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Der Hang am Lechberg muss aufwändig stabilisiert werden, ehe die Straße wieder hergerichtet wird.

Lechberg in Schongau

Teure Sanierung: 38 Meter Straße für 586 000 Euro

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Nachdem die Planung angepasst wurde, kann die Sanierung des Schongauer Lechbergs starten – nächste Woche soll die Ausschreibung rausgehen, nach Ostern könnte es bereits losgehen. Das Thema Kosten spielte in der Debatte des Bauausschusses eine große Rolle.

Schongau – Mitte Dezember hatte Holger Theisen die Pläne erstmals vorgestellt, wie durch Risse und Setzungen beschädigte Straße in dem instabilen Hang wieder hergerichtet werden kann. Die Stadträte hatten sich damals auf eine Variante mit Großkopfbohrpfählen mit einem enormen Durchmesser von 62 Zentimetern entschieden, die 11,25 Meter lang sind und im besonders gefährdeten 34 Meter langen Bereich zwischen Straße und Hang alle 1,5 Meter in den Boden gerammt werden. „Wir mussten die Länge sogar noch auf 38,5 Meter ausweiten“, sagte Theisen jetzt. Bei der Detailplanung habe sich zudem herausgestellt, dass man von zwei Grundstücksbesitzern kleine Streifen von insgesamt vier Quadratmetern Größe brauche. Er hofft, dass es eine unproblematische Lösung gibt. „Denn wenn die dem Grundstücksabtritt nicht zustimmen, müsste man die Fahrbahn verengen, was ich nur sehr ungern machen würde“, so Theisen.

Die enge Kurve hoch zum Lechberg soll entschärft werden, auch die Mini-Verkehrsinsel wird größer.

Unkomplizierter war der im Dezember von Michael Eberle (CSU) geäußerte Wunsch, die steile Kurve von der Bahnhofstraße zum Lechberg zu entschärfen. Denn die zusätzlichen 70 Zentimeter, die dafür gebraucht werden, liegen auf städtischem Grund. „Damit wird die Situation deutlich besser“, so Theisen. Auch die vor allem bei Schülern beliebte Querung soll breiter und barrierefrei, die jetzige Mini-Verkehrsinsel deutlich größer werden. „Die Situation ist dort mit den vielen Straßen sehr unübersichtlich, ein richtiges Kuddelmuddel“, hatte Theisen bei Ortsterminen treffend festgestellt. Und schließlich muss für den Gehweg Richtung Lech in diesem Bereich ebenfalls die Hangkante vor einem Abrutschen auf 46 Metern Länge mit Winkelsteinen gesichert werden.

Die Ausschreibung ist bereits vorbereitet und kann nächste Woche starten, schon nach Ostern könnten die insgesamt dreimonatigen Arbeiten starten. Drei Wochen muss die wichtige Straßenverbindung zur Altstadt komplett gesperrt werden, die restliche Zeit wäre laut Theisen eine Ampelschaltung oder die Freigabe nur in eine Fahrtrichtung möglich. Wichtig für Fußgänger: Für sie ist der Lechberg die komplette Bauzeit tabu. Die Kosten, die Theisen Mitte Dezember noch auf 566 000 Euro beziffert hatte, sind bereits jetzt wegen der längeren Bohrpfahl-Strecke und des zusätzlichen Verkehrsinsel-Ausbaus auf 586 000 Euro gestiegen.

Das Geld war auch in der folgenden Diskussion, bei der die Entschärfung der Kurve und die bessere Querung gelobt wurden, das dominante Thema. „Das ist schon sehr viel Geld für 38 Meter Straße“, sagte Friedrich Zeller (SPD) – in diesem Fall sei die charmante Höhenlage der Stadt eine Last. „Das ist schon ein Kraftakt für uns.“ Auch Eberle hoffte, dass es zu keinen Kostenmehrungen kommt, doch da warnte Theisen vor zu viel Optimismus. „Natürlich ist das viel Geld für ein Stück Straße, aber wir hatten innerhalb eines Jahres Preissteigerungen am Bau von 30 Prozent, und das Ende der Fahnenstange ist nicht abzusehen.“ Man arbeite nach bestem Wissen und gewissen, „aber wir haben keine Glaskugel und hoffen, gute Firmen zu finden“.

Zum Schluss hatte Eberle noch eine ungewöhnliche Bitte: Er erinnerte an die Schongauer Fronleichnams-Wallfahrer, die bei ihrer Rückkehr traditionell über den Lechberg in die Altstadt ziehen. „Die brauchen den Lechberg, und den Segen der Wallfahrer kann die Stadt auch gut gebrauchen.“

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