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Ein Baum war im Paradeis auf ein Auto gestürzt, die Freiwillige Feuerwehr Weilheim war mitten in der Nacht zum Dienstag im Einsatz. 
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Rund eine Stunde dauerte es, bis das Fahrzeug freigeschnitten war.
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Der Stadtbach drohte, über die Ufer zu treten, weswegen ein Sandsackverbau errichtet wurde.
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Die Starkregenfälle am Montag sorgten für Probleme. 
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Mit schwerem Gerät räumte die Peitinger Feuerwehr den Baum von der Straße, mit dem ein Autofahrer  zwischen Langenried und Öd kollidiert war.
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Die Unterführung der B17 in Hohenfurch ist wegen Hochwasser gesperrt. 

Katastrophenwarnung ausgelöst

Sturmtief Petra fegt über den Landkreis Weilheim-Schongau - Bäume stürzen um, Bach droht über Ufer zu treten

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Das Sturmtief, das in der Nacht zum Dienstag über den Landkreis fegte, sorgte für reichlich Arbeit bei den Freiwilligen Feuerwehren im Landkreis Weilheim-Schongau.

Update, 4. Fabruar, 14.20 Uhr:

Die Züge auf der Strecke Garmisch-München fahren wieder. 

Update, 4. Februar, 14 Uhr:

Unruhige Stunden hat das Sturmtief Petra den Feuerwehren im Altlandkreis Weilheim beschert, wie der Leiter der Kreisbrandinspektion,  Kreisbrandrat Rüdiger Sobotta, berichtet: „Wir hatten von Montagmorgen um 3.50 Uhr bis Dienstagmorgen um ungefähr 7 Uhr insgesamt 33 Einsätze wegen des Unwetters.“ Dabei waren die Einsätze „querbeet über den Landkreis verteilt“, wie Sobotta sagt. Unter anderem Bernried, Weilheim, Oberhausen, Huglfing und Wessobrunn seien betroffen gewesen. „Zum Teil sind Bäume auf Straßen und Gehwege gefallen, zum Teil hieß es ,Wasser im Gebäude‘“, berichtet der Kreisbrandrat. 

Einen Großteil der Einsätze gab es laut Sobotta in der Nacht auf Dienstag. Es sei aber nicht so gewesen, dass die Feuerwehren rund um die Uhr mit dem Unwetter beschäftigt waren. „Es waren zwei bis drei Phasen“, sagt Sobotta. 

Update, 4. Februar um 12.30 Uhr:

Auch im Altlandkreis Schongau hat der Sturm die Rettungskräfte in der vergangenen Nacht auf Trab gehalten. Die Feuerwehr Peiting war gleich an drei Orten gleichzeitig gefordert.

Gegen 6.30 Uhr prallte ein 35-jähriger Peitinger mit seinem Auto auf der Verbindungsstraße zwischen Langenried und Öd gegen einen umgestürzten Baum. Der Fahrer hatte laut Polizei Glück im Unglück, er blieb unverletzt. Der Sachschaden am  Wagen beläuft sich auf rund 3500 Euro. Die Männer der Peitinger Wehr räumten den Baum von der Straße.

Mit schwerem Gerät räumte die Peitinger Feuerwehr den Baum von der Straße, mit dem ein Autofahrer  zwischen Langenried und Öd kollidiert war.

Währenddessen rückte ein weiterer Trupp der Peitinger Feuerwehr in Richtung Grabhof aus, wo laut Kommandant Klaus Straub ebenfalls ein Baum auf die Straße gestürzt war.

Deutlich mehr zu tun gab es am dritten Einsatzort auf der Staatsstraße 2014 zwischen Herzogsägmühle und Birkland. Gleich mehrere Bäume waren der Macht des Sturms nicht gewachsen und auf die Fahrbahn gestürzt. Die Straße musste für die Aufräumarbeiten komplett für den Verkehr gesperrt werden.

Böen bis 122 Stundenkilometer in Altenstadt gemessen

Auch in Altenstadt bescherte der Sturm der örtlichen Feuerwehr eine kurze Nacht. Böen bis zu 122 Stundenkilometern fegten in den Morgenstunden über die Gemeinde hinweg und sorgten dafür, dass ein Baum auf die Alpenstraße stürzte. Binnen einer halben Stunde gelang es den Einsatzkräften, das Hindernis zu entfernen.

Ruhig blieb die Nacht dagegen in Schongau. „Wir hatten zum Glück keine Einsätze“, konnte Schongaus Feuerwehr-Kommandant Werner Berchtold am Dienstagmorgen Entwarnung geben. 

Überflutete Unterführung sorgt in Hohenfurch für Ärger

Nicht der Sturm, sondern der heftige Regen hatte für die Schulkinder in Hohenfurch am Morgen unangenehme Folgen. Die Unterführung der Bundesstraße war überflutet und wurde deshalb von der Gemeinde gesperrt. 

„Da werden einfach zwei Sperrschilder aufgestellt und das war‘s”, ärgerte sich ein besorgter Großvater. Die Gemeinde mache es sich da zu einfach, kritisierte er. „Die Kinder müssen sich dann ihren Weg über die B17 selbst suchen.“ Eine gefährliche Angelegenheit angesichts des vielen Verkehrs. Manche Kinder würden auch über die Ufermauer in der Unterführung balancieren, um trockenen Fußes auf die andere Seite zu gelangen. “Wenn da einer ausrutscht und ins Wasser fällt, ertrinkt er.”

Die Unterführung der B17 in Hohenfurch ist wegen Hochwasser gesperrt. 

Bürgermeister Guntram Vogelsgesang kann den Unmut verstehen. Zwar gebe es nördlich noch eine weitere Unterführung, die im Fall einer Sperrung sicher benutzt werden könne. Der Rathauschef weiß allerdings auch: „Wer mal an der Unterführung im Ort ist, läuft nicht bis dahin.“ Das Problem: In der Unterführung gibt es laut Bürgermeister einen Ablauf, der dafür sorgt, dass Regenwasser in die Schönach läuft. Steigt der Pegel des Bachs allerdings an wie jetzt, läuft das Wasser von der Schönach in die Unterführung. 

Ausbaggern der Schönach geplant

Die Gemeinde arbeitet laut Vogelsgesang bereits seit längerem an einer Lösung. Um eine Überflutung künftig zu verhindern, soll die Schönach ausgebaggert werden. Werde der über den Lauf der Zeit angeschwemmte Kies entfernt, gebe es wieder mehr Raum für das Wasser, erklärt der Bürgermeister. Anfang Januar habe es deshalb bereits einen Ortstermin gegeben. Sowohl Landratsamt als auch untere Naturschutzbehörde hätten keine Einwände gegen das Vorgehen gehabt. 

Dass bislang dennoch nichts passiert ist, liegt laut Vogelsgesang am Fischereigesetz, das eine derartige Maßnahme eigentlich nur in den Sommermonaten erlaube. „Wir haben deshalb eine Ausnahmegenehmigung beantragt, leider hat die zuständige Stelle der Regierung von Oberbayern bislang nicht geantwortet“, ärgert sich der Rathauschef. 

Erstmeldung:

Weilheim - Um 3.20 Uhr wurden die Kameraden der Freiwilligen Feuerwehr Weilheim nach eigenen Angaben unsanft durch den Funkmelder aus dem Schlaf gerissen. „Da waren die Sturmböen schon nicht mehr zu überhören“, schrieben sie im Anschluss an ihre Einsätze auf ihrer Facebookseite. 

Der erste Einsatz hieß „Baum auf Pkw“. Im Paradeis in Weilheim war ein Baum umgestürzt und hatte einen Skoda unter sich begraben. Sechs Feuerwehrleute waren mit zwei Einsatzfahrzeugen ausgerückt und waren rund eine Stunde mit ihren Motorsägen damit beschäftigt, bis das demolierte Auto wieder freigeschnitten war.

Der Stadtbach drohte, über die Ufer zu treten, weswegen ein Sandsackverbau errichtet wurde.

Dann ging es wieder zurück ins Bett, das sie in dieser Nacht wohl kaum gesehen hatten. Denn bereits am Vorabend war der Pegel des Stadtbaches aufgrund der andauernden Starkregenfälle am Montag derart angestiegen, dass die Freiwillige Feuerwehr Weilheim alarmiert wurde. An einem Grundstück im Bereich des Stadtbaches wurde ein Sandsackverbau gesetzt, um zur verhindern, dass angrenzende Grundstücke überflutet werden. „Wir hoffen, dass sich die Lage zeitnah entstpannt“, berichtete die Feuerwehr am Dienstagmorgen weiter. 

Behinderungen im Bahnverkehr gemeldet

Pendler berichten, dass das Sturmtief auch für zahlreiche Behinderungen im Bahnverkehr gesorgt hat. 

Aufgrund eines Baumes in der Oberleitung ist der Streckenabschnitt Huglfing - Uffing am Staffelsee derzeit weiterhin gesperrt. Die Züge aus Richtung München verkehren bis Huglfing und enden dort vorzeitig. Die Züge aus Richtung Garmisch-Partenkirchen verkehren bis Uffing am Staffelsee und enden dort, wie die Deutsche Bahn auf ihrer Webseite informiert.Ein Schienenersatzverkehr mit Bus ist zwischen Huglfing und Uffing am Staffelsee eingerichtet, heißt es weiter.

Auch in Richtung München kommt es dem Vernehmen nach zu Behinderungen auf der Strecke Weilheim-Tutzing-München. Ein Pendler wurde über Geltendorf umgeleitet, wie er gegenüber der Heimatzeitung berichtete. Die Bahn teilt dazu offiziell noch nichts mit. 

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Auch im Rest von Oberbayern kommt es durch Sturm und Regen zu massiven Behinderungen.

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