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Ausnahmekünstler, die nicht nur auf der Bühne ein Paar sind: Sängerin Natalie Elwood und der Schongauer Pianist Josef Reßle begeisterten bei ihrem Konzert das Publikum. 

Jazz-Konzert beim Kulturverein

Virtuoses Klavierspiel und Ausnahmestimme in Schongau

Die perfekte Harmonie zwischen Piano und Stimme haben die Besucher beim Jazz-Konzert mit Natalie Elwood und Josef Reßle erlebt, zu dem der Kulturverein Schongauer Land ins Ballenhaus geladen hat.

Schongau – „Für uns ist das heute etwas ganz Besonderes. Quasi ein Heimspiel. Ich sehe viele bekannte Gesichter im Saal“, meinte Josef Reßle, der in Schongau aufgewachsen ist, zu Beginn des Konzerts. Etwas Besonderes erwartete aber auch die Zuhörer im Saal: Nämlich virtuoses Klavierspiel gepaart mit einer Ausnahmestimme. „Es war schon fast ein Liebesgespräch zwischen den beiden – so übereinstimmend, einfach großartig“, schwärmte Fritz Mäuerle, Vorsitzender des Kulturvereins Schongauer Land, nach der einzigartigen Darbietung.

Und wirklich, Natalie Elwood und Josef Reßle, die auch privat ein Paar sind, ließen sich das ganze Konzert über kaum aus den Augen und lieferten wunderbar harmonisch eigene Kompositionen und Interpretationen bekannter Popsongs ab – von Joni Mitchell über Simon & Garfunkel oder Prince bis hin zu den Beatles.

Wechselnd übernahmen sie dabei die Führungsrolle, und auch, wenn Natalie Elwood Josef Reßle als „die Band“ vorstellte, war nicht immer klar, wer da wen begleitete. Während Reßle mit flinken Fingern am Flügel einfühlsame Tastenläufe hinlegte, präsentierte sich Elwood als wahre Stimmakrobatin, die nicht nur mit Gefühl und Leidenschaft Texte präsentierte, sondern auch mit Lautmalereien begeisterte. Eigens dazu mitgebracht hatte sie eine sogenannte Loop-Station, mit der sie in mehreren Sequenzen überlagert „viele Natalies“ im Chor singen lassen konnte.

Eigenkompositionen

Diese immense Experimentierfreude kam besonders bei den Eigenkompositionen zum Tragen. Zum Beispiel beim von Elwood geschriebenen Blues „Lonesome“, der anders als im klassischen Blues üblich, mit 14 statt 12 Takten aufwartete.

In einem „Paris-Mesh up“ kombinierten sie spielerisch den Joni Mitchell-Song „Free Man in Paris“ mit „It’s About That Walk“ von Prince. Mit „Aelfweald & Elwood“ entführte Elwood das Publikum in einen mystischen Elfenwald.

Es war die enorme Bandbreite vom Broadway-Hit über modernen Pop und romantischen Walzer bis hin zu verspielten traditionellen irischen Klängen, die beim Konzert mit Natalie Elwood und Josef Reßle begeisterte. Dabei drückten sie aber jedem der Songs, die großteils auch auf ihrem Album „Three for Two“ zu finden sind, einen ganz eigenen, persönlichen Stempel auf. Ein fast schon magisches, außergewöhnliches Klangerlebnis voller Esprit und Energie, das die Besucher zu Beifallsstürmen hinriss.

Zwei Zugaben konnte das Publikum den beiden Ausnahme-Künstlern noch entlocken: Ein wunderbares „Somewhere“ aus dem Leonard Bernstein-Musical „West Side Story“ und eine rasante Interpretation des Beatles-Hits „Drive My Car“. „Sie haben uns in eine wunderbare Klangwelt entführt. Vielen Dank!“, verabschiedete Fritz Mäuerle das Künstlerpaar. Dem ist nichts hinzuzufügen.

Ursula Fröhlich

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