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Prüfling Maximilian Kachel muss nachdem er alle Schläuche angeschlossen und das Aggregat gestartet hat, mit der Trennschere ein Eisenrohr abschneiden. Prüfer Hans Bujack notiert alle Handgriffe in ein Protokoll.

Prüfung beim THW in Schongau

Universalhelfer in Top-Form

15 junge Frauen und Männer aus neun Ortsverbänden des Technischen Hilfswerks (THW) stellten sich jüngst auf dem Gelände des Schongauer THW einer Prüfungskommission, um nach ihrer Grundausbildung die Prüfung abzulegen. Neben der Theorie mussten sie an sechs Stationen ihr praktisches Können unter Beweis stellen.

Schongau– Ihr Einsatzgebiet ist extrem weitläufig, die Rettungs- und Bergegerätschaften ausgesprochen vielseitig einsetzbar. Schlagworte wie Hochwasserkatastrophe und Erdbeben kommen einem sofort in den Sinn, wenn man vom THW spricht. Die Männer und Frauen dieser Hilfsorganisation sind Universalhelfer weit über die Region hinaus. Ihr Arbeit ist unverzichtbar. Leider wird diese ehrenamtliche Arbeit erst richtig eingeschätzt, wenn man selbst betroffen ist. Wie die vielen Hochwasseropfer der vergangenen Jahre, die ohne die Hilfe von der Truppe in den blauen Arbeitsanzügen kein Land mehr gesehen hätten.

Jetzt kamen 15 junge Helfer nach Schongau, um nach einjähriger Ausbildungszeit ihre Prüfung abzulegen. Bemerkenswert: Die jungen Menschen büffeln den Stoff und üben die praktischen Handgriffe an den vielseitigen technischen Geräten in ihrer Freizeit. 150 zum Teil sehr umfassende Fragen enthält der Katalog. Daraus werden für jeden Prüfling 40 verschiedene Fragen zusammengestellt. Spicken oder abschreiben ist sinnlos, jeder muss sein eigenes Süppchen kochen. „Die Fragen sind anspruchsvoll, aber zu beantworten“, beschreibt es Prüfer Hans Bujack aus Landsberg. Bujack selbst ist seit über 35 Jahren beim THW, also ein alter Hase. Er selbst bezeichnet sich als „relativ streng“ in allen Belangen der Prüfung. „Wir brauchen Leute, die wir dann auch mit gutem Gewissen in den Einsatz schicken können“, ist seine Meinung.

Gute 25 Kilogramm wiegt die Tauchpumpe, die Ailine Tischler in das Wasserbecken heben muss. Zuvor hatte sie eine Schlauchleitung gelegt

Diese Einstellung erkennt man sofort, wenn man ihn auf seiner Station beobachtet. Ihm entgeht nichts. „Aufbau von Rettungsschere und Spreizer“, ist die Bezeichnung der Station. Hier prüft Bujack den 16-jährigen Maximilian Kachel aus Geretsried. Max hat die Ruhe weg. Stück für Stück setzt er die Druckschläuche an, als hätte er nie etwas anderes getan. Dann greift er zur Schere und geht vor den Eisenstangen, die es abzuschneiden gilt, in Position. Jetzt greift Prüfer Bujack ein, erinnert an den Augenschutz. Da Max noch in der Jugendgruppe ist, hat er noch keinen Helm mit Augenvollschutz. Also Schutzbrille überziehen und ab geht’s. Der Schnitt sitzt, das Rohr wird exakt getrennt. Wohlwollendes Nicken von Prüfer Bujack.

Auf der Station daneben wird Lukas Fischer aus Garmisch von Sebastian Bauer geprüft. Hier muss mit Trennschleifer und Säbelsäge gearbeitet werden. Auch hier besonnene Vorbereitung am Gerät. Jeder Handgriff sitzt. „Was nützt es, wenn schnell aufgebaut oder zusammengebaut wird, aber dann nichts hinhaut“, so Bauers Erklärung ganz nebenbei. Und er unterstreicht damit nochmals, dass hier nicht Geschwindigkeit, sondern vor allem Qualität gefragt ist.

THW nur Männersache? Weit gefehlt. Ailine Tischler (17) aus Rosenheim hantiert an einer weiteren Station mit einer Bügelsäge. Das sieht einfach aus, ist es aber gar nicht. Hier kommt es auf den genauen Schnitt an. „In besimmten Situationen bleibt einem nur diese Handsäge, also müssen die Prüflinge auch hier ran“, drückt es der Prüfer aus. Ailine schafft es, kommt aber ganz schön ins Schwitzen. Die Abkühlung folgt einige Meter weiter. Dort muss Ailine eine Wasserversorgung mit Pumpe aufbauen. Gute 25 Kilogramm wiegt das Ding, das von dem Mädchen in ein Wasserbecken gehoben werden muss.

Nach Absetzen einer Meldung hat Ailine alle Prüfungen durchlaufen. Maximilian Kachel wird derweil noch am hydraulischen Heber geprüft. Christian Wodarczyk ist zufrieden, setzt auf dem Prüfungsbogen sein Häkchen. Maximilian ist es auch. Schließlich hat er sich nicht nur gut vorbereitet, er ist mit Leib und Seele beim THW. Mit elf Jahren ist er dazugegangen, weil ihn einfach die Technik und darüberhinaus die tolle Kameradschaft begeistert hat.

Kontakt zum THW:

Wer Lust hat, sich näher über das THW zu informieren, der kann dies über die Homepage tun: thw-schongau.obbserver.de. Kontakt per E-Mai an ov-schongau@thw.de oder Telefon 088617067

Hans-Helmut Herold

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