Corona-Zahlen auf Mallorca steigen rasant: RKI zieht Konsequenz und macht Insel jetzt zum Risikogebiet

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Am Lido in Schongau wollten die Jugendlichen feiern. Doch soweit kamen sie erst gar nicht. 

Verstoß gegen Kontakbeschränkungen

Abiturienten wollten am Lido feiern: Jetzt droht ihnen  Bußgeld

  • Jörg von Rohland
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Polizei und Sicherheitswacht nehmen die Überwachung des Infektionsschutzgesetzes in der Corona-Krise sehr ernst. Das bekam jüngst auch eine Gruppe Abiturienten zu spüren, die in Schongau am Lido feiern wollte. Die Jugendlichen hatten gegen die Kontaktbeschränkungen verstoßen. Für sie könnte es jetzt teuer werden. Eine Mutter findet das gar nicht gut.

Schongau – Die Schongauerin bricht eine Lanze für die Abiturienten, denen am vergangenen Freitag eine letzte Möglichkeit genommen worden sei, „sich zu freuen“, meint sie.

Wie die Polizei auf Anfrage der SN berichtet, war der Schongauer Sicherheitswacht gegen 20.15 Uhr auf der Colmarer Straße „eine gemeinsame geschlossene Gruppe von Jugendlichen“ aufgefallen, die den Sicherheitsabstand nicht eingehalten hatte. Die Jugendlichen seien auf dem Weg zum Lido gewesen und hätten alkoholische Getränke mit sich geführt, heißt es.

Mutter: „Das macht mich extrem wütend“

Dass die Sicherheitswacht die Gruppe nicht einfach ziehen ließ, kann die Mutter nicht verstehen: „Es wurden Strafzettel verteilt, 250 Euro für jeden“, behauptet die Schongauerin. „Das macht mich extrem wütend. Woher sollen die Kids das viele Geld nehmen?“, fragt sie und erinnert an die schwere Zeit, die die Abiturienten hinter sich hatten, bevor es am Freitag zur letzten schriftlichen Prüfung ging. „Bereits eine Woche vor der allgemeinen Schulschließung wurden sie der Schule verwiesen“, erinnert die Mutter an die besondere Corona-Situation im Schongauer Gymnasium. Danach sei wochenlang nicht klar gewesen, wann, wie und ob überhaupt dieses Jahr die Abiprüfungen stattfinden können. „Selbstmotivation war angesagt in dieser Zeit der Ungewissheit“, weiß die Frau und nennt einige bittere Pillen, die die jungen Leute schlucken mussten: Reihenweise seien die 18.-Geburtstagsfeiern verboten und der Abi-Ball abgesagt worden. Mit Blick auf den Vorfall am Freitag fragt sie jetzt: „Warum muss man ihnen den kurzen Moment des Glücks nach dieser langen harten Zeit so gründlich verderben?“

Polizei: Acht Jugendliche aus verschiedenen Haushaltsständen

Die Polizei in Schongau hat darauf eine klare Antwort. Bei der Kontrolle habe sich herausgestellt, dass alle acht Jugendlichen aus verschiedenen Haushaltsständen stammten, erläutert Dienststellenleiter Herbert Kieweg. Und die Gruppe zeigte sich bezüglich der geltenden Kontaktbeschränkungen „uneinsichtig“, so Kieweg der aber betont, dass keine Strafzettel ausgestellt worden sind. Gegen die acht wurden vielmehr „Ermittlungen wegen einer Ordnungswidrigkeit nach dem Infektionsschutzgesetz“ eingeleitet. Sind die Ermittlungen abgeschlossen, wird der Fall Kieweg zufolge an das Landratsamt weitergeleitet, das ihn weiterverfolgt und gegebenenfalls die entsprechenden Bußgeldbescheide ausstellt. Sollte es dazu kommen, werden nach Angaben der zuständigen Stelle für Öffentliche Sicherheit und Ordnung im Landratsamt 150 Euro fällig. „Die genannten Bußgeldanzeigen liegen uns aber noch nicht vor“, sagte Mitarbeiterin Magdalena Duschl am Dienstag.

Beamte sehen erhöhtes Risiko in der Covid-19-Situation

Doch hätte man bei den Abiturienten nicht auch mal ein Auge zudrücken können? „Es ist explizit aufgelistet, was erlaubt ist und was nicht“, betont der stellvertretende Schongauer Polizei-Dienstellenleiter Toni Müller dazu. Er zeigt wenig Verständnis für die Beschwerde der Mutter. Acht Personen aus verschiedenen Haushalten würden ein erhöhtes Gefährdungsrisiko in der Covid-19-Situation bergen, meint der Beamte. Obendrein weist Müller darauf hin, dass auch das Feiern von Partys explizit noch verboten sei.

Von den beteiligten Abiturienten war bislang keine Stellungnahme zu bekommen.

Bislang 679 Bußgeldbescheide im gesamten Landkreis erlassen

Im Landkreis Weilheim-Schongau sind im Zusammenhang mit der Corona-Pandemie bislang 679 Bußgeldbescheide erlassen worden, berichtet das Landratsamt auf Anfrage. Am häufigsten wurde demnach gegen die Ausgangsbeschränkungen verstoßen, also das Verlassen der eigenen Wohnung ohne Vorliegen eines triftigen Grundes. 

Seit Abschaffung der Ausgansbeschränkungen stehen Kontaktbeschränkungen im Fokus

Seit Abschaffung der Ausgangsbeschränkungen stehen die Verstöße gegen die Kontaktbeschränkungen im Fokus. Die meisten Verstöße wurden laut Behörde in der Stadt Weilheim begangen, gefolgt von Penzberg und Schongau. Der Regelsatz für Verstöße gegen die Ausgangs- und Kontaktbeschränkungen liegt bei einer Bußgeldhöhe von jeweils 150 Euro, heißt es. Das gelte für einen vorsätzlichen Erstverstoß, Folgeverstöße seien jeweils zu verdoppeln. Bei Fahrlässigkeit seien die Regelsätze zu halbieren. 

Bußgelder „im hohen fünfstelligen Bereich“

Insgesamt wurden im Landkreis bislang Bußgelder „im hohen fünfstelligen Bereich“ festgesetzt. „In welcher Höhe bereits Zahlungen eingegangen sind, ist von unserer Stelle nicht nachprüfbar, hier müsste jeder Vorgang einzeln im Kassenprogramm geprüft werden“, bitten die Verantwortlichen um Verständnis. Das eingenommene Geld fließt in die Staatskasse.

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