So soll der Anbau an den Kindergarten Regenbogen in der Schongauer Bahnhofstraße einmal aussehen. Die Stadt will die Zusage der Fördermittel abwarten.
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So soll der Anbau an den Kindergarten Regenbogen in der Schongauer Bahnhofstraße einmal aussehen. Die Stadt will die Zusage der Fördermittel abwarten.

Baugenehmigung für die Erweiterung beim Kindergarten Regenbogen ist da

Verzögert „Förderdschungel“ Baubeginn am Kindergarten Regenbogen?

  • Elke Robert
    VonElke Robert
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Die Baugenehmigung für die Erweiterung beim Kindergarten Regenbogen ist da. Unklar ist aber, ob man in den Genuss einer zusätzlichen Förderung kommt. Ein Dilemma: Das Geld würde zwar das Stadtsäckel entlasten, bringt aber eventuell den Termin der Fertigstellung ins Wanken. Keine einfache Entscheidung für den Stadtrat.

Schongau – Über die Sommerferien werden im städtischen Bauamt die Ausschreibungsunterlagen für die Erweiterung des Kindergartens in der Bahnhofstraße erarbeitet. Und sollten auch gleich versendet werden, denn die Zeit drängt.

Um die beantragte Förderung aus Bundesmitteln für das Erweiterungsprojekt Kindergarten Regenbogen zu erhalten, steht der Termin der Fertigstellung zum 30. Juni nächsten Jahres im Raum, ein äußerst ambitioniertes Ziel, wie Bauamt und Planer von Anfang an klar gemacht hatten. Im Frühjahr hatte sich dann ein weiteres Förderprogramm aufgetan, das mit Landesmitteln gefüllt ist. Bis zu 35 Prozent Zusatzförderung stehen in Aussicht.

Von der Regierung von Oberbayern noch keine Zusage

Bei 1,82 Millionen Euro angenommenen Baukosten könnten neben dem ersten errechneten Zuschuss in Höhe von rund 525 000 Euro noch einmal bis zu 322 000 Euro hinzukommen, rechnete Stadtkämmerer Werner Hefele jüngst in der Stadtratssitzung vor.

Das Problem: Seitens der Regierung von Oberbayern gibt es bisher noch keine Zusage. „Die Stadt ist in einer Art Warteschleife, die Regierung kann die Entscheidung erst im Herbst treffen“, so Hefele. Offenbar hatten sich zu viele Kommunen beworben, das Programm ist überzeichnet, es ist also fraglich, wer den Zuschlag bekommt. Hefeles Empfehlung lag auf der Hand: Mit dem Baubeginn bis nach der Sommerpause zu warten, um die zweite Förderung nicht zu gefährden.

„Das zeigt, dieser Förderdschungel ist nur ganz schwer zu durchforsten“, fasste es Bürgermeister Falk Sluyterman zusammen. „Wenn wir auf die Fördermittel warten, kann passieren, dass wir nicht bis zum nächsten Kindergartenjahr fertig werden“, so der Hinweis des stellvertretenden Stadtbaumeisters Robert Thomas. Nicht nur die Witterung könne am Bau Probleme bereiten.

Engpässe beim Material

Nach wie vor gebe es Engpässe bei den Materiallieferungen. Um die Förderrichtlinien einzuhalten, werde aber wohl eine Verlängerung des Fertigstellungstermins von Ende Juni bis Ende August 2022 notwendig, so Thomas.

„Die Stadt Schongau hat sich sehr spät auf den Weg gemacht, jetzt pressiert’s“, kritisierte Michael Eberle (CSU) auch diesmal die zeitlichen Verzögerungen rund um den Kindergarten Regenbogen. Er wollte wissen, ob andere Gemeinden, die die Anträge eher einreichten, bereits eine Förderzusage hätten.

Fördermittel sausen lassen

Die Frage nach dem Stichtag konnte der Stadtkämmerer nicht beantworten, nur so viel dazu sagen. „Es ist nicht nur die Stadt Schongau in der Warteliste, sondern viele andere auch.“ Eberle blieb bei seiner Kritik und verglich das Vorgehen mit einem Hunderennen: Windhunde hätten bereits ihr Futter, Schongau warte bis nach den Sommerferien, um mit den langsamen Hunden gefüttert zu werden. „Von den Baumaßnahmen waren wir immer in der Zeit“, reagierte Robert Thomas auf den Einwurf Eberles, „ein schnelleres Vorgehen wäre nicht gegangen.“

Einstimmig entschieden sich die Stadträte dagegen, die Fördermittel sausen zu lassen, sie waren alle dafür, auch die Zusage über die Landesfördermittel abzuwarten und damit eventuell eine zeitliche Verzögerung zu riskieren. Das Thema soll am Dienstag, 14. September, noch einmal auf den Tisch kommen (Sitzung des Stadtrats im Jakob-Pfeiffer-Haus ab 19 Uhr).

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