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Bildhauerin Christina Dichtl präsentierte Hinterglasbilder und verblüffte mit ihrer Kastenkrippe.

Weihnachtsmarkt im Gerbersaal

Von der Jahreskrippe bis zum Stachelbier

Es gibt sie, die vielen Christkindlmärkte im Oberland. Und es gibt ihn, den Weihnachtsmarkt im Gerbersaal. Handverlesene Anbieter oder besser gesagt Künstler haben einmal mehr ihre Kunsthandwerke in gemütlicher Atmosphäre angeboten. Dazu feine Leckerli für den Gaumen – zusammen eine runde Angelegenheit.

Schongau – Die beiden Organisatorinnen Eva Maurer und Franziska Zimmermann haben wirklich das gewisse Händchen, die richtige Zusammenstellung passender Kunsthandwerker zu treffen. Alle zusammen verzaubern sie das historische Kreuzgradgewölbe in weihnachtliche Stimmung. Die Wirkung bleibt nicht aus. Bis aus München kommen die Besucher, um sich von den liebevollen Arbeiten beeindrucken zu lassen.

Wie Johanna, die mit ihrem Ehemann Martin am Stand von Franziska Zimmermann ganz bestimmte Keramikarbeiten aussucht. Jedes Jahr erweitert sie hier ihren Hausstand durch ein besonderes Stück. Besondere Stücke sind auch einen Stand weiter bei Sandra Palazzolo und Kristina Immerz zu finden. Sie bieten ihre Bienenwachstücher an, eine natürliche Alternative zu Plastik- und Alufolien.

Ein Eldorado für Kinder sind die Bio-Spielsachen von Christiane Sorgalla. Bären, Affen oder ein kleiner Drache. Alles zum Knuddeln und in Deutschland handgefertigt. Mit Samt und Seide verwöhnt Margit Weissbrot ihre Kunden. Edle Abendtaschen für den Opernbesuch kommen aus der Quiltwerkstatt.

Eine außergewöhnliche Idee hat Bildhauerin Christina Dichtl umgesetzt. Sie beeindruckt mit einer Kastenkrippe. Die Weihnachtsgeschichte kann mit ihr in sieben Bildern und Situationen dargestellt werden. Dazu werden bemalte und mit Blattgold gefasste Holzplatten in einen Kasten geschoben und zeigen mit jeder Platte eine neue Darstellung.

Keramik in allen Variationen waren auf dem Verkaufstisch von Franziska Zimmermann zu finden.

Mit einem neuen Projekt überrascht Christian Breidenbach. Als „Carpintero“ hat er sich als Restaurator in Sachen Holz einen Namen gemacht, jetzt setzt er zusätzlich auf „Wolperdings“. Er setzt alte ausgediente Objekte einfach anders zusammen und erstellt dadurch Unikate aus Eisen, Blech und Holz. Eva Maurer selbst kommt im Doppelpack. Wohliges und Wolliges auf der einen Seite, ihre außergewöhnlichen Schmuckstücke auf der anderen.

Wollte man nicht schon immer einen besonderen Liebesbrief mit seinem ganz persönlichen Schriftbild verfassen? Alois Steidele schafft die Voraussetzung mit einem Federhalter aus Eschenholz, Flieder oder Schlehe. Sogar das Eichenholz aus einem Whiskeyfass verwendet er dazu. Apropos Whiskey. Ein guter Rotwein kommt ins Spiel. Dazu die feinen Schoko-Blattl mit Basilikum-Blüten. Stella, Stephanie und Hans-Jürgen Sopper versüßen mit „gaucho“-Schokolade und Pralinen aus Schongau.

Süß sind auch die Packerl vom Kinderhort Clara Fey. Selbst gebacken von den Kindern, die mit dem Erlös anderen Kindern helfen.Und nicht zu vergessen der Loisl Christian, der am Grill fürs leibliche Wohl sorgt. Wildbratwürstl mit Ananaskraut und Loisl Senf, dazu ein Stachelbier von Manuel Rößle aus der Biermanufaktur Sparifankal. Da wird selbst die „Jungfer im grünen Kranzl“ lebendig und bettelt quasi nach einem Kuss unter dem Mistelzweig von Barbara und Meinhard Süß. Eine runde Sache, die nach Wiederholung schreit.

Hans-Helmut Herold

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