Ralf Konstantin TSV-Präsident
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Ralf Konstantin TSV-Präsident

Debatte um Beitragshöhe

TSV Schongau: Fehlende Sportmöglichkeiten lassen Mitgliederzahlen schrumpfen

Bislang hat sich der TSV Schongau gegen eine Beitragssenkung entschieden. Vorstand Ralf Konstantin erklärt die Gründe, mit denen sich auch die Delegiertenversammlung noch einmal auseinandersetzen will.

Schongau – Im Herbst letzten Jahres verkündete der TSV Peiting, dass er aufgrund der coronabedingten Schließung der Sportstätten und der fehlenden Trainings- und Wettkampfmöglichkeiten für das laufende Jahr 2021 von seinen Mitgliedern nur den halben Beitrag verlangt. Die Begeisterung über diese Entscheidung hielt sich bei den benachbarten Großvereinen in Grenzen, da sie befürchteten, dass dadurch Begehrlichkeiten auch in ihren Vereinen geweckt werden würden.

Der TSV Schongau reagierte auf die Nachfragen bezüglich einer Beitragsreduzierung mit einem Schreiben an seine Mitglieder. „Die Situation beim TSV Schongau kann in keiner Weise mit dem TSV Peiting verglichen werden. Die beiden wichtigsten Unterschiede sind, dass wir für fast alle Sportstätten Nutzungsgebühren oder Instandhaltungskosten tragen müssen und die lizenzierten Übungsleiter eine Aufwandsentschädigung direkt vom Hauptverein erhalten. Allein diese beiden Positionen machen fast 70 Prozent unserer jährlichen Ausgaben aus“, teilte Schongaus Sportlerchef Ralf Konstantin seinen Mitgliedern mit.

Delegiertenversammlung soll sich mit Beitragsreduzierung beschäftigen

Weiter schreibt er, dass sein Verein seit Ende 2019 große Anstrengungen unternommen hat, um die laufenden Kosten zu senken, um einen größeren finanziellen Spielraum zu bekommen. Dazu gehören der Wechsel der Stromanbieter sowie Vereinbarungen mit der Stadt und der Sparkasse Oberland über Kosten- oder Gebührensenkungen. „Trotzdem ist es so, dass es uns aus kaufmännischer Sicht derzeit nicht möglich ist, eine fundierte Beurteilung hinsichtlich einer Ermäßigung der Mitgliedsbeiträge zu treffen“, bat Konstantin gleichzeitig um Geduld.

Der TSV Schongau will die Entwicklung der ersten Monate des Jahres 2021 abwarten und das Thema dann bei der Delegiertenversammlung auf die Tagesordnung nehmen. Letzteres Vereinsorgan ist laut Satzung auch ausschließlich für die Festsetzung der Beiträge zuständig. „Der Vorstand oder der Vereinsausschuss dürfen diesen Sachverhalt nicht entscheiden“, stellte Konstantin klar.

TSV Schongau: Fehlende Neumitglieder wegen Corona

Was den Sportbetrieb angeht, hofft er nach dem Ende des Lockdown, der aktuell bekanntlich bis in den März verlängert wurde, schnellstmöglich wieder einen Trainingsbetrieb für die Kinder und Jugendlichen anbieten zu können. „Im Anschluss werden die Abteilungen ihr Bestes geben, um den gesamten Sportbetrieb wieder aufzunehmen“, versprach der Präsident des TSV Schongau.

Das fehlende Sportangebot in der Lechstadt machte sich indessen schon in den Mitgliederzahlen beim TSV bemerkbar. Konstantin rechnet mit einem Rückgang im abgelaufenen Jahr von etwa 300. Das lag aber nicht an den Austritten, die sich mit 294 in etwa auf Vorjahresniveau (271) bewegten. „Uns fehlen rund 300 Neumitglieder, die wir sonst bisher fast in jedem Jahr hatten“, meint der TSV-Präsident zum Mitgliederschwund von etwa 12 Prozent auf rund 2200. „Diesen Rückgang hätte ich erst mittelfristig erwartet“, zeigte sich Konstantin von dieser unerfreulichen Entwicklung durchaus überrascht.

VON ROLAND HALMEL

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