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Neun Minuten und 25 Sekunden dauert das Spektakel.

Schongauer Volksfest

Feuerwerk der Extraklasse: Rockig flockig zum Lichterspektakel

Genau 9 Minuten und 25 Sekunden dauerte das Spektakel am Himmel. Wir liefern einen Blick hinter die Kulissen am Boden.

Schongau– Das war wieder ein Feuerwerk der Extraklasse, was über dem Volksfestplatz Freitagnacht zu sehen war. Genau 9 Minuten und 25 Sekunden dauerte das Spektakel, das mit rockiger Musik untermalt war. Den Gästen und Zuschauern gefiel es allemal, lautstarker Beifall die Belohnung an die Pyrotechniker.

So ein Feuerwerk ist immer wieder ein Highlight bei Veranstaltungen. So auch am zweiten Tag des Volksfestes. Dichtgedrängt standen die Zuschauer in der Schaustellerstraße, um sich dieses Lichterspiel am Himmel einzuverleiben. Auch an den Hängen am Bikepark fanden sich Zuschauer ein. Sie wollten das Raketenkonzert aus einem anderen Blickwinkel genießen. Konzert? Kann man sagen. Denn das Feuerwerk wurde im Takt nach heißem rockigen Sound abgefeuert. Eine Spezialität des Pyrotechnikers Thomas Dähring von der Ströbel Feuerwerk GmbH aus Bad Windsheim, der in Schongau die Kiste zum Glühen brachte. Da musste selbst der alte Pyrotechniker Fuchs Thomas Dähring schmunzeln, als nach dem letzten Donnerknall lautstark von den Zuschauern eine Zugabe gefordert wurde. Gut gemeint, aber aussichtslos. Game over.

Jedoch nicht für Thomas und seinen Helfer Bernd Langkafel. Nachbearbeitung und Kontrolle sind angesagt. Alle abgeschossenen Batterien müssen einzeln mit Wasser abgelöscht werden, damit auch wirklich „Sicherheit“ gemeldet werden kann. Dann erst ist für die beiden Schicht im Schacht.

Gute fünf Stunden vorher. Die beiden Männer aus Bad Windsheim haben ihr Abschussrevier auf den beiden Tennisplätzen Nr. 7 und 8 neben dem Festzelt in Augenschein genommen. Hier werden sie ihr „Extra Klasse-Batterie-Feuerwerk“ aufbauen.

„Dieses Batterie-Feuerwerk enthält keine Bomben wie bei einem Höhenfeuerwerk“, erklärt Thomas, da ein vorgegebener Schutzabstand zu den Zuschauern strikt eingehalten werden muss. Sonst gibt´s dicken Ärger von den Behörden.

Pyrotechniker Thomas Dähring und sein Helfer Bernd Langkafel beim Aufbau des Feuerwerks auf dem Tennisplatz.

Drei Abschussfelder haben die beiden Männer mit Spezialplanen ausgelegt. Auf jedem Feld haben dann Unterlegplatten aus Holz ihre genaue Position. Auf diese Platten werden die verschiedenen Batterien gelegt oder gestellt. „Wir wollen doch die Tennisspieler nicht verärgern, indem wir die Plätze umpflügen“, sagt Thomas.

Bernd hat die Batterien, die alle nummeriert sind, nach vorgegebenen Plan platziert. Damit beim Abfeuern die genaue Reihenfolge eingehalten wird. Das ganze Spektakel wird ja nach dem Takt von Musik gezündet. Und zwar über Funk. Dazu schneidet Bernd verschieden lange Stücke von einer Rolle Draht ab, die von den jeweiligen Batterien zum Funkempfänger gelegt werden. Thomas verplombt die abisolierten Enden miteinander. Stück für Stück, mit gelassener Ruhe. Man merkt, dass die beiden ein eingespieltes Team sind.

Obwohl Thomas im Jahr so 20 bis 25 Feuerwerke aufbaut und zündet, steigt die Spannung auch für ihn vor dem Abbrennen. Immer wieder kontrolliert er die Nummerierungen am Funkempfänger und natürlich auch am Sender. Mit ihm wird er später auf dem Volksfestplatz stehen, damit er die Musik zum Feuerwerk beim Zünden verfolgen kann. Dazu hat er an verschiedenen Stellen an den Fahrgeschäften große Lautsprecherboxen angebracht.

Bilder: Volksfest-Gaudi in Schongau mit Feuerwerk-Glanz

Das Abschussgelände bewacht derzeit Bernd wie ein scharfer Wachhund. Jetzt lässt er niemanden mehr in seine Nähe. Versorgt mit drei Tüten gebrannter Mandeln, muss er jetzt bis nach der Show vor Ort ausharren. Unterstützung bekommen die beiden von der Schongauer Feuerwehr. Diese sperrt ab 22 Uhr die Lechuferstraße im vorgegebenen Sicherheitsbereich. Die Gruppe Manyana im Festzelt unterbricht ihre Partymusik. Alles strömt nach draußen. Die Show kann beginnen.

Exakt wie ein Glashütter Uhrwerk zündet Thomas die Raketen. Alle Blicke sind in den Himmel gerichtet. Genau 9 Minuten und 25 Sekunden lang. Dann ein letzter Donnerschlag. Aus is. 

Hans Helmut Herold

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