Bücher Galerie in Schongau
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Den Spiegel-Bestseller „Der neue Arm des Oktopus“ war bei der Bücher Galerie ganz schnell und problemlos zu beschaffen.

Click & Collect in Schongau

Unterhosen verzweifelt gesucht

Man möchte meinen, „Click & Collect“ mache das Einkaufen im Lockdown erträglicher. Dass aber auch hier nicht immer alles nach Plan läuft, musste kürzlich unsere Praktikantin feststellen. Über die verzweifelte Suche nach Unterhosen und anderen alltäglichen Dingen in Schongaus Läden.

Schongau – Ich habe von meinem Redaktionsleiter die Aufgabe bekommen, fünf Dinge des täglichen Bedarfs in den kleinen Schongauer Läden ausfindig zu machen. Er möchte: den aktuellen Spiegel-Bestseller, Unterhosen, eine Pfanne, Druckerpatronen und einen Waschmaschinendichtungsring.

Klappt das aktuell überhaupt? „Click & Collect“ sollte es einfach machen, so dachte ich anfangs. Dass man doch einen längeren Atem braucht, wenn man nicht auf Amazon & Co. oder größere Supermarktketten vor Ort ausweichen möchte, sollte ich schnell merken. Aber der Reihe nach:

Auch die Druckerpatronen waren kein Problem: Sie konnten wir im Systemhaus in Schongau abholen.

Ich beginne mit der Recherche des Spiegelbestseller „Der neunte Arm des Oktopus“ von Dirk Rossmann. Die Beschaffung klappt dann ganz schnell und unkompliziert – innerhalb weniger Minuten habe ich die Abholung an der Bücher Galerie in Schongau organisiert. Die Inhaberin Susanne Segmihler-Pye hatte mir zuvor am Telefon erklärt, dass ich mir neben der „Call & Collect“-Variante, also Anruf und Abholung, auch das Buch direkt nach Hause liefern lassen könne. Das nennt man dann „Click & Delivery“ und läuft über die Homepage der Büchergalerie. „Tolles Angebot“, sage ich und setzte meinen ersten Haken auf meine Liste. So kann es weitergehen. Die Unterhosen sind als nächstes dran.

Waschmaschinendichtungsringe gibt‘s im Elektrogeschäft

Da ich erst seit kurzer Zeit in der Region wohne, frage ich meine Kollegen: „Wo kann man denn in der Stadt am besten Unterwäsche kaufen?“ Eine etwas ungewöhnliche Frage, die zu Gesprächsstoff führt. Mir wird neben Farbe, Schnitt und Passform das Geschäft Huber Moden empfohlen. Ich wähle die Nummer der Schongauer Filiale, habe aber keinen Erfolg. Über die Landsberger Telefonnummer kriege ich dann Frau Huber höchstpersönlich ans Telefon, die mir versichert, dass ich an meine Unterhosen komme – vorausgesetzt ich erreiche ihren Sohn im Schongauer Laden. Ich probiere es noch ein paar Mal und spreche am Ende ein bisschen frustriert auf die Mailbox. Ok, dann gibt es eben erstmal keine Slips für mich. Derweil kann ich mich ja um die Pfanne kümmern. „Vielleicht hat ein Elektrogeschäft auch nicht-elektronische Haushaltsgeräte?“, frage ich mich. Elektro Müller könnte weiterhelfen. „Nein, wir führen leider keine Pfannen“, sagt die freundliche Stimme am Telefon. „Waschmaschinendichtungsringe haben wir aber durchaus, welches Modell brauchen Sie?“ Ich traue meinen Ohren kaum und tanze einmal innerlich um meinen Schreibtisch. Jawohl! Damit habe ich schon zwei von fünf Dingen erstanden.

Die Pfanne ist auch schnell besorgt

Meine Suche nach Pfannen geht weiter und durch den Hinweis einer Kollegin auf ein Geschäft außerhalb der Altstadt werde ich tatsächlich fündig. Eine Mitarbeiterin des Unternehmens erklärt mir dann aber telefonisch, dass die Filiale zwar für Abholungen geöffnet sei, sie aber kein „Click & Collect“ bewerben und ich das Geschäft deshalb auch bitte nicht namentlich in meinem Artikel erwähnen soll. Ich versuche das erst gar nicht zu verstehen, sondern male einen weiteren, dieses Mal besonders schönen Haken auf meine Liste.

Die Schlüpfer gab’s letztlich bei Huber Moden

Da bei den Unterhosen immer noch nichts vorwärts geht, suche ich nach Druckerpatronen. Mir fällt das Systemhaus Schongau ein, einen der Geschäftsführer, Jesse Frank, kenn ich sogar persönlich. „Hi Jesse, kann ich bei euch zufällig Druckerpatronen kaufen?“ Ja, das kann man durchaus. Jesse möchte wissen, was ich sonst noch brauche. „Du hast wahrscheinlich keine Unterhosen, oder?!“ „Leider nur Gebrauchte.“ Ich verzichte dankend, lege auf und nehme mir fest vor, es morgen noch mal bei Herrn Huber zu probieren. Schließlich fehlen jetzt nur noch die Höschen. Die Druckerpatronen kann ich – soweit sie vorrätig sind – übrigens gleich im Systemhaus abholen. Großartig!

Happy-End auch bei den Unterhosen

Am nächsten Morgen erkundigen sich meine Kollegen nach dem aktuellen Stand der Dinge. Die Frage des Tages lautet: Schlüpfer ja oder nein? Ich setzte mich wieder ans Telefon und siehe da! Ich erreiche endlich Herrn Huber. Er erklärt mir, warum es gestern nicht so einfach war, ihn zu sprechen. „Im Moment geht es etwas turbulent zu, wir haben viele Nachfragen und die Filiale in Schongau ist aktuell nur am Montag-, Mittwoch- und Freitagvormittag besetzt.“ Sollte man telefonisch niemanden erreichen, könne man aber rund um die Uhr via WhatsApp oder im Onlineshop bestellen. Der Shop wird zwar im Moment noch aktualisiert, funktioniert aber bereits einwandfrei.

Ich freue mich und teile meine Freude gleich mit meinen Kollegen. Endlich kann ich auch hinter die Unterhosen einen Haken machen. Damit habe ich alle fünf Dinge erfolgreich erstanden. Jesse Frank vom Systemhaus lässt mir noch den Hinweis zukommen, dass wohl auch das Frauenzimmer Unterwäsche anbiete.

Hätte ich das mal vorher gewusst, aber als Ortsfremde bin ich auf solche Tipps einfach angewiesen!

JENNIFER BATTAGLIA

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