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Der Kaufbeurer Sitz der bisherigen VR Bank Kaufbeuren-Ostallgäu.

VR Bank Kaufbeuren-Ostallgäu

„Fusion ist eine Liebesheirat“

Die VR Bank Kaufbeuren-Ostallgäu, die auch Filialen im Schongauer Land unterhält, wird mit der Augsburger Augusta Bank fusionieren. Dadurch wird die neue „VR Bank Augsburg Ostallgäu eG“ zu Schwabens größter Genossenschaftsbank mit einem Bilanzvolumen von über 3,2 Milliarden Euro.

Weilheim-Schongau – Keine drei Wochen ist es her, dass Hermann Starnecker, Vorstandssprecher der VR Bank, beim Bilanzpressegespräch auf Nachfrage noch jedwede Fusionsgespräche verneint hat. Zu diesem Zeitpunkt, so Karl Ludwig Bihler, Aufsichtsratsvorsitzender der VR Bank Kaufbeuren-Ostallgäu, hätte man beim besten Willen noch nicht von einem Zusammenschluss sprechen können.

Dass man, vor allem seitens der Ostallgäuer, die zwischen Buchloe und Füssen aktiv sind und auch Kunden im Altlandkreis Schongau haben, offen für Gespräche und Erweiterungen sei, hatte Starnecker allerdings immer wieder betont. Der Zusammenschluss nun ist die Konsequenz eines sich dynamisch-verändernden Finanzdienstleistungssektors – vor allem auch unter dem Eindruck stetig wachsender Vorgaben und Regulierungsbeschlüsse aus Brüssel für den Bankensektor.

Dabei sprechen Starnecker und sein Augsburger Vorstandskollege Heinrich Stumpf von einer „Liebesheirat“. Es sei eine Fusion von gleichstarken Partnern mit identischen Herausforderungen. Wichtig dabei: es gibt keine Überschneidungen der Geschäftsgebiete. Bihler: „Es ist eine echte Gleichung, eins und eins ergibt zwei und nicht 1,5.“

Deshalb, so Starnecker, werde es fusionsbedingt keinen Mitarbeiterabbau geben, auch keine Filialschließungen: „Das Netz bleibt erhalten.“ Vielmehr könne man nun die jeweiligen Geschäftsfelder stärken, insbesondere die Stadtbank profitiert vom Know-how, etwa beim Thema neue Medien im Bankgeschäft mit Online-Möglichkeiten oder der Video-Filiale.

Ähnlich werden sich künftig auch die Vorstände bzw. Mitarbeiter der beiden Banken austauschen, nämlich über Videokonferenz. Denn die jeweiligen Firmenzentralen, Marktoberdorf und Kaufbeuren einerseits und Augsburg andererseits, sollen erhalten bleiben, um auch künftig vor Ort für den Kunden da zu sein.

Man habe die Belegschaft der beiden Häuser rechtzeitig informiert, sagen die Vorstandschefs, wobei da schon eine positive Stimmung zu erkennen gewesen sei. Nun werde man die Verhandlungen weiter intensivieren, sodass bei der Vertreterversammlung der beiden Banken im Mai kommenden Jahres diese der Fusion, hoffentlich, zustimmen werden.

Um ihr Vertrauen in die Entscheidung zu demonstrieren, soll sogar Vorstand Helmut Geppert von Kaufbeuren nach Augsburg wechseln, wo Stefan Harnauer aus privaten Gründen ausscheiden wird. Altersbedingt wird auch Xaver Schelle die Vorstandschaft verlassen.

Mit dem Zusammenschluss wird die VR Bank Augsburg-Ostallgäu mit einer Bilanzsumme von derzeit über 3,2 Milliarden Euro zu Schwabens größter Genobank aufsteigen und würde bayernweit unter den Top 10 rangieren. Wenn sich im Rahmen dessen weitere kleine Genossenschaftsbanken dem neuen Platzhirsch anschließen wollten, wäre man auch dafür offen, sagen die Chefs.

Oliver Sommer

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