Ein Glas wird unter einen Wasserhahn mit fließendem Trinkwasser gehalten.
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Das Trinkwasser in Schongau muss nicht mehr abgekocht werden.

Abkochgebot aufgehoben

Schongauer Trinkwasser muss nicht mehr abgekocht werden

  • Elena Siegl
    VonElena Siegl
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  • Elke Robert
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Darauf dürften viele Schongauer gewartet haben: Das Trinkwasser muss ab sofort nicht mehr abgekocht werden, gab das Gesundheitsamt in einer Pressemitteilung bekannt.

Update vom 2. August, 16 Uhr


Das Abkochgebot für das Trinkwasser im Stadtbereich Schongau wurde aufgehoben, das gibt das Gesundheitsamt nun bekannt. Die Quelle der Verunreinigung sei lokalisiert worden. „Durch ausreichende Chlorung des Trinkwassers im Bereich des Schongauer Westens (Bernbeurener Straße/Zugspitzstraße bis einschließlich Dornauer Feld und Altstadtbereich) ist das Abkochen des Trinkwassers nicht mehr notwendig“, heißt es weiter.

Am heutigen Montag seien weitere Proben durch das Gesundheitsamt Weilheim-Schongau aus dem betroffenen Gebiet entnommen worden. Die Ergebnisse werden am Donnerstag erwartet, so dass bei einwandfreien bakteriologischen Befundergebnissen auch die Chlorung abgestellt werden kann.

Meldung vom 30. Juli, 15.38 Uhr

Schongau - Bei der Stadt Schongau bemühe man sich, die Einschränkungen für die Schongauer Bevölkerung so gering wie möglich zu halten, hieß es diese Woche in einer Pressemitteilung. Zwar weisen die neuen Proben, die die Schongauer Stadtwerke am Montag genommen haben, nun keinerlei Belastung mit Keimen mehr auf. Aber es müssen trotzdem noch die Ergebnisse weiterer Wasseranalysen abgewartet werden. Das Gesundheitsamt Weilheim war diesen Donnerstag erneut in Schongau und hat Proben genommen, Ergebnisse seien in frühestens 24 Stunden zu erwarten. Das Abkochgebot bleibe daher bis Freitag, eventuell sogar Montag bestehen, hießt es.

Keine Entwarnung vor dem Wochenende

Die erhoffte Entwarnung seitens des Gesundheitsamtes gibt es vor dem Wochenende nun aber nicht, wie die Stadt aktuell bedauert. „Hintergrund ist, dass aufgrund von personellen Engpässen eine endgültige Auswertung der Proben voraussichtlich noch bis Anfang nächster Woche dauern wird“, schreibt die Stadt über die Begründung des Gesundheitsamtes. Wie die Enterokokken, die am 22. Juli im Schongauer Hochbehälter gefunden worden waren, ins Trinkwasser gelangten, darüber hat sich die Stadt bisher noch nicht konkret geäußert, hat aber einen Verdacht (wir berichteten).

Die Schongauer Trinkwassersituation war diese Woche auch Thema im Stadtrat. Bürgermeister Falk Sluyterman nahm Bezug auf einen Bericht in den Schongauer Nachrichten. Diverse Bürger hatten sich an die Heimatzeitung gewandt und sich beklagt, dass sie sich durch die Stadt schlecht informiert fühlten. Auch online hatten Bürger entsprechende Kommentare hinterlassen. „Ich bin immer kritikfähig, aber in diesem Fall kann ich das nicht ganz verstehen“, so der Rathauschef. Man habe schriftlich informiert, über die Homepage, die Schongau-App, den Rundfunk, wichtige Schongauer Produktionsfirmen direkt angerufen.

Kritik von der Bevölkerung und auch in der Stadtratssitzung

Seitens der Stadt Schongau waren bis dahin zwei Bekanntmachungen an die Presse gegangen – am Donnerstag und am Tag des Sitzung selbst. Auch Marianne Porsche-Rohrer hatte weitere Informationen vermisst. „Es gibt jede Menge ältere Leute, die keinen Zugriff auf die Homepage der Stadt oder Facebook haben“, so die Stadträtin. „Man kann nicht erwarten, dass die Stadt täglich darauf hinweist“, warb der Bürgermeister um Verständnis, „auch für uns gab es diese Situation zum ersten Mal.“

Bei Gefahren mit Lautsprecherwagen warnen?

Von Bettina Buresch (Grüne) kam der Hinweis, dass man auch ganz unkonventionell vorgehen könne – zum Beispiel beim Nachbarn klingeln, der die Warnung vielleicht nicht gehört habe. Oliver Kellermann (CSU) schlug vor, künftig einen Lautsprecherwagen einzusetzen. „Die AfD hat es uns im Wahlkampf vorgemacht – eventuell können wir uns den Wagen leihen“, so der Stadtrat unter dem Gelächter der Kollegen. „Das soll aber nicht heißen, dass wir von der AfD lernen können“, frotzelte Sluyterman zurück. Vielleicht seien ältere Bürger wirklich nicht ausreichend informiert gewesen.

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