Wenn sich am Telefon ein Unbekannter meldet und Geld fordert, ist allerhöchste Vorsicht geboten.

Warnung vor Betrüger am Telefon

Anrufer droht mit Rentenpfändung: Leser soll 1400 Euro zahlen 

Mit immer neuen Maschen versuchen Betrüger über Telefonanrufe an Geld zu kommen. Ein Leser der Schongauer Nachrichten berichtet jetzt von einem dubiosen Anruf, den er erhalten hat.

Weilheim-Schongau – „Ein Mann meldete sich als Herr Franke vom Bundesversicherungsamt“, erzählt der Leser. „Er sagte, er hätte meine Rentenakte vorliegen und behauptete, ich hätte im Jahr 2009 einen Anruf von der Glückspiel-Zentrale Asien bekommen. Auf eine Frage hätte ich damals deutlich mit ,ja’ geantwortet. Das wurde auch noch einmal vom Bundesversicherungsamt und der Staatsanwaltschaft überprüft, und als verbindlich anerkannt. Deswegen hätte ich jetzt 3600 Euro Schulden, die in zehn Monatsraten von der Rente abgezogen werden“.

Der Leser war davon natürlich erst mal überrumpelt, schließlich hörte er zum ersten Mal von solchen Vorwürfen. Schließlich bot der Anrufer an, die Schulden von 3600 Euro könnten fallen gelassen werden, wenn stattdessen sofort 1400 Euro plus 87 Euro Gebühren überwiesen würden. Und zwar per Post an eine Frau in Thailand.

Das kam dem Leser nun doch fadenscheinig vor. Weil er die Vorwürfe erst einmal überprüfen wollte, fragte er nach einer Rückrufnummer. Das lehnte der Anrufer aber ab und drängte, dass das Geld heute noch verschickt werden müsse. Dazu nannte er eine nahe Adresse, wo das möglich sei.

Die scheinbare Ortskenntnis des angeblichen Bundesversicherungsamtsmitarbeiters ließ den Leser stutzig werden. Er reichte den Hörer schließlich an seine Frau weiter. Die hatte die Aufregung ihres Mannes mitbekommen und reagierte sehr kühl auf die Forderungen des Anrufers, der merkte, dass er nicht mehr weiterkam und legte schließlich auf.

Weil das Ehepaar zwar von einer betrügerischen Absicht ausging, aber trotzdem verunsichert war, riefen sie direkt beim Bundesversicherungsamt an. Nach kurzer Rücksprache wurde ihnen mitgeteilt, dass dort gar kein Herr Franke arbeitet. Auch Rentenpfändungen werden nicht veranlasst. Angelegenheiten des Amtes laufen außerdem immer schriftlich ab. Das Ehepaar will nun bei der Polizei eine Anzeige wegen versuchten Betrugs erstatten.

„Natürlich ist man erst mal eingeschüchtert, wenn von Ämtern und der Staatsanwaltschaft die Rede ist. In Kombination mit den ständigen Drohungen und dem scheinbaren Ausweg ist die Überrumplungstaktik schon sehr perfide“, sagt der Leser, der davor warnen möchte, auf Betrüger hereinzufallen.

Elena Siegel

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