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Helmut H. aus Memmingen (zwischen Renate Müller und Irmgard Schreiber-Buhl) berichtet den Schongauern von seinen Problemen aus Memmingen.

Strabs-Demo in Schongau

Straßen-Ersterschließung kostete 1042 Reichsmark

Das Thema Ersterschließung von Straßen rückt beim Thema um die Straßenausbau-Beitragssatzung (Strabs) immer mehr in den Vordergrund. So auch bei der 22. Montagsdemo in Schongau.

Schongau – Montagabend, 18.15 Uhr vor dem Schongauer Rathaus. Ein mittlerweile fester Termin bei den Gegnern der Straßenausbau-Beitragssatzung. 90 Bürger haben sich zur 22. Demo eingefunden. Inklusive der zwei Gäste, die an diesem Abend extra aus Memmingen nach Schongau gekommen sind: Helmut H. und Werner G.

Die beiden Berichten von Beispielen der sogenannten Ersterschließung, die auch bei den Diskussionen der Schongauer Strabs-Gegner immer mehr in den Vordergrund rückt – obwohl die Strabs offiziell noch gar nicht abgeschafft ist. Bewaffnet mit dicken Aktenordnern, die gespickt voll mit Dokumenten sind, von denen aber wiederum die Behörden in Memmingen die Augen verschließen, waren die beiden nach Schongau gekommen.

Die Unterlagen enthalten Erklärungen, die zeigen, dass für betroffene Grundstücke schon Zahlungen getätigt worden sind. Und zwar für „Straßenherstellungskosten“, wie 1936 diese Gebühr bezeichnet wurde. Genau 1042 Reichsmark musste damals für eines der betreffenden Grundstücke gezahlt werden. Oder eine Erklärung vom 26. Mai 1925, die dokumentiert, dass der Besitzer mit 992 Reichsmark zur Kasse gebeten wurde. Alles fein säuberlich aufgelistet, noch in altdeutscher Sütterlin-Schrift notiert. „Es wurden jede Menge Zahlungen erbracht, von denen die Stadt nichts mehr wissen will“, erklärt es Helmut H. den Schongauern.

Viele Ersterschließungen seien nicht mehr nachvollziehbar sind, weil die damaligen Besitzer verstorben sind. „Und von Seiten der Stadt bekommt man zu hören, dass die Unterlagen nicht mehr auffindbar sind“, sagt Helmut H. Er selbst wird derzeit zu einer Zahlung eines fünfstelligen Betrags aufgefordert. Den Bescheid bekam er vier Wochen vor Ostern mit einer Zahlungsfrist von vier Wochen.

Werner G. hat die gesamte Veranstaltung mitgefilmt, um den Ruf aus Schongau in Memmingen noch mehr publik zu machen. „Wir müssen uns wehren, und zwar alle zusammen. Denn gemeinsam sind wir stark“, rief Helmut H. den Schongauern zu.

Hans-Helmut Herold

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