Jahren gestorben.
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Hermann Klauser ist im Alter von 85 Jahren gestorben.

Der frühere Schongauer Stadtrat Hermann Klauser ist im Alter von 85 Jahren gestorben

Stiller Abschied von einem Ehrenringträger

  • Boris Forstner
    vonBoris Forstner
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Die Liste der lebenden Schongauer Ehrenringträger ist wieder um eine Person kleiner geworden: Hermann Klauser, bekannter Geschäftsmann und 30 Jahre Stadtrat für die UWV, ist im Alter von 85 Jahren gestorben.

Schongau – Fritz Holzhey muss nicht lange überlegen, wenn er seinen langjährigen Parteikollegen und Freund charakterisieren soll: „Er war einfach ein Pfundskerl“, sagt der Schongauer Ehrenbürger über Klauser. Er sei keiner gewesen, der sich in den Vordergrund gedrängt habe, so Holzhey, „er war kein Sprüchemacher. Aber wenn er etwas gesagt hat, hatte es Gewicht.“ Das bestätigt auch der UWV-Fraktionschef Stephan Hild: „Durch seine ruhige und aufmerksam hilfsbereite Art und sein humorvolles Wesen war er fraktionsübergreifend immer sehr geschätzt.“

Die Art, wie er sich oft am Telefon gemeldet habe, sei bezeichnend gewesen: „Großes K und kleiner Lauser“, habe er des Öfteren gesagt, berichtet Hild schmunzelnd. Er kannte Klauser seit seiner Kindheit, ist mit dessen etwa gleichaltrigen Söhnen groß geworden – „als Stadtkinder hat man sich einfach gekannt“, so Hild.

1966 wurde Klauser erstmals für die UWV in den Schongauer Stadtrat gewählt, nach satten fünf Amtsperioden hatte er 1996 aufgehört und sich den Goldenen Ehrenring wahrlich verdient. Doch bekannt war Klauser nicht nur als Politiker, sondern auch als langjähriger Schongauer Feuerwehrkommandant und Geschäftsmann. 1963 hatte er ein Geschäft für Bürobedarf und -technik gegründet, das mittlerweile sein Sohn Alexander weiterführt. „Im Jahr 2000 hat er mir das Geschäft übergeben, und auch wenn er die ersten Jahre noch ab und zu im Laden war, hat er sich sehr zurückgehalten“, sagt Alexander Klauser – der Senior hatte Vertrauen, dass alles geordnet weiterläuft.

Geschäftsmann, bei der Feuerwehr aktiv, auch bei der Faschingsgesellschaft, deren erster Faschingsprinz er 1962 war – Klauser war gut eingespannt. „Aber für die Familie und uns drei Kinder uns hat er sich immer Zeit genommen“, sagt Alexander Klauser. Und ein gutes Beispiel muss der Papa gewesen sein, standen doch auch beide Söhne schon auf der Stadtratsliste der UWV.

Zuletzt ist es ruhig um Hermann Klauser geworden. Vor acht Jahren hatte er einen Hirnschlag erlitten, von dem er sich wieder einigermaßen erholt hat. Doch er war seitdem auf den Rollstuhl angewiesen, seine Frau Klara kümmerte sich aufopferungsvoll um ihn. „Er war aber ein guter Patient, da gab es keine Probleme“, sagt sie – so war er eben. Vor vier Wochen hatte sich Hermann Klauser eine Lungenentzündung eingefangen, von der sich der zuletzt leicht auch an leichter Demenz leidende Klauser nicht mehr erholt habe, berichtet Sohn Alexander.

Traurig waren alle, dass die Beerdigung wegen Corona nur im ganz engen Kreis von gerade einmal 30 Besuchern ablaufen musste. Bürgermeister Falk Sluyterman habe eine kurze Rede gehalten, mehr sei nicht möglich gewesen, bedauern die politischen Weggefährten Holzhey und Hild. „In Corona-Zeiten zu sterben ist Mist, weil die Wertschätzung seines Lebenswerks leider untergeht“, bedauert Hild. Und Holzhey ergänzt: „Es wären sicher Hunderte Menschen, auch von der Feuerwehr, aufmarschiert. Es wäre sicher eine Riesen-Beerdigung geworden.“ Eine, die sich Hermann Klauser verdient hätte.

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