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Ein neues Zuhause sucht un ter anderem Kater Alex, hier mit Janine Weigelt vom Tierschutzverein. 

Wegen Ferienzeit

Hochbetrieb im Schongauer Tierheim 

  • Elena Siegl
    vonElena Siegl
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In der Ferienzeit herrscht im Tierheim Hochbetrieb. Zahlreiche Hunde, Katzen und Kleintiere müssen versorgt werden – darunter auch einige „Urlaubsgäste“.

Schongau – Gerade wurde ein Hund von seinem Herrchen aus dem Schongauer Tierheim abgeholt, die Leine, mit der er ins Büro gebracht wurde, baumelt noch über den Stuhl. Das kommt in der Ferienzeit häufig vor, weiß Janine Weigelt, die Vorsitzende des Tierschutzvereins. Wenn die Besitzer verreist sind, fühlen sich Tiere oft einsam, oder nicht gut genug betreut – trotz Versorgung durch Bekannte. „Katzen und Hunde hauen dann leicht mal ab“, sagt sie. „Meist ist der Fall schnell geklärt, weil diese Tiere gechipt sind“, erklärt Weigelt. So kann schnell nachvollzogen werden, wem sie gehören.

Anders schaut das natürlich bei ausgesetzten Tieren aus. Auch die gibt es vermehrt in der Ferienzeit. „Heuer zum Glück nicht“, sagt Weigelt. „Aber unterm Jahr kommt es immer wieder vor, dass auf einem Spielplatz ein Karton Welpen gefunden oder nachts vors Tierheim gestellt wird“.

Auch wenn das in letzter Zeit „zum Glück nicht der Fall war, ist das Tierheim proppenvoll“, weiß Weigelt. Zum einen gibt es die „üblichen Notfälle“, also Tiere, deren Besitzer sich zum Beispiel aus gesundheitlichen oder beruflichen Gründen nicht mehr um sie kümmern können, oder mit den Tieren überfordert sind, und sie deshalb ins Heim bringen. „Da gibt es viele Gründe, und das ist auch in Ordnung. Es ist uns nämlich tausendmal lieber, wenn die Tiere direkt bei uns abgegeben werden, wir wissen woher sie kommen und was man bei ihnen beachten muss, als wenn sie ausgesetzt werden“.

Zum anderen kommen in den Ferien auch „Urlaubsgäste“ ins Tierheim. „Wir bieten eine Tierpension an“, sagt Weigelt. Bedeutet, dass Tiere im Heim versorgt werden, während ihre Besitzer im Urlaub sind. „Wir haben einige Stammgäste, die Anfang des Jahres mit einem Kalender vorbeikommen und mit uns absprechen, wann Kapazitäten frei sind“, weiß Weigelt. Sie findet es wichtig, dass der Urlaub erst gebucht wird, wenn ein Platz fürs Haustier gefunden wurde.

Leider sei das nicht immer der Fall. „Oft heißt es ’wir fahren morgen in den Urlaub und bringen unser Tier bei euch vorbei.’“, sagt Weigelt. Auf den Einwand, dass das zu kurzfristig sei, bekomme sie oft die Antwort „Aber ihr seid doch der Tierschutzverein“. Zuallererst seien aber die Besitzer für das Wohl des Tieres verantwortlich, betont sie.

Außerdem habe sie häufig mitbekommen, dass Hunde von ihren Besitzern trotz Hitze im Auto gelassen wurden. Zum Beispiel vor Supermärkten. „Das geht nicht. Auch nicht für zehn Minuten“, sagt Weigelt. „Im Nu hat es im Auto 45 oder 50 Grad.“ Dann sei es wichtig, den Zustand des Hundes zu beobachten und den Besitzer schnellstmöglich ausfindig zu machen. „Wir reden in Ruhe mit den Betroffenen und erklären, wie gefährlich das ist“, sagt Weigelt.

Die Hitze war für die Tiere ohnehin anstrengend. „Deswegen konnten wir die Hunde auch keinen Besuchern zum Gassi gehen mitgeben. Die Teerstraßen heizten sich zu sehr auf“, erklärt Weigelt. Stattdessen konnten die Tiere selbst entscheiden, ob sie in den Freilauf gehen, wo es auch ausreichend Schatten gibt, oder lieber drinnen auf den kühlen Fliesen bleiben.

Im Sommer gibt es außerdem viele Kätzchen im Tierheim. „Zwischen Mai und Oktober bekommen wir eigentlich ununterbrochen welche rein“, weiß Weigelt. Meist handelt es sich um den Nachwuchs von halbwilden Katzen.

Die Tiere werden aufgepäppelt, kastriert und vermittelt. „Bei den Kleinen sind schnell neue Besitzer gefunden. Obwohl die älteren Tiere häufig entspannter und pflegeleichter sind“. Rund 40 Katzen sind zur Zeit im Tierheim, fast die Hälfte davon sind Katzenbabys.

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