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Der vermisste junge Mann, der mit dem Kopf unter Wasser gefunden wurde, wird aus dem Bachbett gehoben.

Wasserwacht Peiting-Schongau

Rettungskräfte proben den Ernstfall: Realistische Suche nach Vermissten

Ein vermisster Opa, Probleme bei der Anfahrt, eine schreiende Angehörige: Der verantwortliche Leiter Daniel Kodisch hat seinen Kollegen der Wasserwacht-Ortsgruppe Peiting-Schongau eine realitätsnahe Übung zusammengestellt.

Schongau/Peiting Wie verzwickt sich die Lage entwickeln kann, wurde im Übungsgebiet am Schlag vor Peißenberg demonstriert. Die Ausgangslage: An einem Bauernhof wird der Opa, der täglich seine Runden um den Weiher dreht, vermisst. Seine Tochter informiert die Leitstelle. Diese wiederum alarmiert Wasserwacht und Rettungsdienst aus Schongau sowie die Feuerwehr aus Peißenberg zur Vermisstensuche im Buchaugraben und dem dortigen Weiher.

Schon bei der Anfahrt der Feuerwehr hatte diese die Aufgabe, einen großen umgestürzten Baum von der Zubringerstraße zu entfernen. Nur so konnten Rettungsdienst und Wasserwacht zum Weiher gelangen. Dort galt es, von der sehr aufgebrachten Tochter des Vermissten Informationen zu erfahren. Drei Wasserretterinnen beginnen unverzüglich mit ihrer Suche im Wasser. Da an bestimmten Stellen das Wasser sehr tief ist, werden Taucher aus Weilheim angefordert. Noch mehr verzweifelte Rufe der jungen Bäuerin, die jetzt auch noch ihren Neffen vermisst. Die Feuerwehrleute dehnen ihre Suche weiter in Richtung eines Bachlaufs aus.

Während die eingetroffenen Taucher den Weiher absuchen, konzentrieren sich die Wasserretterinnen auf den Bachlauf. Stellen, die völlig durch Zweige zugewachsen sind, können nur mühsam abgesucht werden. Ein besser wissender Nachbar bringt die Lage kurzzeitig außer Kontrolle, da er die Rettungskräfte auf falsche Fährten bringt.

Drei Wasserretterinnen durchschwimmen den Teich auf der Suche nach dem vermissten Opa.

Der vermisste Neffe wird schließlich in dem Bachbett gefunden. Kopfüber liegt er im Wasser. Die Wasserretterinnen ziehen ihn aus dem Wasser, müssen ihn per Trage über einen aufsteigenden Hang auf gerades Gelände heben. Dort beginnen sie mit der Reanimation. Einsatzleiter Otto Bauer fordert per Funk einen Hubschrauber an. Kräfte der Feuerwehr richten den Landeplatz ein.

Jetzt kommt die Meldung von den Tauchern, dass sie auch den Opa gefunden haben. Äußerst mühsam ist es, ihn über den Steilhang aus dem Wasser nach oben zu bringen. Auch hier beginnen die Retter mit der Reanimation. Dabei werden die „Verletzten“ kurz nach der Rettung durch Übungspuppen ersetzt, an denen dann realistisch geübt wird. Fast 30 Minuten lang wird reanimiert. Zu guter Letzt verletzt sich noch eine Wasserretterin, die ebenfalls behandelt werden muss. Übertrieben? Keineswegs! Die Protokolle der Rettungsdienste zeigen schwarz auf weiß, zu welchen Fällen sie gerufen werden. Wochenende für Wochenende.

Von Hans-Helmut Herold

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