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Die Warteschlange vor der Kasse zieht sich bis zum Ladenende des Schreibwarenladens Seitz in Schongau-West. Einige Besucher drehten wieder um und verschoben ihren Einkauf auf eine spätere Zeit.

Zum Schulbeginn

Stress beim Schuleinkauf

Der erste Schultag ist vorbei und im Schongauer Schreibwarenladen Seitz herrscht wildes Gedränge. Dies ist zu Schulbeginn üblich, weshalb das gesamte Team im Einsatz ist. Egal ob in der Verwaltung, im Lager oder im Geschäft selbst, alle Mitarbeiter geben ihr bestes.

Schongau – Ab zwölf Uhr füllt sich der Schreibwarenladen in Schongau-West zunehmend. Immer mehr Leute betreten das Geschäft auf der Suche nach den passenden Schulmaterialien. Innerhalb weniger Minuten ist das Geschäft voll. Mit einer Liste in der Hand stürzen sich die Schulkinder mit ihren Eltern in das Getümmel.

Schnell bilden sich Kreise um die zuständigen Fachkräfte. „Können sie mir helfen?“ oder „Wo finde ich das karierte DIN A4 Heft mit weißem Rand?“ sind nur zwei von vielen Fragen, die auf sie zukommen. Doch die Schulexperten, so steht es auf der Rückseite ihrer Arbeitskleidung, sind gut vorbereitet und stehen ihren Kunden zur Seite. Nach wenigen Sekunden haben die Verkäuferinnen das gesuchte Material in der Hand und fragen freundlich: „Darf es sonst noch etwas sein?“

Die Siebtklässlerin Paula Schindele aus Altenstadt nimmt das dagegen selbst in die Hand. Direkt nach Schulschluss fährt sie zusammen mit ihrer Oma nach Schongau-West, um die aufgeschriebenen Dinge zu besorgen. „In meinem Hausaufgabenheft habe ich notiert, welche Hefte und Umschläge ich kaufen muss. Jeder Lehrer hat dabei seine eigenen Vorstellungen.“ Die Gymnasiastin hat ihr Material im Nu zusammen, sodass ihre Oma nur den Einkaufskorb halten muss und sie sich schließlich am Ende der Warteschlange anstellen können.

Während für die beiden das Suchen beendet ist, stecken andere noch mittendrin. Im Geschäft herrscht eine laute Geräuschkulisse, in der häufig Sätze wie „Was meint man denn eigentlich genau damit?“ oder „Wo gibt es das denn überhaupt?“ zu hören sind.

Stück für Stück wird die Liste mit den nötigen Schulmaterialien zusammen abgearbeitet.

„Der Stress zieht sich durch die komplette Woche, doch am ersten Schultag ist es mit Abstand am schlimmsten“, berichtet Robert Seitz aus eigener Erfahrung. Dabei unterscheidet der Geschäftsinhaber zwischen zwei verschiedenen Gruppen: „Die Grundschüler bekommen ihre Liste mit den Schulmaterialien meist schon vor dem ersten Schultag und kaufen die nötigen Sachen somit schon früher ein.“ Kinder, die eine weiterführende Schule besuchen, erfahren erst an ihrem ersten Tag, welche Dinge sie für den Unterricht benötigen. „Sie haben also nicht die Möglichkeit, die Sachen im voraus zu besorgen“, so Seitz.

Nach einer Wartezeit von 15 Minuten gelangen Paula Schindele und ihre Oma schließlich an der Kasse an und können die nötigen Schulsachen bezahlen. „Es ist in Ordnung, dass wir eine Viertelstunde anstehen mussten. Damit muss man am Schulanfang einfach rechnen“, sind sich die beiden einig. Viele Besucher wurden bei ihrer Ankunft von dieser Warteschlange abgeschreckt und entschieden sich dazu ihren Einkauf auf einen späteren Zeitpunkt zu verschieben, in der Hoffnung darauf, einen ruhigeren Augenblick zu erwischen.

Um 12.45 Uhr leert sich der Schreibwarenladen und es kehrt allmählich wieder Ruhe ein. Die hektisch herrschende Stimmung schwindet ganz plötzlich. Nun beginnen die Verkäuferinnen damit, die Regale mit neuen Heften, Blöcken, Umschlägen und Stiften zu füllen. Sie müssen die besucherfreie Zeit nutzen, denn der nächste Ansturm lässt nicht lange auf sich warten, was der spätere Nachmittag bestätigte.

Miriam Schäfer

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