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Sprachtipps geben Kursleiter Christine Bohrer (2.v.re.) und Friedrich Zeller (re.).

Kurse an der VHS Schongau für Deutschanfänger

Den Sprachalltag bewältigen

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„Wie heißt das auf Deutsch?“ „Wie lautet der bestimmte Artikel dazu, wie der unbestimmte?“ Fünf Teilnehmer sitzen im VHS-Kurs Deutsch für Anfänger bei Christine Bohrer. Die Schongauer Dozentin beginnt mit einer Wiederholung aus der vergangenen Unterrichtseinheit – es geht schon recht flott. Friedrich Zeller dagegen muss erst mal eine Basis schaffen.

Schongau – Unter Christine Bohrers Schülern an diesem Montagabendbei der Volkshochschule Schongau sind die Ungarinnen Renata und Hajnalka. Sie leben mit ihren Familien in Schwabsoien und Schongau. Die Kinder besuchen die Schule, ihre Mütter lernen die Sprache abends. Hamish ist Australier, lebt seit kurzer Zeit in Peiting und macht eine Ausbildung zum Piloten. Komplettiert wird die kleine Runde mit Maria aus Bulgarien und Muhrema aus Bosnien.

„Woher kommst Du? Wie heißt Du?“ Die Lücken an der Tafel werden abwechselnd ausgefüllt. Die Kursleiterin verteilt die Arbeitsaufträge immer mit einem kleinen Lächeln. In Weilheim tätig, lehrt sie seit einem Jahr auch bei der VHS Schongau. „Dass es einen solchen Zulauf geben würde, habe ich nicht gedacht“, freut sie sich. Bei den Anfängern seien es derzeit 30 Teilnehmer, 20 bei den Fortgeschrittenen.

Die Lücken an der Tafel füllt Muhrema aus

Ein Stockwerk höher schwitzen die Teilnehmer im Kurs von Friedrich Zeller. „Ich habe von Christine Bohrer die blutigen Anfänger bekommen“, lacht der Schongauer Stadtrat, der, genau genommen, selbst ebenfalls Anfänger ist – nämlich als Dozent in diesem Bereich. Die Fortbildung zum Sprachtrainer bei der Telc, einer Tochtergesellschaft des Deutschen VHS-Verbandes, hat er erst 2017 absolviert, im November die Prüfung abgelegt. „Ich habe 2015 ehrenamtlich Asylbewerber unterrichtet, aber eher nach dem Bauchgefühl. Jetzt dachte ich mir, das kann ich besser machen.“

Damals sei ihm klar geworden, wie schwierig es ist, Deutsch zu lernen. Vor allem für Erwachsene. „Die Leute fangen bei Null an, bei uns lernen sie, ihren Alltag zu bewältigen.“ Ein einfaches „Willkommen“ kann ganz schön schwer sein, das Begrüßen, Verabschieden, nach dem Namen fragen sind erste Hürden. Eine Größere: das Alphabet. Dabei geht es nicht um das Schriftdeutsch. „Das Sprechen steht im Vordergrund“, erklärt Zeller. Da gibt nur eines: üben, üben, üben. „Ich gehe, du gehst, er/sie/es geht – gerade bei der Konjugation von Verben hilft nur das Wiederholen“, so Zeller. „Ich bin, du bist, er/sie/es ist – da darf man nichts überspringen, bis es sitzt.“

Die Teilnehmer müssen vieles erst begreifen, was sie im eigenen Sprachgebrauch gar nicht haben. Die Umlaute ä, ö und ü oder Sonderzeichen wie das ß muss man erst mal kennenlernen. Oder die Unterscheidung zwischen dem formellen Sie und dem persönlichen Du. Zehn Doppelstunden sind da rasch vorbei.

„Ich habe großen Respekt vor den Teilnehmern“, betont Zeller. Überwiegend aus Osteuropa kommen seine Schüler, Rumänien, Polen, Ungarn. „Es sind viele Bauarbeiter darunter, die bis nachmittags an der Rüttelplatte stehen und abends dann Deutsch lernen, müde zwar, aber sie sind dabei.“ Nicht immer klappt alles wie geplant. Wie der Stadtrat erzählt, war ein Trupp Arbeiter einer Peitinger Tiefbaufirma angemeldet, die aber wetterbedingt ihren Einsatz und damit auch den Unterricht nicht angetreten haben. Ganz so flexibel lässt sich der Kurs aber nicht gestalten. Denn die anderen Teilnehmer wollen und müssen vorankommen. Schließlich geht es nicht nur um das Sprechenlernen, sondern auch um die Bestätigung, die Sprache mit einem gewissen Level zu beherrschen. „A1 ist der Start, ein Deutscher mit einer gewissen Bildung hat C1“, erklärt Zeller den GER, den gemeinsamen Europäischen Referenzrahmen für Sprachen, auf den sich alle europäischen Staaten geeinigt haben. Die Teilnehmer müssen B1 schaffen für ihre Aufenthaltsgenehmigung. „Das ist ungerecht und tut mir total leid“, so Christine Bohrer, die immer wieder erlebt, wie schwer sich einige Teilnehmer tun.

Mit umso mehr Begeisterung vermittelt sie den Kursteilnehmern die Sprache. „Es macht mir viel Spaß, das Deutsch weiterzugeben, aber auch die deutsche Kultur und die deutsche Lebensweise.“ Es sei nicht nur interessant, so viele verschiedene Menschen kennenzulernen. Bohrer: „Es ist auch schön, dass diese Menschen nach Deutschland kommen – weil man bei uns gut leben kann.“

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