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Bitten um Antworten: (v.l.) Jürgen Kress (Selbsthilfegruppe Prostatakrebs), Johanna Röske (Selbsthilfegruppe Brustkrebs), Dr. Stefan Günther (Leiter Gesundheitsamt), Jenny Ott (Geschäftsstellenleiterin Gesundheitsregion plus), Prof. Karlhein Zwerenz („Statistiker“)

Zahl der Erkrankungen in Weilheim-Schongau nimmt voraussichtlich zu

Umfrage unter Krebspatienten

Auch wenn die Bevölkerung im Landkreis Weilheim-Schongau nicht wächst, wird die Zahl der Krebserkrankungen voraussichtlich zunehmen. Warum dies so ist, erklärte Professor Karlheinz Zwerenz vom „AMW Institut“ anlässlich der Vorstellung eines Forschungsprojekts.

Weilheim-SchongauBedingt durch geringe Geburtenzahlen und Migration erhöht sich das Durchschnittsalter der Menschen in der Region. Waren 2015 noch ein gutes Drittel der Einwohner des Landkreises über 60 Jahre alt, so werden es zwei Jahrzehnte später etwa die Hälfte sein. Auch wenn die steigende Lebenserwartung erfreulich für jeden einzelnen ist, so steigt aber auch die Gefahr, an Krebs zu erkranken, da dieser vor allem bei Menschen jenseits des 60. Lebensjahrs vorkommt. Es ist laut Karlheinz Zwerenz also damit zu rechnen, dass immer mehr Krebspatienten eine Behandlung brauchen.

Um die Behandlungsmöglichkeiten zu optimieren, hat das Gesundheitsamt in Zusammenarbeit mit dem „AMW Institut“ und den Vertretern von Selbsthilfegruppen, Johanna Röske und Jürgen Kress, zwei Fragebögen – einen für Ärzte und einen für Patienten – erstellt. Mit ihnen soll die Versorgungssituation von Krebspatienten untersucht werden. Ziel ist es, Verbesserungspotenzial zu ermitteln und die Versorgung zu optimieren. Lange dauert das Ausfüllen nicht, wie der Leiter des Gesundheitsamts Stefan Günther versichert. Ärzte können die Fragen in „fünf bis zehn Minuten“ ausfüllen. Der Fragebogen für Patienten ist zwar umfangreicher, es sind aber auch Fragen dabei, die den Patienten nicht betreffen. Diese können übersprungen werden, sodass es laut Geschäftsstellenleiterin der „Gesundheitsregion Plus“, Jenny Ott, höchstens eine halbe Stunde dauert. Ein Großteil der 27 Fragen ist bereits mit Antworten versehen, von denen nur die Zutreffende anzukreuzen ist. Ott bittet die Teilnehmer an der Umfrage aber auch, frei formulierte Antworten auf die anderen Fragen zu geben. Dies sei sehr wichtig, denn gerade diese würden Erkenntnisse liefern, an deren Möglichkeit keiner gedacht hat. Wichtig ist Günther der Hinweis, dass die Umfrage anonym ist. „Es werden keine personenbezogenen Daten erhoben“, versichert er.

Der Fragebogen steht im Internet unter „gesundheitsregion-wm-sog.de“, wo er über einen Link von der Startseite aus erreicht wird. Er kann laut Ott online ausgefüllt werden. Wer lieber auf Papier schreibt kann eine pdf-Datei herunterladen und ausdrucken. Der ausgefüllte Fragebogen kann per Post oder per Fax an das „AMW-Institut“ geschickt werden. Adresse und Faxnummer stehen am Ende des Fragebogens. Wer keinen Zugang zum Internet hat, kann den Fragebogen auch im Gesundheitsamt in der Eisenkramergasse in Weilheim oder am Schlossplatz in Schongau abholen. Die Umfrage läuft bis Ende Februar.

Unmittelbar danach werden die Fragebögen vom „AMW Institut“ im München ausgewertet. „Bei der Auswertung wird natürlich auf den Datenschutz geachtet“, versichert Zwerenz. Bei der Studie gehe es nur darum, die Versorgung der Patienten im Landkreis zu optimieren. Ausgewertet werden alle Fragebögen, die bis Ende Februar abgeschickt werden. Unmittelbar danach erfolgt die Auswertung, deren Ergebnis am 11. April vorgestellt wird.

Alfred Schubert

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