Mit dem Wohnmobil an den Strand: Auch im Landkreis ist die Nachfrage nach Campern groß.
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Mit dem Wohnmobil an den Strand: Auch im Landkreis ist die Nachfrage nach Campern groß.

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Urlaub mit dem Wohnmobil boomt in Bayern: Wer kurzfristig noch etwas mieten will, hat es schwer

  • Christoph Peters
    VonChristoph Peters
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Mit dem Wohnmobil in den Urlaub fahren ist angesagt wie nie: In der Corona-Krise hat die ohnehin schon boomende Camping-Branche einen weiteren Schub bekommen. Auch im Landkreis ist die Nachfrage groß. Wer kurzfristig noch ein Reisegefährt für die Ferien mieten will, hat es schwer.

Landkreis – Wer ein Wohnmobil oder einen Wohnwagen mieten will, der ist in Peißenberg bei „Wohnwagen Gérard“ normalerweise gut aufgehoben. In diesen Tagen hat Maximilian Döllinger allerdings schlechte Nachrichten für alle, die sich noch kurzfristig den Traum vom Camping-Urlaub auf vier Rädern erfüllen wollen. „Wir sind im August komplett ausgebucht“, sagt der Mitarbeiter des Familienunternehmens. Und das will durchaus etwas heißen, umfasst die Mietflotte doch stolze zwölf Wohnmobile und neun Wohnwagen.

Camping-Urlaub liegt im Trend, nicht erst seit der Corona-Krise. Doch die hat die Branche noch einmal befeuert. „Die Leute schätzen die Flexibilität, man hat alles dabei und ist nicht an ein Hotel gebunden“, sagt Döllinger. Gerade bei sich ständig ändernden Vorschriften ein nicht zu unterschätzender Vorteil. Viele schnuppern dabei zum ersten Mal hinein in diese Art des Urlaubens. Darunter seien auch jene, die mit dem Kauf eines Reisemobils liebäugeln, sagt Döllinger. Auch in diesem Bereich kann sich seine Firma nicht über mangelnde Nachfrage beklagen, eher im Gegenteil.

Urlaub mit dem Wohmobil: Regelrechter Run auf Campungbusse

Das kann auch Andreas Bucher vom Autohaus Heuberger in Bernbeuren bestätigen. Dort vertreibt man die VW-Busse, die für die Deutschen seit Jahrzehnten sinnbildlich fürs Campen stehen. Schon im vergangenen Jahr habe man einen regelrechten Run erlebt, was die Verkaufszahlen angehe, sagt Bucher. Im Lockdown und nach der langen Zeit des Eingesperrtseins hätten viele das Campen und seine Vorteile für sich entdeckt. „Wenn ich mit dem Camper unterwegs bin, kann ich tun und lassen, was ich will und bin auf kein Hotel angewiesen.“ Weil ein Ende des Booms nicht absehbar ist, hat auch sein Unternehmen die Gunst der Stunde genutzt und bietet seit April zwei California-Busse zum Mieten an. Das Geschäft läuft: Im August und September sind beide Camper ausgebucht.

Ebenfalls neu auf dem Markt ist die Peitinger Firma „HeyCamper“. Ins Leben gerufen haben sie der Weilheimer Mario Muth und Sven Kuhn, der in Peiting das Autohaus Resch führt. Die Idee dazu entstand im vergangenen Jahr. Muth ist selbst seit 30 Jahren passionierter Camper und mit seinem Unternehmen Oberland Recycling Kunde des Autohauses, das neben Mercedes-Modellen auch Fiat-Nutzfahrzeuge vertreibt. Seit dem Frühjahr können die vier Wohnmobile der Firma gebucht werden. Als Neuling am Markt sei man mit der Nachfrage bislang zufrieden, sagt Muth. „In den Ferien sind wir voll belegt, in der Nebensaison geht aber noch etwas.“ Für das nächste Jahr hat die Firma schon große Pläne. Wenn alles weiterso gut läuft, soll die Flotte auf bis zu 15 Fahrzeuge vergrößert werden.

Urlaub mit dem Wohmobil: Camping-Markt boomte schon vor Corona

Dass immer mehr Menschen diese Art des Reisens für sich entdecken, ist laut Muth nicht nur Corona geschuldet. Der Camping-Markt habe bereits lange davor begonnen zu boomen. Das liegt laut dem Geschäftsführer auch daran, dass sich die Camping-Welt im Vergleich zu früher gewandelt hat. Kaum jemand verreise noch mit Zelt, sagt Muth. Dazu komme: „Viele Campingplätze sind heute besser ausgestattet als manches Vier-Sterne-Hotel.“ Das und die Freiheit, mit dem Camper einfach weiterzuziehen, wenn es einem vor Ort nicht mehrgefällt, gibt es freilich nicht umsonst. Wer ein Reisemobil mietet, muss in der Hauptsaison je nach Größe und Ausstattung mit Kosten zwischen 500 und 1100 Euro pro Woche rechnen. Dazu kommen die Gebühren für den Stellplatz – wenn man angesichts des großen Ansturms überhaupt einen bekommt.

Doch wen einmal das Camping-Fieber ergriffen hat, den lässt es so schnell nicht mehr los. Auch in Penzberg kann sich Thomas Knaak, der mit seiner Frau Anett vor sechs Jahren das Camping-Hobby zum Beruf gemacht hat und seitdem eine Wohnmobilvermietung betreibt, vor Anfragen nicht retten. Bis Ende September seien alle acht Fahrzeuge reserviert, berichtet er. Gerade in der Hauptsaison sei das aber auch vor der Corona-Krise schon so gewesen. Camping liege eben derzeit voll im Trend. Dann muss Knaak weiter. Die Arbeit ruft. Vier Wohnmobile müssen für die nächsten Mieter vorbereitet werden.

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