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Traurige Corona-Nachricht: Winter-Tollwood fällt komplett flach - „Trotz sehr guten Hygienekonzepts“

Traurige Corona-Nachricht: Winter-Tollwood fällt komplett flach - „Trotz sehr guten Hygienekonzepts“
Die alte Ölheizung im Keller des Schongauer Bauhofs muss in absehbarer Zeit erneuert werden. Untersucht werden soll, ob man ein Stadtteilkraftwerk bauen könnte.
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Die alte Ölheizung im Keller des Schongauer Bauhofs muss in absehbarer Zeit erneuert werden. Untersucht werden soll, ob man ein Stadtteilkraftwerk bauen könnte.

Glückliche Bürger

Der Wärmepreis ist in Schongau so niedrig wie vor elf Jahren

  • Elke Robert
    vonElke Robert
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Absolut zufrieden sein können die Kunden der Schongauer Stadtwerke über die Entwicklung der Fernwärmepreise. Diese sind seit Jahresanfang kontinuierlich gesunken und auf dem niedrigsten Stand seit 2009. Erinnert wurde im Werkausschuss auch daran, dass man die Fernwärmeentwicklung für ganz Schongau einmal näher betrachten wollte.

Schongau – Zum heutigen 1. Oktober sinkt der Wärmeverkaufspreis von 41 auf 34 Euro je Megawattstunde. Damit ist der Wärmepreis im Jahr 2020 voraussichtlich um 16,8 Prozent geringer als im Vorjahr, man geht von einem Durchschnittspreis von 41,45 Euro aus. Im Schnitt lag der Wärmepreis im Jahr 2019 noch bei 49,80 Euro.

Derzeit macht der Wärmeverkaufspreis eine ähnliche Preisentwicklung wie im Jahr 2009. Auch damals lag über ein halbes Jahr hinweg der Preis bei 34 Euro pro MWh. Dies hatte allerdings andere Gründe: Die Stadt hatte über einen längeren Zeitraum zu wenig Geld von den Fernwärmekunden verlangt, die Erdgas- und Ökosteuern waren nicht berücksichtigt worden, die Preise mussten nach oben korrigiert werden. Betrachtet man die Entwicklung in der Fernwärme in der letzten Dekade, lag der Höchstpreis im Zeitraum Juli bis Dezember 2012 bei satten 71 Euro (siehe Tabelle).

„Das ist eine gute Nachricht für alle Bürger, die Fernwärme nutzen, und in jedem Fall umweltfreundlich“, so Michael Eberle (CSU). Der Preis beruhe auf Berechnungen und Prognosen von Gas- und Ölpreisen, die im Wärmeliefervertrag festgezurrt seien, erläutert Stadtkämmerer Werner Hefele auf Nachfrage der Schongauer Nachrichten.

Eine verlässliche Voraussage über eine weitere Preisentwicklung wage er daher nicht, schließlich könne er, salopp gesagt, auch nicht die Lottozahlen voraussagen. „Ich gehe davon aus, dass es im ersten Quartal 2021 keinen enormen Preissprung geben wird. Als Stadt haben wir das aber nicht in der Hand.“ Wichtig zu wissen: Die Stadtwerke arbeiten nicht gewinnorientiert.

Aus dem Zwischenbericht, den die Werkleitung halbjährlich abzugeben hat, lässt sich herauslesen, dass in Schongau derzeit deutlich mehr Wasser gefördert wird als im gleichen Zeitraum 2019. Dies sei aber immer schwankend. „Von Seiten der Werkleitung ist soweit alles im grünen Bereich“, so Hefele. Friedrich Zeller (SPD) schlug vor, die Bevölkerung zu einer Besichtigung der 2. Schongauer Wasserversorgung einzuladen, dem Heiliggeist-Brunnen.

Hefele riet dazu, damit bis zur Fertigstellung zu warten, die Baumaßnahme soll noch bis Ende 2021 laufen. Zeller schlug jedoch vor, dies möglichst bald zu ermöglichen, „damit man das noch im Bau sieht“. Der Vorschlag wurde von Vizebürgermeisterin Daniela Puzzovio, die die Sitzung des Werkausschusses leitete, aufgenommen. Wie dieser Ortstermin im Detail aussehen könnte, darüber müsse jedoch erst beraten werden, so Hefele auf Nachfrage der Heimatzeitung.

Zeller erinnerte in der Sitzung daran, dass noch die Behandlung eines SPD-Antrags ausstehe. Angeregt worden war schon vor Längerem zu klären, ob als Alternative für eine neue Heizung im Bauhof eine Hackschnitzelheizung geplant werden kann. Im November 2018 kam der Vorschlag, die notwendige alte Heizung eventuell sogar durch eine Art Stadtteil-Kraftwerk zu ersetzen, an das auch Verbraucher aus dem Umkreis anschließen könnten (wir berichteten). „Und es steht auch noch der Antrag der UWV aus“, so Zeller weiter. Die Stadtratsfraktion wünscht sich, dass untersucht wird, wo in Schongau noch Fernwärme genutzt werden könnte, also eventuell das Fernwärmenetz auszubauen. Und zwar im gesamten Stadtgebiet, wie Bettina Buresch (Grüne) präzisierte.

Ob es überhaupt satzungskonform ist oder man eventuell bei der Ausweitung des Fernwärmenetzes auf einen weiteren Stadtteil die Satzung ändern muss, dieser Frage solle man erst dann nachgehen, wenn es konkret werde, so die Empfehlung Eberles, als dieser Punkt zur Diskussion stand. „Die Satzung ist wesentlich schneller geändert als die Umsetzung so eines Projekts.“

Folgende weitere Änderung tritt ab dem 1. November in Kraft: Künftig entscheidet allein der Werkausschuss über Anpassungen des Preisblattes für die Fernwärme. Bisher hat dies der Stadtrat abgesegnet, war aber immer ohne Diskussion den Empfehlungen des Werkausschusses gefolgt.

Winfried Schaur (UWV) schlug vor, den Verwaltungsaufwand zu minimieren und die Frequenz der Preisanpassungen, die bisher quartalsweise erfolgt, zu verlängern. „Damit koppeln wir uns von kurzfristigen Entwicklungen ab“, bewertete Eberle die Idee eher negativ. Es sei die Frage, wie der Bürger darauf reagiere. „Das könnte eher kontraproduktiv sein.“ Hefele versprach, diese Anregung als Hausaufgabe mitzunehmen und den Punkt im Werkausschuss demnächst auf die Tagesordnung zu setzen.

Der Stadtrat segnete in seiner Sitzung am Dienstag den neuen Wärmepreis ab.

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