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Karikaturist Hubert Pfeffer hat eine Erklärung für all die AfD-Wähler.

Wahl-Nachlese

Ausgerechnet Denklingen im AfD-Hoch

Die Wahl ist vorbei, doch aus den vielen Einzelergebnissen im Schongauer Land ergeben sich noch interessante Erkenntnisse. Zum Beispiel, wo die AfD am stärksten abgeschnitten hat und die Wahlbeteiligung am höchsten war.

Schongau Nicht nur in dieser einen Sache sind die Wähler im Verbreitungsgebiet dieser Zeitung dem bundesweiten Trend gefolgt: Die Wahlbeteiligung war in den allermeisten Gemeinden und Städten um etliche Prozentpunkte größer als bei der letzten Bundestagswahl im Jahr 2013. Dabei haben die Wähler im Schongauer Land den bundesweiten Trend sogar noch weit übertroffen. Im Bund stieg die Wahlbeteiligung von 71,5 Prozent auf etwa 76 Prozent an, in den Landkreisen Weilheim-Schongau, Landsberg und Ostallgäu ist die Wahlbeteiligung von 72,2 auf 80,1 Prozent, von 74,4 auf 81,8 Prozent und von 71,4 auf 79,7 gestiegen. In einigen Gemeinden haben sogar etwa zehn Prozent mehr Bürger von ihrem Wahlrecht Gebrauch gemacht. In Rottenbuch lag die Steigerung sogar noch über diesem Wert: Dort haben 12,6 Prozent mehr Rottenbucher gewählt als bei der letzten Bundestagswahl vor vier Jahren. Rottenbuch hatte mit 86,9 Prozent dann auch die höchste Wahlbeteiligung im Schongauer Land. Das liegt wahrscheinlich daran, dass in Rottenbuch gleichzeitig mit der Bundestagswahl die Bürger darüber abgestimmt haben, ob die Gemeinde die Planungen für einen Supermarkt dort vorantreiben soll. Beim Bürgerentscheid lag die Wahlbeteiligung bei 83,7 Prozent.

Die AfD hat im Schongauer Land wie in der gesamten Bundesrepublik viele Stimmen geholt: Im Landkreis Weilheim-Schongau, zu dem die meisten Gemeinden im Schongauer Land gehören, war die AfD drittstärkste Kraft. Sie erhielt 11,7 Prozent der Stimmen. Auch im Landkreis Landsberg war die AfD die Partei, die die drittmeisten Stimmen erhielt und 10,9 Prozent der Wählerstimmen für sich gewinnen konnte. Im Landkreis Ostallgäu war die AfD mit 11,5 Prozent der Stimmen sogar zweitstärkste Partei nach der CSU. Auch im Wahlkreis 226, zu dem der Landkreis Weilheim-Schongau und der Landkreis Garmisch-Partenkirchen gehören, bekam die AfD nach der CSU die meisten Stimmen.

Unter den Gemeinden im Verbreitungsgebiet gab es in Denklingen – ausgerechnet der Gemeinde, aus der der neue CSU-Bundestagsabgeordnete Michael Kießling stammt – die meisten AfD-Wähler (16,2 Prozent). Gefolgt von Hohenfurch, wo 15,9 Prozent der Wähler für die AfD stimmten. Dort war, wie in etlichen anderen Gemeinden auch, die AfD zweitstärkste Partei.

Auch wenn die CSU im Landkreis starke Einbußen erlitten hat – die Christsozialen haben dennoch in jeder Gemeinde und in jeder Stadt die meisten Stimmen erhalten. Am besten schnitt die Partei in Wildsteig ab, wo sie 54,7 Prozent der Zweitstimmen erhielt.

Dennoch, auch dort hat die CSU rund zehn Prozent weniger Stimmen erhalten als bei der vergangenen Bundestagswahl. Besonders groß war der Fall in Denklingen: Die Christsozialen hatten dort bei der Wahl vor vier Jahren noch 62,5 Prozent der Wähler für sich überzeugt, nun waren es noch 46,2 Prozent. Auch in Hohenfurch, erlitt die CSU herbe Verluste. Sie fiel von 59,2 auf 48,1 Prozent.

Bitter endete die Wahl auch für die SPD. Am schlechtesten schnitten die Sozialdemokraten in Prem und Wildsteig ab, wo sie von 8,6 auf 5,4 Prozent und von 6,2 auf 4,2 Prozent fielen.

Zugelegt haben die Grünen im Schongauer Land, wie in der gesamten Republik auch. In den Dörfern vereinte die Partei dennoch meist nur eine einstellige Prozentzahl der Wählerstimmen auf sich. Böbing und Rott bilden dabei mit 10 Prozent und 11,7 Prozent eine Ausnahme.

Bei den Erststimmen gibt es manch Ergebnis, das auf den ersten Blick stutzig macht: So hat der Kandidat der Bayernpartei Siegfried Seelos in Schwabbruck 13,1 Prozent erreicht und in der Nachbargemeinde Schwabsoien noch 10,1 Prozent und in Hohenpeißenberg schaffte die Grünen-Kandidatin Gabriela Seitz-Hoffmann 11,1 Prozent der Stimmen. Auf den zweiten Blick wird dann klar, warum das so ist. Beide waren in ihren Wohnorten erfolgreich.

Kathrin Hauser

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