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Wenn das gelbe Taxischild auf dem Fahrzeugdach blinkt, ist Gefahr in Verzug. Der Taxler Wolfgang Kuran hat den stillen Alarm bisher noch nie benötigt.

Was genau bedeutet das eigentlich?

Vorsicht! Wenn das Taxischild blinkt, sollten Sie schnell reagieren

Taxifahrer haben bekanntermaßen einen nicht ungefährlichen Job. Wenn es wirklich mal zu einem Überfall kommt, können sie sich aber mit zwei unterschiedlichen Alarmen aus bedrohlichen Situationen retten oder Hilfe anfordern. Der stille Alarm ist dabei vielen Bürgern noch gänzlich unbekannt.

Schongau – Stiller Alarm? „Das ist ein Blinklicht in der gelben Taxileuchte auf dem Fahrzeugdach“, klärt Wolfgang Kuran auf. Seit rund 20 Jahren ist er im Taxigeschäft, den stillen Alarm hat er aber noch nie benötigt. Dieser kann manuell ausgelöst werden. Bei einmaligem Drücken wird das Blinklicht aktiviert, das die Verkehrsteilnehmer darauf aufmerksam machen soll, dass der Taxifahrer sich in einer Notsituation befindet. „Bei zweimaligem Drücken des Knopfes wird der laute Alarm ausgelöst“, fügt Kuran noch hinzu. Somit sei für alle auch hörbar, dass der Taxifahrer Hilfe benötigt.

Ein Beispiel für den stillen Alarm hat es in dieser Woche im Landkreis gegeben. Ein Verkehrsteilnehmer hatte am vergangenen Montag der Polizei in Weilheim mitgeteilt, dass er soeben ein Taxi gesehen habe, welches mit eingeschaltetem stillem Alarm auf der Staatsstraße 2058 in Richtung Peißenberg fahre.

Eine Polizeistreife suchte danach die Strecke Richtung Peißenberg ab und konnte schließlich um 17.20 Uhr das Taxi, das zu diesem Zeitpunkt wieder in Richtung Weilheim mit weiterhin stillem Alarm unterwegs war, ausfindig machen. Bei der Kontrolle stellte sich heraus, dass der Taxifahrer durch eine Fehlbedienung den stillen Alarm versehentlich ausgelöst hatte. Eine Notsituation lag also nicht vor.

„Offensichtlich ist in der Bevölkerung die Kenntnis über die Möglichkeit des stillen Taxialarms nicht weit verbreitet“, teilte Polizeihauptkommissar Bernd Schewe von der Weilheimer Polizei mit. Der Taxifahrer war nämlich mit diesem Alarm von Weilheim bis nach Böbing gefahren und befand sich wieder auf dem Rückweg. Trotzdem ging bei der Polizeiinspektion Weilheim lediglich die eine Meldung über den Taxialarm ein.

Aus diesem Grund weist die Polizei jetzt noch einmal darauf hin, dass Taxis mit einem solchen stillen Alarm ausgerüstet werden können. Hierbei wird dieser Alarm bei neueren Taxis durch rot blinkende LEDs im Taxi-Schild angezeigt. Bei älteren Fahrzeugen ohne integrierte LEDs im Taxi-Schild kann das komplette Taxi-Schild blinken. Bei dem in Weilheim angehaltenen Wagen blinkten die roten LEDs über die ganze Strecke.

„Bei hellem Tageslicht oder Sonnenschein kann der stille Alarm leicht mal übersehen werden“, räumt Taxifahrer Wolfgang Kuran ein. Er hofft aber, dass die Bevölkerung die Augen offen hält und die Polizei verständigt, sollte ein Taxi mit Blinklicht unterwegs sein.

„Der stille Alarm ist eine sinnvolle Einrichtung“, bestätigt Martina Wieland vom gleichnamigen Taxiunternehmen in Schongau. Auch sie und ihr Mann haben diese Alarmeinrichtung bisher noch nie benötigt. „Die meisten unserer Kunden sind uns bekannt, von ihnen droht keine Gefahr“, teilen die Wielands mit.

Seit 35 Jahren ist Taxifahrer Christian Etzel bereits im Geschäft. Auch er befand sich noch nie in einer Situation, in der die Auslösung des Taxialarms erforderlich gewesen wäre. „Der laute Alarm wird bei mir nur bei der Überprüfung beim TÜV erprobt“, fügt Etzel lächelnd hinzu.

Schon rund 40 Jahre sind die Taxis von Rudolf Eder aus Schongau im Einsatz. Auch bei ihm war weder der stille noch der laute Alarm bisher erforderlich. „Wir hatten zum Glück bisher immer nur brave Fahrgäste“, freut man sich bei Taxi Eder.

Michael Gretschmann

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