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Süße Kätzchen beherbergt Tierheim-Chefin Elke Keller. In diesen Tagen erwartet sie wieder eine ganze Flut von wildgeborenen Tieren.

Maikätzchen-Flut 

Tierschützer fordern Kastrationspflicht

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Im Wonnemonat Mai kommen besonders viele Katzenbabys auf die Welt. Entsprechend voll wird es dann auch im Schongauer Tierheim. Der ungewollte Nachwuchs stammt vor allem von wild lebenden Katzen, die weder kastriert noch geimpft sind. Die Tierschützer sehen den Gesetzgeber gefordert.

Schongau– In diesen Tagen deutet noch nichts auf die Katzenflut hin, die das Tierheim in Schongau bald wieder erreichten wird. Elf Kätzchen und zwei hochschwangere Katzenmamas lassen sich die Frühlingssonne auf den Pelz scheinen. Tierheim-Chefin Elke Keller streichelt die Kätzchen liebevoll in ihrem Körbchen. Doch sie weiß genau, dass es mit der Idylle bald vorbei ist und viel Arbeit auf das Tierheim und seine Mitarbeiter zukommt. „Die Katzenbabys werden jetzt gerade erst geboren“, blickt Keller voraus.

Im vergangenen Jahr waren es 38 neugeborene Kätzchen, die Ende Mai/Anfang Juni aus dem gesamten Landkreis nach Schongau gebracht worden waren. Wie immer sorgte der Tierschutzverein dafür, dass sie entwurmt und geimpft wurden. Die meisten der Tiere konnten in den Monaten darauf in gute Hände vermittelt werden. Im Oktober war das Tierheim dann aber wieder voll – als die Herbstkätzchen geboren wurden. Das Spiel wiederholt sich jedes Jahr.

Der Landesverband des Deutschen Tierschutzbunds weiß, wie groß der Aufwand in den Heimen ist: „Die Unterbringung und Versorgung von überzähligen Jungkatzen stellt unsere Tierheime Jahr für Jahr vor eine große Herausforderung“, sagt Nicole Brühl, Vorsitzende des Bayerischen Landesverbands. Sie ist der Meinung: „Aus Tierschutzsicht ist dieses Problem nur durch Kastration in den Griff zu bekommen.“

Das versuchen auch Keller und ihre Mitarbeiter. Heuer haben die Tierschützer im gesamten Landkreis schon wieder 28 wild lebenden Katzen eingefangen und beim Tierarzt kastrieren lassen. „Wir bekommen zwar einen Sondertarif, aber ein paar tausend Euro pro Jahr kostet das trotzdem“, sagt die örtliche Tierheimchefin. Nach der Kastration bleiben die Tiere dann noch ein bis zwei Tage im Tierheim, bevor sie wieder in ihrem angestammten Revier freigelassen werden.

Der Tierschutzverband fordert von Bund, Ländern und Kommunen eine Kastrations- und Kennzeichnungspflicht der sogenannten Freigängerkatzen. Sie leben zum Beispiel häufig auf Bauernhöfen und jagen dort Mäuse. Dazu kommen frei lebende Tiere, die ausgesetzt wurden und nicht mehr auf den Menschen sozialisiert sind. Als domestizierte Tiere seien diese Katzen nicht in der Lage, sich und ihre Nachkommen alleine zu versorgen, nennt der Tierschutzbund das Dilemma. Viele seien unterernährt, krank oder verletzt.

Um der Entwicklung gegenzusteuern gibt es in Kommunen in Nordrhein-Westfalen und Niedersachsen bereits eine Kastrations- und Kennzeichnungspflicht. Dort gehe man „mit gutem Beispiel voran“, sagen die Tierschützer, die sich eine solche Pflicht auch für Bayern wünschen. „Es würde das Elend der Tiere lindern“, meint auch die die Schongauer Tierheimchefin. Viele der wild geborenen Katzen würden „jämmerlich verrecken“, weiß Keller. Es tue ihr in der Seele weh, wenn die wild geborenen Babys ins Tierheim gebracht werden, „und wir dann versuchen, sie aufzupäppeln, aber eines nach dem anderen stirbt“. Sei es an der Katzenseuche oder an Katzenaids. „Wie viele draußen in der freien Wildbahn sterben, möchte ich gar nicht wissen“, sagt Keller traurig.

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