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Aus dem Gericht 

Waffen und Reichsflagge gebunkert

Ein 48-jähriger Schongauer hatte illegal große Mengen Feuerwerkskörper aus Tschechien bestellt. Nun wurde bei ihm eine Hausdurchsuchung angeordnet. Zutage kamen weitere verbotene Dinge. Das Amtsgericht beließ es bei einer Bewährungsstrafe.

Schongau – Wegen unerlaubtem Einführen explosiver Stoffe und dem illegalen Besitz von Handfeuerwaffen musste sich der Mann vor dem Weilheimer Amtsgericht verantworten. „Es stimmt alles, aber ich bin kein Rechter“, sagte der 48-Jährige. Unter den illegal bei ihm in der Wohnung sichergestellten Dingen befanden sich über 300 Feuerwerkskörper, zwei Imitationshandgranaten, ein Mutterkreuz aus der NS-Zeit, eine Reichsflagge und auch zwei Handfeuerwaffen, die frei zugänglich in seinem Schlafzimmer lagen.

Mit der formlosen Einziehung der gefundenen Gegenstände zeigte sich der Schongauer bis auf sein Handy, eine Kamera und die Speicherkarten einverstanden. „Ich brauch’ das Zeug nicht“, sagte er. Der Schongauer schüttelte immer wieder den Kopf und gab dem Gericht Erklärungen dazu ab. Die Feuerwerkskörper hatte er schon vor drei Jahren in diesen großen Mengen bestellt. „Es war so einfach, daran zu kommen“, sagte er. Ein richtiges Suchtverhalten sei das gewesen. Eine Überwachungsbehörde war auf die Bestellungen aufmerksam geworden, begann zu ermitteln und nach dem Käufer zu suchen. Es dauerte drei Jahre, bis man den Schongauer identifiziert hatte.

„Ich habe sie nur an Silvester benutzt“, sagte der Mann auf Nachfrage der Vorsitzenden Richterin Christiane Serini, was er mit den Feuerwerkskörpern vorhatte. „Und im Fußballstadion waren Sie damit nicht?“, fragte sie nach. Der Schongauer verneinte das nachdrücklich. „Ich bin Fußballfan, aber seit sechs Jahren nicht mehr im Stadion gewesen“, erklärte er. Die bei ihm gefundenen Waffen und die zugehörige Munition seien ein Geschenk seines verstorbenen Onkels gewesen, so der Angeklagte. Die Waffen waren alt, eine war am Griff mit Klebeband umwickelt. Aber der Schongauer hatte sie irgendwann einmal gereinigt und griffbereit im Schlafzimmer liegen. „Warum haben Sie die nicht zurück in den Tresor gelegt?“, fragte die Richterin. Er habe sie zu seinem Schutz lieber in der Nähe gehabt, so der Mann. Das Mutterkreuz und die Reichsflagge wollte er für einen Freund im Internet bei Ebay verkaufen. Daraufhin sperrte man sein Kundenkonto. „Alles was mit der Nazizeit zusammenhängt, sollte man tunlichst nicht ins Internet stellen“, mahnte die Richterin.

Der Schongauer war vollkommen einsichtig. Er legte dem Gericht ein hervorragendes Arbeitszeugnis vor, ausgestellt von seinem jetzigen Arbeitgeber, dem er erzählt hatte, dass ein Verfahren gegen ihn laufen würde. Im Bundeszentralregister befanden sich keine Eintragungen mehr, Altlasten in seiner Jugend waren gelöscht. „Sie haben eine ausgezeichnete Sozialprognose“, sagte Richterin Serini nach ihrem Urteil.

Der Schongauer erhielt eine neunmonatige Freiheitsstrafe, die für drei Jahre auf Bewährung ausgesetzt wurde. Hinzu kam eine Geldauflage von 4800 Euro zahlbar in Monatsraten von 100 Euro.

Regina Wahl-Geiger

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