Vor der Bundestagswahl 2017

Die Briefwähler sind auf dem Vormarsch

Immer mehr Bürger entscheiden sich für die Briefwahl. Das zeichnet sich auch diesmal in den Rathäusern ab. Die Wahlbenachrichtigungsscheine sind vor wenigen Tagen per Post verschickt worden, schon folgt der Rücklauf in Form von Anträgen auf Briefwahlunterlagen.

Schongau – „Die Leute kommen sogar persönlich im Rathaus vorbei, um sich die Unterlagen für die Briefwahl abzuholen“, berichtet Martin Keßler vom Einwohnermeldeamt in Schongau. Dort waren bis gestern vormittag bereits 1300 Briefwahlanträge registriert worden (bei rund 8500 Wahlberechtigten).

Der Trend zur Briefwahl nimmt zu, denn Gründe dafür (z.B. Urlaub) müssen nicht mehr angegeben werden. Das kann auch Marlene Habersetzer vom Einwohnermeldeamt der Marktgemeinde Peiting bestätigen. Auch dort sind schon weit über 1000 Briefwahlunterlagen angefordert worden (bei insgesamt 9022 Wahlberechtigten. „Wir haben schon damit gerechnet, dass die Leute vermehrt von Zuhause aus ihre Stimme abgeben wollen“, fügt Marlene Habersetzer noch hinzu.

„Tendenz steigend im Vergleich zu den zurückliegenden Wahlen“, so die Einschätzung von Sebastian Ostenrieder, Geschäftsstellenleiter der Verwaltungsgemeinschaft Altenstadt, auf die Nachfrage zur Briefwahl. Und weil immer mehr Wähler davon Gebrauch machen, sind in den fünf Mitgliedsgemeinden der VG Altenstadt sogar eigene Briefwahlbezirke für die Bundestagswahl am 24. September eingerichtet worden. „Da geht die Auszählung dann auch schneller“, kündigt Ostenrieder jetzt schon an.

In der Verwaltungsgemeinschaft Bernbeuren ist es nicht anders. Fast stündlich ändern sich die Zahlen. Stand gestern um 11 Uhr: Für die Gemeinde Bernbeuren sind bereits 274 Briefwahlunterlagen angefordert worden (bei 1875 Wahlberechtigten), und in Burggen waren es 124 (bei 1320 Wahlberechtigten). Dies teilte Claudia Geiger, Schriftführerin im Wahlvorstand, auf Anfrage der SN-Redaktion mit.

Auch in der Verwaltungsgemeinschaft Steingaden wird großes Interesse an der Briefwahl bekundet, wie Maria Dietrich vom Standesamt auf Anfrage bestätigt. Zahlen wollte sie noch nicht nennen, da in Steingaden die Wahlbenachrichtigungskarten diesmal relativ spät von der Post verschickt wurden. Mittlerweile gehen die Briefwahlanträge laufend ein.

Bei der VG Rottenbuch waren gestern früh bereits 113 Briefwahlanträge für Rottenbuch und 117 für Böbing eingereicht worden. „Das werden bis zur Wahl am 24 September noch deutlich mehr“, ist sich VG-Geschäftsstellenleiter Peter Vogt sicher.

Auf viele Briefwähler hat man sich auch schon in der Verwaltungsgemeinschaft in Reichling eingestellt. „Sogar übers Internet können Wahlscheine beantragt werden. Das funktioniert ganz gut“, teilte Kathrin Bleicher vom Einwohnermeldeamt in Reichling mit.

„Heut geht es ziemlich zu bei uns“, verriet Gertraud Schelkle vom Einwohnermeldeamt in Denklingen. Sie meinte damit die hohe Zahl der Briefwahlantragsteller. Über 200 Anträge lagen gestern bereits vor. Schelkle rechnet damit, dass es voraussichtlich noch 400 bis 500 werden (bei knapp 2000 Wahlberechtigten). Bei der letzten Kommunalwahl in Denklingen waren es sogar 660 Anträge auf Briefwahl.

Michael Gretschmann

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