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Das vorerst letzte schwere Betonteil wurde am vergangenen Freitag mit dem Spezialkran abgehoben.

UPM-Mühlkanalbrücke

Brücke zu, Strom weg

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Die Anwohner der Peitinger Straße in Schongau sind schöng langsam mit den Nerven am Ende. Zu den Belastungen durch die Baustelle am Mühlkanal hat sich gestern noch ein mehrstündiger Stromausfall gesellt. Behinderungen gibt es obendrein wieder für die Autofahrer.

Schongau – „Die brauchen sich gar nicht entschuldigen, Entschuldigungen nehmen wir nicht mehr an, ich habe genug von dieser zugeschissenen Straße.“ Werner Geretzhuber war gestern außer sich vor Wut. Der Schongauer wohnt an der Peitinger Straße und klagt seit Monaten über Lärm und Staus von und vor der Baustelle am Mühlkanal. Dazu gesellte sich gestern noch ein weiteres Ärgernis: Als bei den Anliegern das Mittagessen auf dem Herd brutzelte, war gegen 11.30 Uhr plötzlich der Strom weg. Die Lechwerke (LEW) bekamen das Problem bis in die Nachmittagsstunden nicht in den Griff.

Nach Angaben von LEW-Sprecher Ingo Butters war seit dem Morgen an einem 20 000-Volt-Kabel gearbeitet worden, das einen Defekt am Mantel hatte. Als Ersatzversorgung für die Anwohner sollte ein Stromaggregat dienen, von dem allerdings „irgendein Verbraucher“ zu viel Strom abzog. Das Aggregat musste vom Netz. Zunächst lag der Verdacht nahe, dass die Baustelle zu viel Strom abzweigte, das war laut Butters aber nicht der Fall. Die Anwohner nördlich der Peitinger Straße mussten warten, bis eine Ersatzversorgung über andere Kabel aufgebaut war. Erst um 14.45 Uhr hatten sie wieder Strom. LEW-Sprecher Butters bedauerte das sehr. Anwohner Geretzhuber war derweil der Appetit aufs Mittagessen vergangen.

Unterdessen staute sich vor seiner Haustür wieder der Verkehr. Denn die Freude über die freie Fahrt zwischen Peiting und Schongau währte nicht lang, gestern lief der Verkehr wieder per Ampelschaltung nur einspurig über die Behelfsbrücke. Staus blieben nicht aus.

Das wird nach Angaben des Bauleiters vor Ort in den kommenden zwei Wochen wieder häufiger der Fall sein, „weil wir den Platz brauchen“, sagt er. Demnach müssen sich die Autofahrer darauf einstellen, dass fürs Erste etwa jeden zweiten Tag zwischen 8 und 16 Uhr nur eine Fahrspur zwischen Peiting und Schongau zur Verfügung steht. Zumindest im frühmorgendlichen und abendlichen Berufsverkehr sind aber beide Fahrbahnen offen.

Bekanntlich war das zuletzt nicht der Fall, weil tonnenschwere Brückenteile geborgen werden mussten und ein Spezial-Kran die Zufahrt über das bestehende Bauwerk versperrte. Das ging schneller gedacht als geplant. Schon am Freitag waren die Teile geborgen und der Kran wieder abgebaut.

Die Anwohner der Peitinger Straße haben indes genug von Lärm, Staus und Behinderungen. Am heutigen Mittwoch wollen sie sich mit dem Landtagsabgeordneten Harald Kühn (CSU) treffen, der zur Sprechstunde ins Schongauer Rathaus kommt, und ihm ihre Beschwerden vortragen.

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