In einem Landkreis in NRW gab es Streit wegen der Maskenpflicht im Auto.
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Der Inzidenzwert im Landkreis Weilheim-Schongau liegt seit etlichen Tagen wie festbetoniert über der entscheidenden 50-er Marke

Immer noch über 50

Weilheim-Schongau: Warum sinkt der Inzidenzwert nicht?

  • Sebastian Tauchnitz
    vonSebastian Tauchnitz
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Während überall gelockert wird, verharrt der Inzidenzwert im Landkreis Weilheim-Schongau seit etlichen Tagen wie festbetoniert über der entscheidenden 50-er Marke. Woran liegt das?

Landkreis – Schaut man sich die Inzidenzwerte vom Dienstag an, dann wundert man sich. Im Landkreis Landsberg am Lech lag er bei 19,1, im Landkreis Bad Tölz-Wolfratshausen bei 25,8, selbst die Garmischer durften sich bei einer Sieben-Tages-Inzidenz von 44,1 über die Aussicht auf weitere Lockerungsschritte freuen. Das verwundert umso mehr, als das die Landkreise Garmisch und Tölz ausgewiesene Tourismusgebiete sind, in denen sich zahlreiche Besucher aus anderen Teilen Deutschlands tummeln.

Im Gegensatz zu den vorgenannten präsentierte sich der Landkreis Weilheim-Schongau auf der Karte des Robert-Koch-Instituts immer noch tiefrot. Am Mittwoch lag der Inzidenzwert bei 64,2. Bedenkt man nun, dass für weitere Lockerungsschritte die Inzidenz an fünf Tagen in Folge unter 50 liegen muss, liegen mögliche Erleichterungen nach wie vor in weiter Ferne. Was sind die Gründe dafür?

Hohe Zahlen aus dem westlichen Landkreis - Das sind die Gründe

„Leider ist eine Stabilisierung unter 50 noch nicht eingetreten. Das liegt an vergleichsweise hohen Zahlen, die wir in den vergangenen Wochen aus dem westlichen Landkreis mit einem Fokus in Schongau berichtet bekommen haben“, schreibt das Landratsamt als Antwort auf eine Anfrage der Heimatzeitung zur unbefriedigenden Entwicklung der Inzidenzwerte. Es wird auch auf die genauen Gründe eingegangen: „Zunächst einmal muss man festhalten, dass sich die allermeisten Bürger sehr diszipliniert an die Vorschriften halten. Im Großraum Schongau haben wir Hinweise darauf, dass einige wenige Mitbürger sich in den letzten Wochen nicht oder nur unzureichend an die Quarantäneauflagen gehalten haben. Das ist ein äußerst unsolidarisches Verhalten, unter dem wir alle jetzt zu leiden haben.“

Konkret seien in Schongau zwei voneinander unabhängige Ausbrüche mit vielen Infizierten beobachtet worden. „Zum einen handelt es sich dabei um einen Ausbruch mit engen familiären Kontakten, bei dem wir vermuten dass Kontakte trotz Quarantäneauflagen stattgefunden haben.“

Beim zweiten Fall handelte es sich laut Landratsamt um einen Ausbruch in einem Schongauer Seniorenheim, der aber zwischenzeitlich wieder abgeklungen ist, ohne dass dort Folgeinfektionen aufgetreten sind. Auch das ist nicht direkt zu erklären, weil Bewohner und Mitarbeiter von Pflegeheimen eigentlich schon lange ein Impfangebot unterbreitet bekommen haben.

Werden Vorschriften streng genug kontrolliert?

Da stellt sich die Frage, ob die Einhaltung der Vorschriften im Landkreis Weilheim-Schongau streng genug kontrolliert wird. „Das Landratsamt hat sich zwischenzeitlich bereits mit verschiedenen Stellen in Verbindung gesetzt, darunter mit der Stadt Schongau, dem Regierungspräsidium und der Polizei: Um zu prüfen, welche Maßnahmen hier möglich sind, um den Infektionsschutz zu erhöhen. Und um zusätzlich eine erhöhte Wachsamkeit an den Tag zu legen, um die Bevölkerung zu schützen.“ Mit anderen Worten: Wer eine eigentlich untersagte Schafkopfrunde im heimischen Keller plant, sollte sich besser vorsehen, es wird weiter kontrolliert und im Fall eines Verstoßes drohen hohe Ordnungsgelder.

Doch was kann jeder Bürger tun, um den Inzidenzwert im Landkreis nachhaltig zu senken, damit am Ende alle von weiteren Lockerungsschritten profitieren können? „Jede einzelne Erkrankung hebt den Inzidenzwert. Daher ist es gerade jetzt, wo wir alle sehnsüchtig auf Lockerungen warten umso wichtiger, die allgemeinen Umgangsregeln, Kontaktbeschränkungen und Maskentragepflicht konsequent einzuhalten. Kein Verständnis haben wir für Personen, die bei nachgewiesener Infektion und trotz Quarantäneauflagen Kontakte zu anderen haben und so aktiv zur Weiterverbreitung beitragen. Hier werden wir im konkret nachgewiesenen Fall auch harte Sanktionen ergreifen“, stellt das Landratsamt noch einmal unmissverständlich klar.

Weil die Inzidenzzahlen nicht sinken hat sich Landrätin Andrea Jochner-Weiß nun mit einem Appell an die Bürger gewandt.

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