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Bild aus besseren Tagen: Kristina Kuzminskaite hat sich gestern aus Schongau verabschiedet.

Musikschule Pfaffenwinkel 

Trauriger Abschied von einer Institution

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Kristina Kuzminskaite bricht alle Brücken ab. Die freigestellte Leiterin der Musikschule Pfaffenwinkel in Schongau hat sich gestern von ihren Schülern verabschiedet. Der Bitte, als Lehrerin im Haus weiterzuarbeiten, will sie nicht nachkommen. Eine Nachfolgerin steht bereit. Die Musikschule leiten wird in Zukunft Marcus Graf.

Schongau – Wie auch allen anderen Mitarbeitern in der Musikschule, war Erwin Krauthauf gestern die Betroffenheit anzumerken. Der Vorsitzende des Vereins der Musikschule Pfaffenwinkel hatte vergangene Woche die undankbare Aufgabe, Kristina Kuzminskaite die schlechte Nachricht zu überbringen: Die Schule wird ohne sie als Leiterin weitermachen (wir berichteten).

Die Gründe dafür, dass die Bad Bayersoienerin die Probezeit nicht bestanden hat, reichte Krauthauf nach einer Vorstandssitzung am Montag nach: Kuzminskaite habe nur das Ziel vor Augen gehabt, in kurzer Zeit möglichst viel zu verändern, sagt er unter anderem mit Blick auf ihre Bemühungen, mehr Mittel zu akquirieren, um die Lehrer besser bezahlen zu können. Die Musikschule in Schongau ist bekanntlich chronisch klamm, weil die meisten Gemeinden im Umkreis nicht bereit sind, sich finanziell am Betrieb zu beteiligen. Das wollte Kuzminskaite ändern. „Dafür ist dann der Tageskram nicht so gelaufen“, drückt es der Vorstandschef vorsichtig aus. Und: Kuzminskaite habe die Basis von Karl Höldrich zu wenig beachtet, sagt Krauthauf zu dem viel gelobten Erbe, das ihrVorgänger hinterlassen hatte. Höldrich leitet bekanntlich mittlerweile die Musikschule in Augsburg.

Der Vereinsvorsitzende sagt das alles im tiefen Ton des Bedauerns, denn er schätzt Kuzminskaite sehr. Sie schwebe zwei Stufen über allem und wolle „die ganze Welt mit Musik überziehen“. Nachdem sie von Krauthauf von ihrer Freistellung als Leiterin erfahren hatte, sei sie tief verletzt gewesen, sagt der Vorsitzende, der dennoch betont, „dass wir nicht im Unfrieden geschieden sind“. Sie wollte einfach nur weg, so groß sei ihre Enttäuschung. „Wir haben ihr noch zugeredet, wenigstens zum Arbeitsamt zu gehen“, berichtet Krauthauf. „Denn von außen her gesehen, waren wir der wichtigste Geldgeber.“

Kuzminskaite unterrichtete gestern noch ihre Schüler, danach nahm sie Abschied von der Schule und hinterließ ein tieftrauriges Kollegium. Wie schon vergangene Woche lehnte sie gestern eine Stellungnahme ab. Protest gab es derweil unter anderem aus Rottenbuch, wo die gebürtige Litauerin als Kirchenmusikerin im Pfarrverband St. Franz Xaver wirkt. „Etwas für Schongau und seine Musikszene sehr Kostbares ist verloren gegangen“, schreibt Leonhard Schuster für die Mitglieder des Kirchenchors in einem Leserbrief an die SN. Auch in Rottenbuch habe sie ein gut geführtes Haus übernommen „und hat es hervorragend weiterentwickelt“.

Das Haus in Schongau wird in Zukunft Marcus Graf leiten. Der bisherige Stellvertreter Kuzminskaites ist bereits kommissarisch eingesprungen. Nach Angaben des Vorstands wird er seine Unterrichtsstunden halbieren, damit er sich künftig mehr der Verwaltung der Musikschule widmen kann. „Vor einem halben Jahr war er noch nicht so weit“, sagt Krauthauf.

Nachfolgerin als Lehrerin wird nach Auskunft Krauthaufs voraussichtlich die bekannte Schongauer Sopranistin Anna Perwein. Die 28-Jährige hat am renommierten Salzburger Mozarteum studiert und lebte zuletzt in München. Sie ist Preisträgerin beim Landeswettbewerb „Jugend musiziert“. Überdies erreichte sie zweimal das Finale im Bundeswettbewerb für Gesang in Berlin und wurde mit dem 3. Preis beim internationalen Mozartwettbewerb in Prag ausgezeichnet.

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