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Die Wieskirche ist das touristische Schwergewicht im Landkreis und zieht die Massen an.

Folgen der Corona-Krise

Tourismus: 21 Millionen Euro Umsatz brechen im Landkreis Weilheim-Schongau weg

  • Andreas Baar
    vonAndreas Baar
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Die Corona-Krise hat den Tourismus im Pfaffenwinkel schwer getroffen. Der Tourismusverband legt erste Zahlen vor. Der Branche brachen allein im März und April circa 21 Millionen Euro an Umsatz weg. Ob die Verluste heuer aufgeholt werden können, ist jedoch fraglich.

Landkreis – Eigentlich war man beim Tourismusverband Pfaffenwinkel guter Dinge gewesen. Das vergangene Jahr war sehr gut gelaufen, 2020 sollte es so weitergehen. Doch dann kam Corona. „Das hat uns massiv getroffen“, sagt Geschäftsführerin Susanne Lengger. „Drei Monate hatten wir praktisch nichts.“

Bei der jüngsten Verbandsversammlung in Hohenpeißenberg legte die Verbandschefin erste Daten vor. Die Übernachtungszahlen sackten in der Corona-Hochphase im April (minus 79,7 Prozent) und Mai (minus 70,4) dramatisch ab. Noch gravierender sah es in beiden Monaten bei den Gästeankünften mit einem Minus von 91 Prozent und 81,4 Prozent aus. Es wurden Horrormonate. Allein im März und April musste die Branche im Pfaffenwinkel einen Umsatzausfall von satten 21 Millionen Euro verkraften. Diese Zahl hat das Deutsches Wirtschaftswissenschaftliches Institut für Fremdenverkehr in München errechnet.

Susanne Lengger, Geschäftsführerin

Ab Juni lief das Geschäft mit dem Urlaub langsam wieder an. „Wir haben eine ganz gute Belegung“, teilte die Verbandschefin den Vertretern der 27 Mitgliedskommunen mit. „Es läuft gut“, bekräftigt Lengger der Heimatzeitung. „Es geht wieder mit Buchungen los.“ Allerdings profitieren vom zarten Aufschwung derzeit lediglich Ferienwohnungen und Bauernhofangebote so richtig. Auch Radfahren brummt, wie zum Beispiel im Bereich Peißenberg dank des Ammer-Amper-Radwegs – was Wirte und Zimmeranbieter freut. Doch es bleiben Sorgenkinder. Die Hotelauslastung hält sich in Grenzen. Dieses Segment tut sich wegen der Hygieneauflagen schwer. Ein „Riesenproblem“ sind laut Lengger Tagungen, Hochzeiten und Busgruppen. „Ein Großteil ist abgesagt und auf nächstes Jahr verschoben.“ Das trifft neben der Hotellerie vor allem die Gastronomie.

Branche wird noch länger mit den Folgen der Krise leben müssen

Eines ist klar: Die Branche wird noch länger mit den Folgen der Krise und den Frühjahrsverlusten leben müssen. „Wir können nicht alles ab Juni aufholen“, machte Lengger in der Verbandsversammlung deutlich. Sie rechnet damit, dass das Corona-Thema präsent bleibt – auch für den Tourismus. „Die Unsicherheit kommt immer mal wieder hoch.“ Extreme Krankheitsereignisse wie rund um die Tönnies-Fleischfabriken wirken sich auch auf das Urlaubsverhalten aus.

Verband versucht, Auswüchse wie am Tegernsee zu vermeiden

Zum Aufschwung gehören die Tagesgäste, die seit den Lockerungen einen wahren Boom erleben. Nicht gerade zur Freude vieler Lokalpolitiker und Anwohner. „Das Ausflugsthema brennt“, mahnt denn auch Lengger. Beim Tourismusverband Pfaffenwinkel versucht man deshalb, Auswüchse wie am Tegernsee und Walchensee zu vermeiden. Über den neuen Internet-„Ausflugsticker“ des Verbands Tourismus Oberbayern München sollen Besucherströme mit Alternativtipps umgelenkt werden. Auch Gemeinden füttern den Service bereits – wie Iffeldorf, um seine Osterseen zu entlasten.

2019: Mehr als 800 000 Übernachtungen und über 216 000 Gäste

So schlecht 2020 angefangen hatte, so gut lief es mit dem Pfaffenwinkel-Urlaubsgeschäft 2019. „Es war ein sehr gutes touristisches Jahr“, bilanzierte Geschäftsführerin Susanne Lengger bei der Verbandsversammlung zufrieden.

Die Zahlen blieben relativ stabil. 814 528 Übernachtungen wurden gezählt. 216 766 Gästeankünfte gab es im vergangenen Jahr. Das ist zwar insgesamt gegenüber dem Vorjahr ein Minus (1,3 und 3,1 Prozent), allerdings habe es 2018 große Zuwächse gegeben, relativierte Lengger den leichten Rückgang. Im Schnitt blieb der Urlauber 3,8 Tage (Vorjahr 3,7). Allein 5,9 Millionen Tagesausflügler in den Pfaffenwinkel wurden 2019 gezählt. Tendenz steigend.

27 Mitgliedskommunen zählt der Tourismusverband Pfaffenwinkel – 26 aus dem Landkreis plus Bad Bayersoien (Garmisch-Partenkirchen). Spitzenreiter war 2019 wieder Bernried mit 281 772 Übernachtungen und 44 127 Gästeankünften – allerdings einschließlich Kurkliniken und Schulungsheime. Auf Platz zwei folgt erneut der Moorkurort Bad Bayersoien (103 352/19 545) ) vor Steingaden (85 074/26 797) und Seeshaupt (57 102/19 516). Zum Vergleich: Weilheim (24 169/11 660) und Schongau (25 256/12 614).

Großteil der Gäste kam 2019 aus Bayern

Der Großteil der Gäste kam 2019 mit etwa 50 Prozent weiterhin aus Bayern. Die wichtigsten Auslandsmärkte bei den Urlaubern waren Österreich (9743 Übernachtungen), Schweiz (8710) und Niederlande (5023).

Dass die Branche nach dem Corona-Schock auf die Beine kommt, ist wichtig. Denn der Tourismus spielt eine wichtige Rolle in der Region. Er spült viel Geld in die Kassen. Immerhin 208 Millionen Euro wurden 2019 nach Verbandsangaben an Bruttoumsätzen erzielt. Zu 50 Prozent profitiert das Gastgewerbe davon, jeweils zu etwa einem Viertel der Einzelhandel sowie Dienstleistungen.

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