1. Startseite
  2. Lokales
  3. Schongau
  4. Schongau

Strafzettel und Kameraüberwachung: Supermärkte im Landkreis gehen gegen Fremdparker vor

Erstellt:

Von: Jörg von Rohland

Kommentare

Auf dem Kundenparkplatz des Rewe-Markts in Hohenfurch gab es immer wieder Ärger, weil Pendler ihre Autos darauf abgestellt hatten.
Auf dem Kundenparkplatz des Rewe-Markts in Hohenfurch gab es immer wieder Ärger, weil Pendler ihre Autos darauf abgestellt hatten. © Hans-Helmut Herold

Fremdparker, die ihre Autos an Supermärkten abstellen und die Kundenstellplätze blockieren, sind den Betreibern der Märkte oft ein Dorn im Auge. Das Problem gibt es nicht nur in den Städten. Auch im Landkreis Weilheim-Schongau werden vereinzelt bereits Strafzettel verteilt: zum Beispiel beim Rewe-Markt in Hohenfurch.

Landkreis – Als Renate Münzer jüngst im Hohenfurcher Rewe-Markt einkaufen war und zu ihrem Wagen zurückkehrte, war ihr Ärger groß. 25 Euro sollte die Burggenerin bezahlen, weil sie keine Parkscheibe in ihr Auto gelegt hatte. Statt sich gleich bei der Marktleitung zu beschweren, steckte Münzer den Strafzettel allerdings ein und fuhr nach Hause.

Das bemängelt die Rewe-Pressestelle dann auch auf Anfrage. „Hätte die Kundin sich direkt an die Marktleitung gewandt, ihren Einkaufsbon vorgezeigt, wäre das Problem schon längst gelöst“, meint Sprecherin Ursula Egger auf Anfrage. Sie betont: „Die Parkplatzüberwachung ist eine Maßnahme für unsere Kunden und nicht gegen sie.“

Der Kundenparkplatz des Markts in Hohenfurch sei von immer mehr Menschen als Pendlerparkplatz genutzt worden. Kunden fiel es laut Egger zunehmend schwer, einen Parkplatz zu finden. „Es gab massive Beschwerden seitens dieser Kunden“, berichtet die Sprecherin. „Deshalb sahen wir uns dort gezwungen, vor einem Jahr eine Parkscheibenregelung einzuführen.“ Die Rewe-Märkte in Hohenfurch und in Weilheim am Narbonner Ring sind nach Angaben der Sprecherin die einzigen Märkte der Supermarktkette im Landkreis, die darauf zurückgreifen müssen.

Damit ist Rewe zumindest in der Kreisstadt nicht allein. Nach Angaben einer Mitarbeiterin behält auch der Edeka-Markt an der Münchner Straße in Weilheim seinen Parkplatz genau im Auge. Zum Einsatz kommt der Frau zufolge eine Video-Überwachung, die Autos und Kennzeichen erfasst: Wer seinen Wagen länger als eine Stunde abstellt, muss 20 Euro Strafe zahlen. „Ab und zu“ gebe es Beschwerden darüber, weiß die Angestellte. Der Ärger kann ihren Angaben nach aber vermieden werden: Wer länger als eine Stunde einkaufen wolle, könne an der Kasse sein Kennzeichen melden.

Jetzt wird der Parkplatz in Hohenfurch überwacht, bei Verstößen werden knapp 25 Euro fällig.
Jetzt wird der Parkplatz in Hohenfurch überwacht, bei Verstößen werden knapp 25 Euro fällig. © Hans-Helmut Herold

Auch der neue Feneberg-Markt in Steingaden an der Schongauer Straße bedient sich bei der Parküberwachung modernster Technik. Beim Ein- und Ausfahren auf und von dem Parkplatz werden die Kennzeichen der Autos aufgezeichnet. „Es funktioniert wunderbar“, freut sich Marktleiter Alexander Höcherl. Zwei Stunden Parkzeit sind seinen Angaben nach erlaubt, dazu kommen 15 Minuten „Kulanz“. Erst danach werden die „üblichen Strafsätze“ fällig, so Höcherl. Mindestens 20 Euro. Kundenbeschwerden sind dem Marktleiter noch keine bekannt. Lediglich von Handwerkern, die im Supermarkt gearbeitet hatten und ihre Autos länger als erlaubt parkten. Ihre Strafzettel könne er aber stornieren lassen, versichert der Marktleiter. Höcherl ist sehr froh, dass es beim neuen Feneberg in Steingaden jetzt eine Parküberwachung gibt. Denn am alten Standort habe es „massive Probleme mit Dauerparkern gegeben“, erinnert er sich.

Andere Supermärkte im Landkreis verzichten derweil noch komplett auf eine Überwachung. Der Edeka an der Oderdinger Straße in Weilheim zum Beispiel: „ Wir sind recht abgeschieden am Rand der Stadt und haben viele Parkmöglichkeiten“, sagt der dortige Filialleiter. In der Regel gebe es keine Probleme. „Eine Parkscheibe braucht man bei uns nicht.“ Wenn doch mal ein Auto über mehrer Tage einen Parkplatz belege, „hängen wir eine kleine Erinnerung an die Windschutzscheibe“.

Ähnlich stellt sich die Lage an den Edeka-Märkten in Penzberg dar: Man sollte zwar schon eine Parkscheibe ins Auto legen, sagt der Leiter des Markts an der Henlestraße. „Aber wir sind fast nicht betroffen“, fügt er hinzu. Gleiches gilt für den Edeka an der Schöneberger Straße in Penzberg: Es seien zwar Schilder aufgestellt worden, die die Parkzeit beschränken, „aber das überwacht keiner“, heißt es von dort.

Beim Rewe-Markt in Peiting ist man sogar überrascht von den Strafzetteln bei den Kollegen in Hohenfurch. So etwas habe sie noch nicht erlebt, sagt Sabine Hess, die den Rewe-Markt in Peiting als selbstständige Kauffrau betreibt. „Die Leute können gerne zu uns zum Einkaufen kommen“, sagt sie. „Wenn bei uns jemand ein paar Stunden steht, ist das in der Regel kein Problem“, fügt Hess hinzu. Langzeitparker, darunter oft auch Lkw, weist sie aber schon darauf hin, dass der Rewe-Parkplatz kein öffentlicher Parkraum sei.

Noch mehr aktuelle Nachrichten aus der Region rund um Schongau finden Sie auf Merkur.de/Schongau.

Auch interessant

Kommentare