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Sollen Bäume an der Stadtmauer weichen oder bleiben?

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Die zwei Kastanien rechts waren einst Schattenspender am Sonnengraben in Schongau - bis sie gefällt wurden. © Archiv

Was wollen die Schongauer? Eine freie Sicht auf die Stadtmauer, was voraussetzt, dass weitere Bäume gefällt werden müssen, oder eine Stadtmauer, die in Grün eingebettet ist? Mit einer Umfrage will Schongaus Umweltreferentin Bettina Buresch jetzt das Stimmungsbild in der Bevölkerung erkunden.

Schongau – „Diese Umfrage ist kein Bürgerbegehren!“ Das stellt Bettina Buresch gleich von vorneherein klar. Sie sieht in dieser Unterschriftenaktion mehr eine Orientierungshilfe für das weitere Vorgehen. „Ich will einfach wissen, wie die Schongauer über dieses Thema denken“, ergänzt die Umweltreferentin.

Seit Jahren setzt sich Buresch für den Erhalt von Bäumen im Stadtbereich ein und hat eine Reihe von Baumfreunden um sich geschart. Sie sehen den Erhalt von Bäumen als eine wichtige Voraussetzung für eine intakte Natur und Umwelt.

Mit einer Unterschrift können die Schongauer jetzt zum Ausdruck bringen, dass auch sie ein Herz für die Stadtmauer-Bäume haben. „Anscheinend herrscht in Schongau die Meinung, dass den Bürgern der Erhalt der Bäume nicht so wichtig ist und etliche der freien Sicht auf die Stadtmauer weichen sollen“, so der Eindruck von Buresch.

Für die künftige Gestaltung des Stadtmauerumfelds hat die Stadt Schongau bereits Untersuchungen in

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Bettina Buresch ist Umweltreferentin der Stadt. © Archiv

Auftrag gegeben. Offenbar wollen der Bürgermeister und die Mehrheit der Stadträte das Stadtmauer-Umfeld sichtbar machen. „Es tut mir in der Seele weh, wenn Bäume in der Stadt gefällt werden“, gibt Buresch einen Einblick in ihre Gefühlslage. Für sie erfüllen Bäume eine wichtige Aufgabe. „Sie schlucken Staub und Lärm und verbessern somit die Lebensqualität.“ Jeder Baum stelle ein großes Biotop dar, das zugleich Lebensraum für viele Tiere sei – vor allem für Vögel und Insekten.

Außerdem weist die Umweltreferentin darauf hin, dass die Bäume die Hälfte des Jahres laubfrei seien und den Blick auf die Stadtmauer das halbe Jahr freigeben.

Bereits seit eineinhalb Monaten können sich die Schongauer an der Umfrage beteiligen. Die Frage lautet: „Soll das Umfeld der Schongauer Stadtmauer wie bisher mit Bäumen gesäumt sein oder sollen die Bäume gefällt werden, dass die Stadtmauer weithin sichtbar ist?“

Die Bürger können auf dem Unterschriftenzettel vier Möglichkeiten ankreuzen: 1. Mauer ohne Bäume, 2. Viele Bäume fällen, 3. Möglichst wenige Bäume fällen, 4. Alle Bäume erhalten.

Gefragt sind auch Name, Ort und Alter der Unterzeichner, „allerdings nur zu statistischen Zwecken für die Auswertung“, versichert Buresch.

Unterschriftenlisten können im Internet heruntergeladen werden bzw. sie liegen auch im Naturkostladen Pfifferling in der Christophstraße auf. Ausgefüllt können sie im Briefkasten der Firma Fliesen Mammel, Christophstr. 12, in der Schongauer Altstadt abgegeben werden, oder bei Buresch im Gartenweg 43 in Schongau. „Bis jetzt ist die Resonanz sehr gut“, sagt sie. Vorerst bis zum Jahresende soll die Unterschriftenaktion laufen, dann gibt’s eine erste Auswertung. „Für mich ist diese Umfrage eine Orientierungshilfe“, stellt Buresch noch einmal klar.

Michael Gretschmann

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