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Solche Plakate wurden von Friedrich Zeller kritisiert.

Vor Stichwahl in Schongau

Geschmacklose Wahlkampf-Attacke: Kandidat Hans Rehbehn schäumt vor Wut

  • Boris Forstner
    VonBoris Forstner
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Seit einigen Tagen nimmt die Wahl-Debatte an Schärfe zu, vor allem in Schongau und Penzberg laufen harte Leserbrief-Scharmützel. Das wurde jetzt noch mit einer geschmacklosen Wahlkampf-Attacke getoppt.

Schongau – Wie bekannt wurde, hat Ex-Landrat Friedrich Zeller (SPD) seiner Nachfolgerin Andrea Jochner-Weiß (CSU) illegale Wahlkampfhilfe unterstellt und den Fall der Kommunalaufsicht gemeldet. Der gescheiterte SPD-Landratskandidat Alexander Majaru wiederum hat mit geschmacklosen Bildern auf seinem WhatsApp-Profil für einen traurigen Höhepunkt im Schongauer Bürgermeister-Wahlkampf gesorgt.

Hans Rehbehn, CSU-Bürgermeisterkandidat in Schongau, schäumte am Donnerstagabend vor Wut. „Das ist bodenlos und menschenverachtend“, schrieb er an die Heimatzeitung. Ihm seien von mehreren Seiten Comicbilder zugeschickt worden, die Majaru auf seinem WhatsApp-Status geteilt hatte. Eines zeigt einen Mann, der sagt „Ich wähle Hans Rehb...“ und dafür ins Gesicht geschlagen wird. Noch schlimmer ist die Zeichnung von Comic-Figur Heidi, die mit einer Sprechblase „Ich wähle Sluyterman“ ihre behinderte Freundin Clara vor sich herschiebt, die „Ich wähle Rehbehn“ sagt – und dafür im nächsten Bild von Heidi in einen Abgrund gestürzt wird. „Das ist für mich ein persönlicher Angriff, ich fühle mich von Herrn Majaru bedroht. Letztlich bedroht er alle Wähler, die mich am Sonntag wählen möchten.“

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Öffentliche Entschuldigung auf Facebook

Majaru selbst reagierte nicht auf unsere Anrufe, entschuldigte sich aber öffentlich auf Facebook: „Manchmal passiert es, dass man etwas macht, was man im Nachhinein bereut. Die Memes sollten in keinster Weise irgendjemanden angreifen. Sie waren völlig unpassend und deplatziert. Es tut mir sehr leid.“ Laut Rehbehn habe sich Majaru noch am Donnerstagabend bei ihm gemeldet und sich persönlich entschuldigt. Rehbehn habe sie angenommen, doch eher widerwillig, so klingt es durch: „Jemandem den Tod an den Hals zu wünschen und dazu eine Rollstuhlfahrerin abzubilden, ist unterirdisch.“

Landrätin zeigt sich verwundert über die Kritik ihres Vorgängers

Auch Landrätin Andrea Jochner-Weiß hat sich über eine Aktion ihres Vorgängers Friedrich Zeller gewundert. Er hatte ihr illegale Wahlkampfhilfe vorgeworfen, weil sie auf Plakaten für die CSU-Kandidaten Rehbehn und Peter Ostenrieder (Peiting) wirbt. „Ich wollte einfach wissen, ob sie das als Landrätin darf“, sagt Zeller zu seinen Beweggründen. Jochner-Weiß dachte zunächst an einen Scherz, als das Schreiben bei der Kommunalaufsicht einging. Doch die Regierung von Oberbayern hat schnell Entwarnung gegeben: Keine unzulässige Wahlbeeinflussung oder Verstoß gegen das Neutralitätsgebot, es seien nur Wahlplakate und keine amtlichen Verlautbarungen.

Anmerkung: Auf eine Online-Veröffentlichung der bei WhatsApp geteilten Bilder verzichten wir aus rechtlichen Gründen. 

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Bis Sonntag Punkt 18 Uhr müssen die Briefwahlunterlagen für die Stichwahlen in Schongau im Rathaus-Briefkasten sein. Wo setzen jene Wähler das Kreuzchen, die sich zuvor für Daniela Puzzovio (ALS) entschieden hatten? Eine Wahlempfehlung gibt es nicht.

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