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Streit mit Jagdpächter eskaliert: Frauen auf Gassirunde attackiert

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Von: Elke Robert

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Waldbesitzerverband
Im Wald bei Schongau sind zwei Frauen von einem Jagdpächter attackiert worden. (Symbolbild) © Nicolas Armer/dpa

„Ich fühle mich maximal bedroht“: Beim Schwammerlsuchen sind offenbar zwei Schongauerinnen angegriffen worden. Wie sie berichten, eskalierte ein Streit mit einem Jagdpächter, der eine der beiden Frauen umgestoßen habe. Die Polizei bestätigt den Vorfall, es gebe aber widersprüchliche Aussagen.

Schongau – Auch einen Tag nach dem Vorfall in einem Wald im Schongauer Umland sind die beiden Frauen noch völlig schockiert. Die Schongauerinnen Angela Calapa und Sabine Wölfel berichten unserer Redaktion von einem tätlichen Angriff und der verbalen wie körperlichen Attacke eines Jagdpächters, was sich so nicht noch einmal wiederholen dürfe.

Was war geschehen? Beim gemeinsamen Schwammerlsuchen im Wald sei plötzlich ein Jagdhund auf die Lichtung gelaufen – ohne Leine. „Und er ist sofort unsere Hunde angegangen“, so Calapa. Beide Damen, die ihrerseits jeweils eine große Dogge an einer kurzen, um den Körper gelegten Leine mit sich führten, hatten Mühe, ihre Tiere zu beruhigen. „Die Hunde sind gut erzogen, aber waren dadurch natürlich in der Verteidigung; ich wurde zu Boden geschleudert“, berichtet Wölfel.

Jagdpächter soll eine der Frauen zu Boden geworfen haben

Vom Hundebesitzer hörte man wohl zunächst nur ein Pfeifen und Rufen, dann sei er persönlich aufgetaucht und habe die beiden Frauen sofort angeschrien. „Er hat uns beschimpft, wir sollen abhauen, wir hätten hier nichts zu suchen und auch angeblich Hausverbot, denn es sei seine Jagd“, berichtet Calapa. Angeblich habe er das Recht, sie aus dem Waldstück zu vertreiben.

Calapa half ihrer Freundin auf, übergab ihr ihren Hund und den Schwammerlkorb und wandte sich direkt an den Mann, um die Lage zu klären. „Er hat nur gebrüllt und mich mit den übelsten Schimpfworten und Namen überzogen“, so die Schongauerin. „Als ich mit dem Finger auf ihn deutete, hat er Anlauf genommen und mich voll auf den Boden geschleudert.“ Da Calapa den Angriff nicht erwartet hatte, sei sie nach hinten gefallen, ohne die Chance, sich abstützen zu können, landete mit dem Arm unter dem Körper am Boden, verdrehte sich die Schulter. „Mein Kopf ist voll auf den Boden geknallt“, so Calapa. Glücklicherweise sei der Boden der Lichtung weich gewesen.

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Was beide Frauen aufwühlt, ist der Satz des Mannes, der danach gefolgt sein muss: „Pass auf, dass ich dich nie alleine erwische“, soll er zu Calapa gesagt haben. „Wenn er so eskaliert, weil sein Hund ihm nicht gehorcht, da fühle ich mich maximal bedroht, dass er mich erschießt“, so die Schongauerin. Schließlich sei er nach eigenen Aussagen Jagdpächter und habe womöglich auch ein Gewehr.

Beide Frauen berichten übereinstimmend, dass sie dem Mann tatsächlich schon begegnet seien. Dieser fahre am Wochenende in dem betreffenden Waldstück alle Wege ab, patrouilliere dort regelrecht und spreche auch immer wieder Leute an. Schon einmal sei er wie von einer Tarantel gestochen auf Calapa zugerannt und habe ein völlig widersinniges Betretungsverbot ausgesprochen, oder besser ein solches gebrüllt. Wölfel bestätigt das Verhalten des Mannes. „Diese Aggressivität ist nicht normal, man muss doch vernünftig mit einem Menschen reden können.“

Frauen wandten sich an Polizei. Die spricht von „widersprüchlichen Angaben“

Auch die unflätige Wortwahl des Mannes regt die beiden Damen extrem auf. „Ich muss mich nicht als Drecksau und Hure bezeichnen lassen, nur weil ich Schwammerl sammele“, so Calapa. „Wir wollen dem Typen das Handwerk legen“, begründet sie, warum sie sich an die Heimatzeitung gewandt hat. „Er hat mich bedroht und ich nehme an, dass er eine Waffe hat.“

Nach dem Vorfall im Wald hatte sich Calapa zunächst ärztlich untersuchen lassen, dann wandten sich beide Frauen an die Polizei. Gegen den Jagdpächter wurde Anzeige erstattet wegen Körperverletzung, Bedrohung und Beleidigung. Toni Müller, Vizechef bei der Schongauer Polizei, bestätigt dies, polizeiliche Ermittlungen seien eingeleitet. Müller ist aber vorsichtig bei der Einschätzung des Vorfalls. „Es gibt widersprüchliche Angaben zum Thema“, betont er, auch seien noch nicht alle Zeugen gehört. „Die Hintergründe sind noch nicht vollständig geklärt.“

Müller berichtet weiter, dass der Mann nun seinerseits Anzeige erstattet habe, und zwar genau mit den gleichen Vorwürfen Körperverletzung, Bedrohung und Beleidigung. Die Heimatzeitung hätte gerne auch die Sicht des Streitgegners dargestellt, dieser hat ein Gespräch jedoch abgelehnt.

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