Die „Frauenpower“-Truppe des Schongauer Tierheims (v.l.): Verena Deibler, Sabine Englbrecht und Janine Weigelt mit Katze Nala.
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Die „Frauenpower“-Truppe des Schongauer Tierheims (v.l.): Verena Deibler, Sabine Englbrecht und Janine Weigelt mit Katze Nala.

Auswirkungen der Pandemie

Das Schongauer Tierheim muss den Gürtel enger schnallen

  • VonTheresa Kuchler
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Im Zuge der durch Lockdown und Homeoffice neu gewonnenen Zeit haben sich viele Menschen dazu entschlossen, ein Haustier anzuschaffen. Inzwischen werden zahlreiche Hunde und Katzen aber wieder abgegeben. Das Schongauer Tierheim verzeichnet bisher zwar kaum Corona-bedingten Zuwachs – mit der Pandemie zu kämpfen hat es dennoch.

Schongau – Die Besucher des Schongauer Tierheims werden schon beim Hineingehen von lautem Bellen begrüßt. Die 20 Hunde, die sich derzeit in der Obhut von Janine Weigelt und ihren drei Kolleginnen befinden, halten mit ihrer Anwesenheit schließlich nicht hinter dem Berg. Doch Weigelt, die Vorsitzende des Tierschutzvereins im Landkreis Weilheim-Schongau, stellt gleich klar: Nur wenige der Tiere sind Pandemie-bedingt in dem Heim an der Wielenbachstraße gelandet.

„Bei uns gab es nur zwei bis drei Hunde, die wegen Corona abgegeben wurden“, beschreibt sie die Situation in Schongau. In anderen Heimen und Auffangstationen, beispielsweise in München, habe Weigelt bereits von drastischen Szenen gehört. Dort landeten inzwischen viele der Haustiere, die während des Lockdowns angeschafft wurden und für die die Besitzer nun doch keine Zeit mehr haben. „Diese Ausmaße kennen wir hier zum Glück nicht. Wir haben immer Abgabetiere, aber momentan auch nicht mehr als in den Vorjahren“, sagt Weigelt. Allerdings müsse man die Sommerferien abwarten. „Jetzt haben die meisten noch mehr Zeit. Im Herbst kann es dann gut sein, dass noch was kommt.“

Bisher kaum Corona-bedingter Zuwachs in Schongau

Die Räume des Schongauer Tierheims sind auch so gut gefüllt: Neben den Hunden kümmert sich das vierköpfige Team um gut 50 Katzen sowie 15 bis 20 Kleintiere, zu denen etwa Vögel oder Kaninchen zählen. Insgesamt werden jährlich rund 350 neue Bewohner in das Schongauer Tierheim aufgenommen. „Als Fund- und Abgabetiere“, wie die Vorsitzende des Tierschutzvereins erklärt.

Auch wenn es bisher wenig Corona-bedingten Zuwachs im Tierheim gab, haben sich die Auswirkungen der Pandemie mehr als deutlich gemacht. Janine Weigelt und ihre Kolleginnen Verena Deibler – die frisch zur zweiten Vorsitzenden gewählt wurde –, Sabine Englbrecht und Renate Vollmer stellte die vergangene Zeit vor Herausforderungen. „Wir haben im März 2020 komplett zumachen müssen“, so Weigelt. Besucher können seither nur nach einer Terminvereinbarung vorbeikommen. Das gilt auch für die fleißigen Tierheim-Unterstützer, die regelmäßig mit den Hunden spazieren gehen. „Die Gassi-Gänger mit Schulungen, die schon länger mit dabei sind, können nach wie vor kommen. Neue nehmen wir aber nicht mehr auf.“

Deutliche finanzielle Einbußen

Gerade finanziell habe Corona zu deutlichen Einbußen geführt. Wie Weigelt angibt, fehlten dem Tierheim im vergangenen Jahr rund 22 000 Euro, die normalerweise durch Feste und Spenden eingenommen werden. Die laufenden Kosten mussten selbstverständlich dennoch weiter gedeckt werden. „Wir haben auf Rücklagen zurückgreifen müssen“, beantwortet Weigelt die Frage, wie das Heim sich trotz fehlender Einnahmen über Wasser halten könne.

Hilfreich sei eine Förderung durch das Landesamt für Forsten gewesen, die der Tierschutzverein als Corona-Zahlung erhalten hat. „Und es gibt viele tierliebe Menschen, die uns mit Futter- und Geldspenden unterstützen“, zeigt sich Weigelt dankbar. Solche Futterspenden können beispielsweise an einigen Supermärkten abgegeben werden. „Wer das machen will, kann gerne vorher bei uns nachfragen, welches Futter wir im Moment brauchen.“

Neben Spenden freut sich die „Frauenpower-Truppe“, wie Weigelt das Team nennt, auch über Verstärkung. Sie sagt: „Wir haben gerade Stellen frei.“ So sucht das Tierheim noch jemanden für den Bundesfreiwilligendienst. Auch ein Tierpfleger wird zeitnah benötigt.

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